18.04.2013

Erstes Treffen von europäischen marinen Welterbestätten – engere Kooperation vereinbart

Die Beispiele aus den verschiedenen europäischen Regionen von Schweden über Finnland, England und Schottland haben gezeigt, dass das Potential des Weltnaturerbes für den Naturschutz, die kulturelle Identität und die regionale Wirtschaft sehr groß ist.

Vom 15. bis 17. April 2013 tagten in der Nationalparkverwaltung in Tönning 25 Experten aus vier europäischen marinen Weltnaturerbestätten, um die Zusammenarbeit zu verstärken. „Dieses erste Treffen war ein großer Erfolg und wird zu einer engeren Kooperation führen“, erklärte Jens Enemark, der Leiter des Gemeinsamen Wattenmeersekretariates. „Wir wollen ein gemeinsames Projekt auf die Beine stellen, dass das Weltnaturerbe als Katalysator für eine nachhaltige regionale Entwicklung und den Schutz der Natur stärkt. Damit nehmen wir die globale Verantwortung wahr, die sich aus der Ernennung zum Weltnaturerbe ergibt.“

Die Teilnehmer aus Schweden (High Coast), Finnland (Kvarken), England (Jurassic Coast) und Schottland (St. Kilda) sowie aus den Niederlanden, Dänemark und Deutschland (Wattenmeer) tauschten ihre Erfahrungen aus. Die Welterbestätten haben sehr positive Erfahrungen gesammelt bei der Bewerbung ihrer Naturschätze weltweit und vor Ort, bei der Umweltbildung und der Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus. Die Beispiele aus den verschiedenen europäischen Regionen von Schweden über Finnland, England und Schottland haben gezeigt, dass das Potential des Weltnaturerbes für den Naturschutz, die kulturelle Identität und die regionale Wirtschaft sehr groß ist. Sie haben auch bestätigt, dass die Wattenmeer-Zusammenarbeit mit ihren länderübergreifenden Projekten und Aktivitäten zum Weltnaturerbe auf dem richtigen Weg ist.

Da das deutsch-niederländische Wattenmeer erst im Juni 2009 von der UNESCO anerkannt wurde, war es das „jüngste“ Weltnaturerbe auf dieser Tagung. „Deshalb war es für uns eine ganz besondere Ehre, hier im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer die Gastgeber für das erste europaweite Treffen der marinen Weltnaturerbestätten zu sein“, betonte Dr. Christiane Gätje von der Nationalparkverwaltung. „Hier haben wir ausgezeichnete und praxisorientierte Impulse für unsere Arbeit erhalten, zum Beispiel für die verbesserte Nutzung von umweltfreundlicher Anreise und Mobilität und für die Entwicklung von touristischen Angeboten mit direktem Bezug zum Weltnaturerbe.“ Auf dem Workshop wurde auch diskutiert, wie die ökologischen und geologischen Besonderheiten der Stätten den Besuchern noch besser vermittelt werden können.

Das Treffen wurde in Zusammenarbeit mit dem UNESCO Welterbezentrum in Paris durchgeführt und vom Gemeinsamen Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven und der Nationalparkverwaltung Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer im Rahmen des Interreg IVB Projektes PROWAD organisiert. Die Teilnehmer erhielten auch vor Ort einen Eindruck vom Weltnaturerbe und Nationalpark Wattenmeer, besuchten St. Peter-Ording und die Hallig Hooge.  Im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum erfuhren sie außerdem, wie das deutsch-niederländische Weltnaturerbe Wattenmeer den Gästen interaktiv und multimedial vermittelt wird.

Von insgesamt 962 Welterbestätten sind 46 marine Welterbestätten ausgewiesen, davon sieben in Europa. Im Rahmen des marinen Programmes der UNESCO arbeiten diese Stätten eng zum Schutz und Management ihrer Gebiete zusammen (http://whc.unesco.org/en/marine-programme).

Mehr Information rund ums Weltnaturerbe Wattenmeer ist unter www.wattenmeer-weltnaturerbe.de zu finden.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Richel in den Niederlanden beherbergt die weitaus größte Kinderstube der Kegelrobben in der Wattenmeerregion. Jungtiere sind als weiße Punkte zu erkennen. Ausgewachsene Kegelrobben und ältere Jungtiere sind dunkler. Das Foto steht zur kostenlosen Nutzung im Rahmen der Berichterstattung zu der Kegelrobbenzählung 2018 bereit. | Foto: © S. Brasseur

16.07.2018 Die Zahl der Kegelrobben in der Wattenmeerregion wächst seit über einem Jahrzehnt stetig an – allein im letzten Jahr um 13%. Demnach haben sich die Bestände seit der Rückkehr der Kegelrobben ins Wattenmeer erfolgreich stabilisiert. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 6.144 Kegelrobben in dänischen, deutschen und niederländischen Gewässern des Welterbes erfasst. mehr »
Küstenseeschwalbe im Flug mit Beute. Foto: S. Pfützke / green-lens.de

Küstenseeschwalbe mit Beute. Foto: S. Pfützke / green-lens.de

13.07.2018 Zugvogeltage, Zugvögel, Küstenseeschwalbe Der Juli-Beitrag unseres Zugvogeltage-Countdowns widmet sich der Küstenseeschwalbe, deren Flugleistung alle Rekorde in den Schatten stellt. mehr »
06.07.2018 Kompensation Anfang Juli startet der Übertragungsnetzbetreiber TenneT mit einer Reihe von Renaturierungsprojekten auf der Insel Borkum und in deren Umgebung. Dabei geht es auch um die Entfernung von Resten anthropogener Strukturen aus Zeiten früherer Nutzungen. mehr »
12.07.2018 Wadden Sea Day Sediment dynamics in the Wadden Sea: natural forces – human impacts, 30 August 2018, Wilhelmshaven mehr »
Nachwuchsfilmerinnen beim Außendreh im Nationalpark Wattenmeer © von Meltzer/LKN.SH

Nachwuchsfilmerinnen beim Außendreh im Nationalpark Wattenmeer | © von Meltzer/LKN.SH

11.07.2018 Naturfilm, Jugend, Multimar Wattforum „Film ab im Wattenmeer!“ heißt es zurzeit im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum: Das GREEN SCREEN Jugendfilmcamp ist in die dritte Runde gegangen. mehr »