11.02.2020

Nationalparkchef Detlef Hansen in Ruhestand verabschiedet

©LKN.SH

TÖNNING/KIEL. Mehr als 200 Gäste haben heute Dr. Detlef Hansen, den langjährigen Leiter der Nationalparkverwaltung Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer im Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN.SH), im Multimar Wattforum in Tönning verabschiedet. Umweltminister Jan Philipp Albrecht würdigte Hansen als einen starken Vermittler, der in seiner Person seit Gründung des Nationalparks den Schutz des Wattenmeeres mit dem Schutz der Küste und den vielfältigen Interessen der einheimischen Bevölkerung mit höchster Kompetenz zusammengeführt hat.

Das Berufsleben von Detlef Hansen ist die Geschichte des Nationalparks – und umgekehrt. 1985 richtet er mit Friedrich Heddies Andresen das Nationalparkamt in Tönning ein. Zu dieser Zeit wird legal Dünnsäure in die Nordsee verklappt, an den Stränden gibt es Schaumberge, und Fremdenverkehrseinrichtungen stellen an den Badestellen Ölentferner bereit. In Nordfriesland befindet sich in der Nordstrander Bucht das umstrittene größte Eindeichungsprojekt Deutschlands im Bau.

Als Leiter des Dezernats für Landschaftspflege kämpft Hansen beharrlich mit guten Argumenten für die Einstellung der Jagd auf Wasservögel, die Verminderung der Schafbeweidung auf ökologisch wertvollen Salzwiesen oder die Einstellung von Übungen und Erprobungen der Bundeswehr.

Für den Husumer, der als Junge die Sturmflut von 1962 erlebte, steht der notwendige Küstenschutz immer an erster Stelle. Ein Küstenschutz allerdings, der den ökologischen Schatz der Salzwiesen und Wattflächen vor den Deichen wahrt und sensibel damit umgeht. „Hansen wurde Urbild eines neuen Naturschutz-Typs, der beide Seiten mitdenkt, verantwortungsvoll und nachhaltig handelt“, lobte Umweltminister Jan Philipp Albrecht.

Für Albrecht hat Hansen, der die Nationalparkverwaltung seit 14 Jahren leitet, einen herausragenden Anteil an der Erfolgsgeschichte des Nationalparks: „34 Jahre nach dessen Gründung ist der Nationalpark im kollektiven Bewusstsein unseres Landes fest verankert. Als Kenner der jeweiligen Gegebenheiten und rechtlichen Situation stand Detlef Hansen in zahllosen langjährigen, intensiven Debatten, etwa zur Fischerei oder Beweidung, zum Kitesurfen, zum Umgang mit Heulern, zum Parken an den Stränden von St. Peter-Ording oder zu lokalen Betretensregelungen in der öffentlichen Diskussion. Dabei hat er den im Nationalparkgesetz geforderten Interessenausgleich und die Frage ‚Ist das mit dem Schutzzweck vereinbar?‘ zur Messlatte seines Handelns gemacht“, so Albrecht.

Die mühevolle und beharrliche Leistung Hansens und seiner Nationalparkverwaltung trägt Früchte: Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist heute sehr gut positioniert. Die Zustimmung in der Bevölkerung ist enorm. „Ich danke Ihnen im Namen aller Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner, denn einen großen Teil der Verantwortung, die unser Land mit der Ausweisung als Nationalpark und der Anerkennung als Weltnaturerbe übernommen hat, haben Sie ganz persönlich getragen“, lobte der Umweltminister den scheidenden Nationalparkchef Detlef Hansen.

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