Vogelgrippe an der Schleswig-Holsteinischen Westküste

Tote Nonnengans | © Brunckhorst / LKN.SH

Seit Ende Oktober 2020 sterben an der Schleswig-Holsteinischen Westküste ungewöhnlich viele Wildvögel. Ursache ist die hochpathogene aviäre Influenza, auch Geflügelpest oder Vogelgrippe genannt. Es ist eine durch Viren verursachte, anzeige- und bekämpfungspflichtige Tierseuche, die bei gehaltenen Vögeln und Wildvögeln nach teilweise schweren Erkrankungserscheinungen zu massenhaftem Verenden führen kann.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat als nationales Referenzlabor für Geflügelpest die Geflügelpesterreger des Subtyps H5N8 und H5N5 nachgewiesen. Für den Menschen sind diese Viren nicht gefährlich: Nach Einschätzung des FLI gibt es derzeit keine Hinweise, dass diese Subtypen auf den Menschen übertragen werden können. 

Weil die Vogelgrippe in vielen Teilen Schleswig-Holstein nachgewiesen wurde und auch kleine Hühnerhöfe betroffen waren, hat der Umweltminister am 10. November eine landesweite Stallpflicht angeordnet. Die Übertragung auf weitere Geflügelhaltungen soll so verhindert werden.

Folgend der aktuelle Stand (26.11.20) in Sachen Vogelgrippe:

  • Die Gesamtzahl der Funde toter/moribunder Vögel liegt aktuell bei 10198.
  • Die Fundzahlen in den letzten drei Tagen sind deutlich niedriger als in den vorherigen Wochen
  • In einem Geflügelbestand im Neufelderkoog, Dithmarschen wurde die Geflügelpest nachgewiesen. Der Bestand (ca. 630 Tiere) musste gekeult werden. Der Kreis hat per Allgemeinverfügung einen Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet eingerichtet (Link) .

Übersicht über die Anzahl der täglichen Verdachtsfunde an der Westküste:

Die Verbreitung des Virus erfolgt durch Kot und andere Ausscheidungen der Tiere. Greifvögel, Möwen, Rabenvögel und andere Tiere fressen an den Kadavern der gestorbenen Vögel, wodurch das Virus ebenfalls übertragen wird. Um dies zu unterbinden, sammeln Nationalparkranger und weitere Mitarbeiter*innen des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN.SH) die Kadaver schnellstmöglich ein. Sie tragen dabei eine Schutzausrüstung, um sich vor Krankheitskeimen aller Art zu schützen. Die toten Tiere werden fachgerecht in einer Tierkörperverwertungseinrichtung entsorgt.

Wenn Sie einen toten oder sterbenden Vogel finden, berühren Sie ihn bitte nicht, und wenn er noch lebt, stören Sie ihn nicht. Wenn Sie einen Hund haben, halten Sie ihn von dem Vogel fern und angeleint. Lassen Sie den Vogel, wo er ist. Kein Tierarzt könnte ihm helfen – lassen Sie ihn in Ruhe sterben.

Funde von verendeten wildlebenden Vögeln im Nationalpark und auf den Landesschutzdeichen können Sie an die Nationalparkverwaltung melden. Außerhalb dieser Bereiche melden Sie Funde bitte den Ordnungs- und Veterinärämtern der jeweiligen Kreise bzw. der kreisfreien Stadt.


Weitere, umfangreiche Informationen gibt es hier:

Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung
https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/Themen/Landwirtschaft/Gefluegelpest/Gefluegelpest/gefluegelpest.html

Friedrich-Loeffler-Institut
https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/