12.12.2018

Multimar-Ausstellungsmacher Eckehard Bockwoldt im Ruhestand

Medieninformation der Nationalparkverwaltung

Eckehard Bockwoldt vor dem gläsernen Pottwalkopf im Multimar Wattforum | © Claußen / LKN.SH

Die Schallerzeugung und Echoortung der Pottwale ist ein komplexer physiologischer Vorgang, der von der Wissenschaft erst seit wenigen Jahren verstanden wird. Eckehard Bockwoldt will das faszinierende Naturphänomen in einem großen Modell so darstellen, dass es verstehbar wird. Es ist das letzte große Ausstellungsobjekt, das der Ausstellungsmacher des Nationalpark-Zentrums Multimar Wattforum in Tönning mit seinem Ruhestand am Freitag (14. Dezember) fertigstellt.

„Unsere Gäste interessieren sich sehr für aktuelle meereswissenschaftliche Erkenntnisse. Sie müssen aber aufbereitet werden, denn der Wissenszuwachs macht die Welt nicht einfacher. Komplexe Phänomene erfordern eine durchdachte, oft aufwändige und mitunter interaktive Darstellung. Mit der Präsentation lebender Tiere wurde dies zu unserem Markenkern“, sagt Eckehard Bockwoldt und beschreibt damit auch das Erfolgsgeheimnis des Multimar Wattforums.

Die Darstellung biologischer Phänomene und ihre didaktische Aufbereitung ist das Lebensthema des 65-Jährigen. Als Hamburger Stadtrandkind war er viele Jahre bei den Pfadfindern, studierte später Biologie und Geografie und schloss die Lehrerausbildung mit dem Referendariat ab. Bald arbeitete er aber als Umwelt- und Naturschutzpädagoge: Bei den Christlichen Pfadfinderinnen und Pfadfindern in einem sozialen Brennpunkt-Stadtteil in Hamburg, zwei Jahre bei der Biologischen Anstalt auf Helgoland und drei Jahre beim Hamburger Jugendherbergswerk. 

1993 begann er in der Nationalparkverwaltung in Tönning die Keimzelle des Multimar Wattforums zu entwickeln. Er erstellte das Konzept des Zentrums für Wattenmeer-Monitoring und -Information (so die ursprüngliche Bezeichnung), besorgte Gelder dafür, erarbeitete mit einer Kreativgruppe in mehr als hundert Sitzungen inhaltliche und didaktische Ideen und organisierte einen Architekturwettbewerb. Das Richtfest des Multimar 1998 und die Eröffnung ein Jahr später waren für ihn dann auch herausragende berufliche Erlebnisse. 

Einschneidend war dann allerdings auch die Demontage der ersten, mit Holzoberflächen gestalteten Ausstellungselemente im Jahr 2014. „Wie müssen das Multimar aber laufend gestalterisch erneuern und wissenschaftlich aktualisieren um es für unsere Gäste attraktiv zu halten“, strahlt Ausstellungsmacher Bockwoldt mit seinem immer glühenden Enthusiasmus angesichts des Kommenden.

Er selbst hat dabei vielleicht am meisten hinzu gelernt. Die Ausstellungseinheit zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie in Schleswig-Holstein machte ihm beispielsweise deutlich, dass Aale und andere Fische, die zum Laichen ins Meer oder zurück in die Flüsse wandern, wegen der Wehre und Schöpfwerke nahezu keine Chance haben, ins Binnenland zu kommen. Eine Erkenntnis, die der Koldenbüttler in seine ehrenamtliche lokale Agenda 21-Gruppe einbrachte. 

Das Multimar Wattforum ist das größte Nationalpark-Informationszentrum und eine der beliebtesten und meistbesuchten öffentlichen Einrichtungen Schleswig-Holsteins. Mehr als drei Millionen Gäste haben es seit der Eröffnung im Jahr 1999 besucht. Seitdem wurde es in drei Phasen umfangreich erweitert und zeigt heute die Themenschwerpunkte „Wale, Watt und Weltnaturerbe“. Das neue Exponat zur Echoortung des Pottwals ist ab sofort zu sehen. 

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