07.11.2018

Überraschender Fund

©Dörte Nielsen

Ein Meerestier, schwimmend in einem Priel im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer – daran ist nichts Überraschendes. An diesem Fund allerdings sehr wohl, handelt es sich doch um den Kaisergranat, gesichtet in St. Peter-Ording und damit um den ersten bekannten Lebendfund dieser Art an einem Strand in Schleswig-Holstein. Entdeckt wurde das Krebstier vor wenigen Tagen von der Rantrumerin Christina König bei einem Spaziergang, gleich fotografiert von ihrer Begleiterin Dörte Nielsen und zweifelsfrei identifiziert von dem Biologen Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer, dem Initiator des „BeachExplorers“.

Auf diesem Webportal sind auch die räumlich nächstgelegenen Sichtungen dieser dem Hummer verwandten Art vermerkt, sie stammen aus Ostfriesland und Dänemark. Der im Mittelmeer, im Nordatlantik und der Nordsee beheimatete Kaisergranat komme hierzulande kaum vor, weil er nur höchstens 18 Grad Wassertemperatur verträgt, so Borcherding – und im flachen Wattenmeer wird das Wasser im Sommer deutlich wärmer.

„Die bis zu 24 Zentimeter großen, zur Ordnung der Zehnfußkrebse gehörenden Tiere leben in eher tiefen Bereichen am und im Meeresboden in Gängen und kleinen Höhlen – und sie mögen es gern schlickig“, erläutert die Biologin Ulrike Schückel aus der Nationalparkverwaltung. Bei Gourmets ist der Kaisergranat (französich: Langoustine) übrigens äußerst beliebt und in südlichen Gefilden entsprechend intensiv befischt.

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Schneeammern. Foto: Michael Hillmann

Zu den Wintergästen im Wattenmeer gehören auch die Schneeammern, die im Spülsaum, am Strand oder auch am Deichfuß, emsig nach Samen von Salzwiesenpflanzen suchen. Sie brauchen viel Ruhe zum Fressen, um im Frühjahr den Rückflug in ihre arktischen Brutgebiete zu schaffen. Durch Stressfaktoren wie das Feuerwerk zum Jahreswechsel werden ihre lebensnotwenigen Energiereserven unnötig aufgezehrt. Foto: Michael Hillmann

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