27.08.2018

Open-Air-Semester im Nationalpark Wattenmeer

Umweltpraktikantinnen im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

Die Umweltpraktikantinnen im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer Elisabeth Heimbach (rechts) und Johanna Killing (Mitte) werden begrüßt von Annika Kopka, Direktorin der Commerzbank-Filialen in Husum und Heide (links) | © Ahlborn/LKN.SH

„Traumhaft, einfach traumhaft ist es hier!“. Elisabeth Heimbach (26) kommt aus dem Schwärmen über ihr neues Domizil gar nicht mehr heraus. Das kleine Reetdachhaus auf der Hamburger Hallig mitten im Nationalpark Wattenmeer ist während ihres Commerzbank-Umweltpraktikums das Zuhause der Studentin aus Flensburg. Sie betreut den benachbarten kleinen Inforaum des Nationalparks und informiert dort Gäste, was auf der Hamburger Hallig alles zu entdecken ist.
„Die Fragen der Gäste zu beantworten und damit zum Schutz des Nationalparks beizutragen, ist eine tolle und sinnvolle Aufgabe“. Elisabeth unterstützt auch die Nationalpark-Ranger bei ihrer Arbeit, in dem sie Gäste der Hallig darauf hinweist, wenn sie sich nicht an die Spielregeln im Schutzgebiet halten. „Freilaufende Hunde scheuchen Vögel auf, die sich nach der langen Rückkehr aus den Brutgebieten hier erholen und wieder zu Kräften kommen. Die meisten Gäste sind einsichtig und nehmen ihre Hunde sofort an die kurze Leine, wenn ich diesen Zusammenhang erläutere.“
Auch wenn Elisabeth derzeit auf Lehramt studiert, kann sie sich eine spätere Arbeit außerhalb der Schule in der Bildungsarbeit im Nationalpark sehr gut vorstellen. „Ein solches Praktikum ist eine tolle Möglichkeit, sich selbst auszuprobieren und herauszufinden, welche Arbeitsfelder zu einem passen“.

Johanna Killing (24) aus Kiel bekommt derweil Einblicke in den Alltag einer Naturschutzbehörde. Sie unterstützt die Öffentlichkeits- und Medienarbeit der Nationalparkverwaltung in Tönning. „Von verstaubter Behörde keine Spur“, sagt sie lächelnd - dieses alte Vorurteil bestätigt sich in ihrer Arbeit nicht. „Das einzige, was hier staubt, ist der Sand am Strand von St. Peter-Ording“, wo sie gemeinsam mit Kolleg*innen am Infostand des Nationalparks interessierte Gäste über den Nationalpark informiert. „Es ist toll, die Gäste, die das Beachvolleyballtunier oder das Kitesurf-Masters hier am Strand besuchen, über den Nationalpark zu informieren. Da ergeben sich viele spannende Gespräche und Diskussionen.“
Aber auch im Büro ist sie aktiv: Sie gestaltet Broschüren und Faltblätter für die Infoarbeit. „Ich kann hier vieles von dem, was ich auch in der Uni lerne und anwende, für die Öffentlichkeitsarbeit nutzen“. Ihr spezielles Interesse an wissenschaftlichen Fragen kommt ebenfalls nicht zu kurz. Sie begleitet die Biolog*innen der Nationalparkverwaltung bei Kartierungen im Gelände, in Seegras- und Salzwiesen. „Ich könnte mir gut einen Job hier im Nationalpark vorstellen“. Und die Ostsee gegen die Nordsee tauschen? Vielleicht, denn „Schleswig-Holstein ist ja zum Glück nicht so groß. Ostsee und Nordsee könnte man super verbinden“.

Eines ist sicher, Elisabeth und Johanna werden beide ihren Weg gehen – und ein Praktikum wie dieses hilft ihnen dabei. Die Commerzbank unterstützt seit fast 30 Jahren mit bislang rund 1600 Praktikumsplätzen Nationalparks, Biosphärengebiete und Naturparks in Deutschland. Neben finanzieller Unterstützung und der Unterkunft werden die Praktikant*innen von der Commerzbank mit nützlichen Utensilien ausgestattet, von Schreibmaterial bis Mückenspray. Annika Kopka, Direktorin der Commerzbank-Filialen in Husum und Heide, überreicht den Praktikantinnen die gepackten Taschen mit den Worten: “Sie leisten einen wirklich wertvollen Beitrag zur Umweltbildung mit Ihrem tollen Engagement. Hoffentlich folgen noch viele Studentinnen und Studenten Ihrem Beispiel. Wir unterstützen das Projekt sehr gern.“

Bewerbungen für das Umweltpraktikum 2019 sind ab Mitte Oktober unter www.umweltpraktikum.com möglich.

Das könnte Sie auch interessieren

Schneeammern. Foto: Michael Hillmann

Zu den Wintergästen im Wattenmeer gehören auch die Schneeammern, die im Spülsaum, am Strand oder auch am Deichfuß, emsig nach Samen von Salzwiesenpflanzen suchen. Sie brauchen viel Ruhe zum Fressen, um im Frühjahr den Rückflug in ihre arktischen Brutgebiete zu schaffen. Durch Stressfaktoren wie das Feuerwerk zum Jahreswechsel werden ihre lebensnotwenigen Energiereserven unnötig aufgezehrt. Foto: Michael Hillmann

26.12.2018 Feuerwerk, Silvester Wenn Feuerwerksfans es in der Silvesternacht richtig krachen lassen, finden andere das gar nicht spaßig. Vögel und andere Tiere können durch die plötzlichen Knall- und Lichteffekte ernsthaft in Panik geraten. Im Nationalpark ist Feuerwerk verboten, aber wegen der weiträumigen Effekte sollte man auch im Umfeld von Schutzgebieten darauf verzichten. mehr »
Dr. Holger Freund und Peter Südbeck nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zwischen der Nationalparkverwaltung und dem Mellumrat e. V.

Dr. Holger Freund und Peter Südbeck nach der Vertragsunterzeichnung. Foto: B. Schmidt/NLPV

19.12.2018 Kooperation, Mellum Die erfolgreiche Zusammenarbeit wurde für weitere vier Jahre besiegelt. mehr »
Uferschnepfen

Uferschnepfen mögen es nass: das vernässte Grünland auf Borkum bietet optimale Brut- und Nahrungsgebiete. Foto: G. Reichert/NLPV

18.12.2018 LIFE+, Wiesenvögel, Wiesenvogelschutz Die Wiesenvögel reagieren positiv auf die Naturschutz-Maßnahmen, die seit 2014 aus Mitteln der EU und des Landes Niedersachsen durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer rund um den Borkumer Tüskendörsee umgesetzt wurden. mehr »

©Stock/LKN.SH

14.12.2018 Wattwandern, Winter Das Naturerlebnisprogramm der betreuenden Naturschutzverbände und der Nationalpark-Wattführerinnen und –wattführer zeigt, dass der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer auch im Winter viel zu bieten hat – für Gäste und Einheimische, die jetzt endlich mal Zeit finden. mehr »

Eckehard Bockwoldt vor dem gläsernen Pottwalkopf im Multimar Wattforum | © Claußen / LKN.SH

12.12.2018 Die Schallerzeugung der Pottwale ist ein komplexer physiologischer Vorgang. Das Modell, das dieses Naturphänomen verstehbar macht, ist das letzte Ausstellungsobjekt, das der Ausstellungsmacher des Multimar Wattforums Eckehard Bockwoldt mit seinem Ruhestand am 14. Dezember fertigstellt. mehr »