29.05.2018

Wurfzeit der Seehunde beginnt

Ein Heuler im Nationalpark Wattenmeer. ©Stock/LKN.SH

Bei den Seehunden im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer steht der Nachwuchs an: Die Wurfsaison beginnt in diesen Tagen. Die Hauptgeburtszeit liegt zwischen Anfang Juni und Mitte Juli. Bereits am 10.Mai sei der erste Heuler, „Primus“, als nur wenige Tage altes Tier von Seehundjäger Michael Janßen auf der Helgoländer Düne geborgen und zur Aufzucht an die Mitarbeiter der Seehundstation Friedrichskoog übergeben worden, teilte die Leiterin der Station Tanja Rosenberger am Dienstag (29.Mai) mit.

„Heuler“ werden die vermeintlich mutterlosen Jungtiere wegen ihres Rufens nach dem Muttertier genannt: „Das kann herzzerreißend klingen, ist aber nichts anderes als ein normaler Kontaktlaut“, erläutert der Seehundexperte der Nationalparkverwaltung Armin Jeß. Von Menschen, die einem solchen Heuler begegnen, ist jetzt richtiges und rücksichtsvolles Verhalten gefragt. Das heißt vor allem: das Tier auf keinen Fall anfassen, Hunde von ihm fernhalten – und selbst auf Abstand bleiben, damit das Muttertier sich ungestört nähern kann. Denn  wurden beide, zum Beispiel während der Nahrungssuche der Mutter oder durch die Strömung, vorübergehend voneinander getrennt. Das Heulen dient dann der Kontaktaufnahme und Wiedererkennung zwischen ihnen.

Es gibt jedoch auch Fälle, in denen ein kleiner Seehund wirklich menschliche Hilfe benötigt. Beurteilen können dies jedoch nur Fachleute, also die im Nationalpark tätigen Seehundjäger (die längst zu Seehundhegern geworden sind). Im Falle eines Heulerfundes sollte darum, wenn bekannt, umgehend der zuständige Seehundjäger, ansonsten die örtlichen Naturschutzverbände, die Seehundstation oder die Polizei informiert werden. Der Seehundjäger veranlasst gegebenenfalls auch den Transport nach Friedrichskoog.

Der Seehundbestand ist in den vergangenen Jahren gewachsen, ebenso wie die Zahl der Geburten im schleswig-holsteinischen Wattenmeer. Entsprechend wurden stetig mehr Jungtiere in der Seehundstation aufgenommen, 2017 waren es 304. Auf die bevorstehende Heulersaison ist die Friedrichskooger Einrichtung nach den Worten ihrer Leiterin gut gerüstet. „Die letzten neuen Schieber im Aufzuchtbereich wurden gerade eingebaut, die anderen vorbereitenden Arbeiten sind abgeschlossen“, berichtet Rosenberger.

Und „Primus“, der inzwischen schon kleine Fische frisst, solle voraussichtlich am morgigen Mittwoch (30.) zur 11-Uhr-Fütterung  aus der Quarantäne in den Aufzuchtbereich umziehen. Er werde sich das Aufzuchtbecken mit „Primel“ teilen, die am 15. Mai auf Pellworm gefunden wurde. Beim Umzug werden die beiden Heuler zunächst gewogen und anschließend gefüttert.

Das könnte Sie auch interessieren

Teilnehmende des Junior Ranger Assistentencamps 2020 in Harlesiel. Foto. M. Abis
07.08.2020 Junior Ranger Wenn Junior Ranger den Kindesbeinen ein wenig entwachsen sind, wollen sie sich immer weiter qualifizieren. Dazu gehört, selber Team-Camps professionell organisieren zu können. Zum "Junior Ranger Assistenten-Camp 2020" trafen sich Jugendliche aus ganz Deutschland in Harlesiel. mehr »
Buchcover "Nah dran. Fahrtziel Natur".  Bild: Bachem Verlag

Buchcover "Nah dran. Fahrtziel Natur". Bild: Bachem Verlag

05.08.2020 Fahrtziel Natur Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist eines von 22 „Fahrtzielen Natur“. In einem neuen Buch werden Menschen präsentiert, die sich in den Schutzgebieten für den Erhalt der Natur in ihrer Region einsetzen. mehr »
Die Umweltpraktikantinnen Amelie Berg (links) und Sophia Warmers. Foto: WattWelten

Die Umweltpraktikantinnen Amelie Berg (links) und Sophia Warmers. Foto: WattWelten

04.08.2020 Umweltpraktikum Trotz Corona-Pandemie konnten in diesem Jahr fünf Praktikant:innen das von der Commerzbank gesponserte Umweltpraktikum in den Einrichtungen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer antreten und dabei wertvolle Erfahrungen sammeln. mehr »
Das Ranger:innen-Team des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Foto: Lukas Lehmann

Das Ranger:innen-Team des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Foto: Lukas Lehmann

28.07.2020 Ranger Der jährlich am 31. Juli begangene Weltrangertag soll die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung, Herausforderungen und Gefahren der Rangerarbeit lenken. Gerade deshalb findet er auch in diesem Jahr, trotz Corona, statt. Denn viele Rangerinnen und Ranger sind in diesen Zeiten einer erhöhten Belastung ausgesetzt. mehr »
Biosphärenkonzert auf dem Gulfhof Friedrichsgroden. Foto: Marlene Dreisörner

Biosphärenkonzert auf dem Gulfhof Friedrichsgroden. Foto: Marlene Dreisörner

23.07.2020 Biosphärenreservat Von Juli bis September bietet die Konzertreihe auf dem Gulfhof Friedrichsgroden musikalische und kulinarische Sinneserlebnisse aus der Region. mehr »