Niedersachsen

Arten- und Lebensraumschutz auf Grünlandflächen im Grohdepolder Norderney

Sicherung und Entwicklung der Arten und Lebensraumtypen des Grünlandes im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer SiGNal 2.0 (2025-2028)

Dem Grünland der Ostfriesischen Inseln kommt eine sehr hohe Bedeutung für seltene, bestandsbedrohte Lebensraumtypen und Arten zu. Viele der für diese Lebensräume typischen Arten sind wertbestimmend für das Vogelschutzgebiet V01 bzw. prioritäre oder höchst prioritäre Arten gemäß der Naturschutzstrategie des Landes Niedersachsen. Zu nennen sind (Leit-) Arten wie Uferschnepfe, Rotschenkel und Kiebitz sowie (mageres) Nassgrünland, binsen- und seggenreiche Flutrasen mit größeren Vorkommen stark gefährdeter Pflanzenarten (insbesondere Dactylorhiza maculata und D. praetermissa) sowie weiterer seltener gefährdeter Pflanzenarten. Neben der Bedeutung der Vorkommen dieser Arten und Lebensgemeinschaften für den Nationalpark selbst, kommt ihnen vielfach auch aus landesweiter Sicht eine zum Teil herausragende Bedeutung zu.

Der Erhalt dieses besonderen Lebensraums mit dem für ihn typischen Arten ist von einer extensiven Bewirtschaftung abhängig. Nur ein guter Pflegezustand der Flächen ohne hohen und dichten Aufwuchs z.B. mit Binsen gewährleistet, dass die Flächen als Brutgebiet für zahlreiche Wiesenvögel, sowie als Nahrungs- und Rastgebiet für Gastvögel erhalten bleibt.

Im Rahmen des ELER-Programms Niedersachsen und Bremen werden, auf Grundlage der EU-Verordnung (EU) Nr. 2021/2115 durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) im Förderkonzept KLARA (Klima, Landwirtschaft, Artenvielfalt und Regionale Akteur:innen), Vorhaben mit Ziel der Erhaltung, Entwicklung und Wiederherstellung von Lebensräumen und Arten der ländlichen Landschaften, sowie die Eindämmung und Umkehrung des Verlustes an biologischer Vielfalt und die Verbesserung von Ökosystemleistungen (Fördermaßnahme BiolV) durch die europäische Union und die Länder Niedersachsen und Bremen finanziell gefördert.

Die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer setzt von 2025 bis 2029 mit dieser Förderung in Höhe von 201.588,00 € das Vorhaben „Sicherung und Entwicklung der Arten und Lebensraumtypen des Grünlandes im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ (SiGNal 2.0) um. Aufbauend auf dem Vorgängerprojekt SiGNal wird mit dieser Förderung die Nachpflege des Grünlandes im Grohdepolder auf Norderney fortgesetzt.

Ziel der Maßnahme ist die Optimierung als Wiesenbrüterlebensraum, um die Brutpaarzahlen und Aufzuchterfolge der Zielarten, insbesondere der Uferschnepfe, zu erhöhen. Damit dient das Vorhaben der Zielerreichung nach der Niedersächsischen Strategie zum Arten und Biotopschutz der beiden höchst prioritären Arten Uferschnepfe und Kiebitz. Dies erfolgt durch eine gezielte Mahd im Winter zur Bestandskontrolle von Binsen, insbesondere der Flatterbinse (Juncus effusus). Die Zurückdrängung der Binsen soll zudem die Qualität des Grünlandes als Basis für die Ernährung des Weideviehs verbessern, um so die langfristige Pflegebewirtschaftung durch die lokalen Landwirte und damit den Erhalt und die Entwicklung der Flächen als Wiesenvogellebensraum zu sichern. Weiteres Ziel ist die Förderung dieses mesophilen Grünlandes, annähernd LRT 6510 Magere Flachlandmähwiesen, und standorttypischen Gefäßpflanzen wie Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus), Großblütiger Klappertopf (Rhinanthus angustifolius), Gewöhnliche Natternzunge (Ophioglossum vulgatum) sowie anderen Rote Liste Arten wie die Borstige Schuppensimse (Isolepis setacae) und das Sumpf-Veilchen (Viola palustris).

Zielarten und -biotope

  • Brutvögel: Uferschnepfe, Kiebitz, Rotschenkel u. a.
  • Gastvögel: Nonnengans, Spieß-, Pfeifente, Goldregenpfeifer u. a.
  • Pflanzenarten: Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus), Großblütiger Klappertopf (Rhinanthus angustifolius), Borstige Schuppensimse (Isolepis setacae), Sumpf-Veilchen (Viola palustris), Natternzunge (Ophioglossum vulgatum) u.a.
  • Biotope: Mesophiles Grünland (GM) im Mosaik mit Feucht- und Nassgrünland (GN, GF) und weiteren Bestandteilen schutzwürdigen Dauergrünlands (GE)

Neben SiGNal 2.0 finden im Grohdepolder weitere Projekte und Maßnahmen zur Entwicklung und zum Schutz des Grünlandes und seiner Arten statt, wie der Regenwasserrückhalt im Frühjahr zur Verbesserung der Nahrungssituation für Jungvögel, ein intensives Brutvogelmonitoring.

Projekt-Details

  • Name

    Sicherung und Entwicklung der Arten und Lebensraumtypen des Grünlandes im Nationalpark (SiGNal 2.0)

  • Laufzeit

    2025 bis 2029

  • Projektziel

    Ziel der Maßnahme ist die Optimierung als Wiesenbrüterlebensraum, um die Brutpaarzahlen und Aufzuchterfolge der Zielarten, insbesondere der Uferschnepfe, zu erhöhen. Damit dient das Vorhaben der Zielerreichung nach der Niedersächsischen Strategie zum Arten und Biotopschutz der beiden höchst prioritären Arten Uferschnepfe und Kiebitz.

Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz

Dieses Projekt ist Teil des bundesweiten Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) im Handlungsfeld Meere und Küsten, durch das die Bundesregierung rund 20 Projekte entlang der Küsten von Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern und in küstenferneren Bereichen der deutschen Nord- und Ostsee fördert.

Logo des Bundesumweltministeriums zum Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz

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