23.10.2017

Neue Pflanze entdeckt: Rettich im Nationalpark

©Stock/LKN.SH

Eine bisher im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer nicht vertretene Pflanze hat der Biologe Martin Stock aus der Nationalparkverwaltung auf der vor wenigen Jahren neu entstandenen Insel im Norden des Norderoogsandes entdeckt: Während seiner jährlichen Kartierarbeiten fiel ihm der Strandrettich (Raphanus raphanistrum ssp. maritimus) ins Auge. „Mit Hilfe der Kollegen Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer und Pieter Slim aus den Niederlanden konnte die Art sicher bestimmt werden“, berichtet Stock.

Beim Strandrettich, einer Pflanze mit gelben Blüten und knubbeligen Früchten, handelt es sich um einen Kreuzblütler, vermutlich die Stammform von Rettich und Radieschen. Er kommt an sandigen Küstenstandorten, in Dünen und Kliffs vor. Zu seinem natürlichen Verbreitungsgebiet gehören das Mittelmeer, die mediterranen Atlantikküsten, die Küsten Frankreichs und Großbritanniens. Auch in den Niederlanden ist die Art inzwischen auf drei Wattenmeerinseln und an zwei Küstenabschnitten am Festland gesichtet worden, ein erster Fund für Deutschland stammt aus dem Jahr 2015 von der Insel Helgoland.

Mit dem Strandrettich habe „eine weitere küstentypische und wärmeliebende Art den Norderoogsand als Trittstein für ihre Ausbreitung entdeckt“, so der Biologe. Er gehe davon aus, dass sich die Pflanze auf natürlichem Weg im Wattenmeer eingefunden hat: „Die verdickten Fruchtwände sind gut schwimmfähig, oder Seevögel können die Samen verbreitet haben.“ Dass sich der Strandrettich hier ansiedle, sei „sicherlich auch dem Klimawandel zuzuschreiben“.

Das könnte Sie auch interessieren

Sommerfest im Multimar Wattforum

Das Sommerfest im Multimar Wattforum bietet ein buntes und kreatives Mitmach-Programm für die ganze Familie | © Schnabler/LKN.SH

20.07.2018 Veranstaltung, Muscheln & Schnecken, Multimar Wattforum Am Sonntag, den 29. Juli 2018 lädt das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum in Tönning zum bunten Sommerfest ein. Zwischen 11 und 17 Uhr erwartet die Besucher ein vielfältiges und kreatives Programm für die ganze Familie. mehr »
Treffen der fünf Commerzbank-Umweltpraktikant*innen auf dem Dach der Naturerlebnisstation in Sehestedt

Treffen der fünf Commerzbank-Umweltpraktikant*innen auf dem Dach der Naturerlebnisstation in Sehestedt
(v.l.n.r.): Jonas Kaiser (Filialleiter Commerzbank Wilhelmshaven), Raimund Koop, Marlene Radinger, Svenja Püschel, Maximilian Weidenhiller, Stefanie Becker, Florian Carius (Dezernatsleiter Kommunikation-Forschung, Nationalparkverwaltung) und Rüdiger von Lemm (Leiter Nationalpark-Erlebnisstation)
Foto: Dörte Wolff

17.07.2018 Commerzbank, Umweltpraktikum Fünf Studierende aus ganz Deutschland tauschen während des Sommersemesters im Rahmen eines dreimonatigen Praktikums Uni-Alltag und Prüfungsstress gegen Meeresluft und Möwenschreie. mehr »

Die Richel in den Niederlanden beherbergt die weitaus größte Kinderstube der Kegelrobben in der Wattenmeerregion. Jungtiere sind als weiße Punkte zu erkennen. Ausgewachsene Kegelrobben und ältere Jungtiere sind dunkler. Das Foto steht zur kostenlosen Nutzung im Rahmen der Berichterstattung zu der Kegelrobbenzählung 2018 bereit. | Foto: © S. Brasseur

16.07.2018 Die Zahl der Kegelrobben in der Wattenmeerregion wächst seit über einem Jahrzehnt stetig an – allein im letzten Jahr um 13%. Demnach haben sich die Bestände seit der Rückkehr der Kegelrobben ins Wattenmeer erfolgreich stabilisiert. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 6.144 Kegelrobben in dänischen, deutschen und niederländischen Gewässern des Welterbes erfasst. mehr »
Küstenseeschwalbe im Flug mit Beute. Foto: S. Pfützke / green-lens.de

Küstenseeschwalbe mit Beute. Foto: S. Pfützke / green-lens.de

13.07.2018 Zugvogeltage, Zugvögel, Küstenseeschwalbe Der Juli-Beitrag unseres Zugvogeltage-Countdowns widmet sich der Küstenseeschwalbe, deren Flugleistung alle Rekorde in den Schatten stellt. mehr »
06.07.2018 Kompensation Anfang Juli startet der Übertragungsnetzbetreiber TenneT mit einer Reihe von Renaturierungsprojekten auf der Insel Borkum und in deren Umgebung. Dabei geht es auch um die Entfernung von Resten anthropogener Strukturen aus Zeiten früherer Nutzungen. mehr »