16.07.2019

Was macht eigentlich ein Seehundjäger?

Der Seehundjäger Karl-Heinz Kolle (rechts) und Armin Jeß von der Nationalparkverwaltung an einer Infobox. ©Wells/LKN.SH

Seehunde sind die wohl bekanntesten tierischen Bewohner des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Und wenn ein junger Seehund heulend allein am Strand entdeckt wird, ist die Expertise des örtlichen Seehundjägers gefragt. Aber was genau macht eigentlich ein Seehundjäger? Weil so mancher sich darüber – vielleicht schon wegen des missverständlichen Namens – ein falsches Bild macht, hat die Nationalparkverwaltung mobile Informationseinheiten in Auftrag gegeben, die am Dienstag (16.) in Tönning der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

Wo kann ich Seehunde und Kegelrobben beobachten? Wie verhalte ich mich richtig? Wer ist zuständig? Die interaktiven Infoboxen beantworten diese und viele andere Fragen zu den beiden Robbenarten: zur Arbeit der Seehundjäger, zum Leben und zur Biologie, zum Schutz der Meeressäuger sowie dazu, was konkret im Lande für diesen Schutz getan wird. Und da kommt den rund 50 Seehundjägern, in einem Netzwerk mit der Nationalparkverwaltung, der Seehundstation Friedrichskoog und den im Nationalpark tätigen Naturschutzverbänden, eine tragende Rolle zu.

Denn wenn ein vermeintlich hilfloses Tier entdeckt wird, ist es meist der örtliche Seehundjäger, der, entweder von den Findern selbst oder von den verständigten Behörden gerufen, als erster vor Ort ist, um die Situation sachkundig einzuschätzen: Ist die Robbe krank, verletzt oder geschwächt – oder braucht sie einfach, zum Beispiel durch einen Sturm vom Muttertier getrennt, ein wenig Ruhe? Nicht immer ist ein Eingreifen des Menschen erforderlich – auch wenn ein kleiner Seehund noch so jämmerlich ruft. Diese Laute haben mutterlosen Jungen den Namen „Heuler“ eingebracht. Gerade dieses Heulen jedoch soll der Mutter den Weg zum „verloren gegangenen“ Nachwuchs weisen.

Die Seehundjäger hatten sich mehr Aufklärung der Öffentlichkeit über ihre Aufgaben gewünscht, und dafür sind die Nationalpark-Informationseinrichtungen entlang der Westküste die richtige Adresse. Standorte für die neuen  Infoboxen sind das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum in Tönning, zehn Nationalpark-Häuser sowie die Eidum Vogelkoje des Hegerings Sylt; eine weitere „wandernde“ Einheit steht für die Nutzung bei Messen bereit. Die Inhalte wurden in der Nationalparkverwaltung in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern erarbeitet, die Kosten für die Erstellung hat die Naturschutzabteilung im schleswig-holsteinische Umweltministerium übernommen.

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