Niedersachsen

BioIV/ Klara Förderprojekt “Prädationsmanagment auf den Ostfriesischen Inseln”

Inseln sind wichtige Rückzugsräume für bodenbrütende Vogelarten, da diese natürlicherweise frei von Raubsäugern sind. Es wurde angenommen, dass die Teilpopulationen der Küstenvögel auf den Ostfriesischen Inseln im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer die, unter anderem durch Prädation bedingten, Bestandsverluste auf dem Festland ausgleichen können.

Untersuchungen der Nationalparkverwaltung zum Schlupferfolg bodenbrütender Limikolen auf den Inseln haben jedoch ergeben, dass der Prädationsdruck ebenfalls als hoch einzustufen ist und dass von eingewanderten bzw. eingeschleppten – jedenfalls nicht autochthonen – Raubsäugern starke Gefährdungen der Populationen wertbestimmender Brutvogelarten des EU-Vogelschutzgebietes „Niedersächsisches Wattenmeer und angrenzendes Küstenmeer“ ausgehen.

Aus diesem Grund hat sich die Nationalparkverwaltung entschieden, auf Borkum, Norderney, Langeoog und Wangerooge die Bestände von Säugetier-Prädatoren zu regulieren. Das Prädationsmanagement dient der Verbesserung der Reproduktionsräume für bodenbrütende Vogelarten und somit der Erreichung bzw. dem Erhalt eines günstigen Erhaltungszustandes für das EU-Vogelschutzgebiet.

Die Nationalparkverwaltung setzt seit 2008 ein Prädationsmanagement zur Kontrolle eingeschleppter Beutegreifer auf den Inseln um. Mit Hilfe des BiolV/Klara Förderprojektes „Prädationsmanagement auf den Ostfriesischen Inseln“ wird eine Fortsetzung der Maßnahmen bis 2028 erreicht. Das Vorhaben ermöglicht es, in der Fläche des Nationalparks Schutz- und Erhaltungsziele umzusetzen, die aus dem Managementplan des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer abgeleitet sind.

Für eine Erfolgskontrolle des Prädationsmanagements werden im Rahmen des Vorhabens brutbiologische Daten zum Schlupf- und Bruterfolg von Brutvogel-Zielarten erfasst (Bruterfolgsmonitoring). Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die weitere Umsetzung, Bewertung und Optimierung von Maßnahmen zum Prädationsmanagement. Die Erfolgskontrolle hat dabei unter anderem zum Ziel, die Effizienz der durchgeführten Teilmaßnahmen zu bewerten, um den langfristig notwendigen Umfang zu definieren. Auf dieser Grundlage werden die Maßnahmen zum Prädationsmanagement in den Gebieten an den Projektfortschritt und die sich ändernden Rahmenbedingungen bedarfsweise angepasst. Die Anpassungen erfolgen zum Beispiel durch eine Anpassung der Intensität der Maßnahmen oder durch einen geänderten Zuschnitt des Maßnahmenraumes. Die Anpassungen der Maßnahmenumsetzung werden in der Regel jedes Jahr notwendig.

Das geförderte Vorhaben gewährleistet eine konsistente Fortführung des langjährigen Bruterfolgsmonitorings der Nationalparkverwaltung auf den Inseln Borkum, Norderney, Langeoog und Wangerooge. Zielarten des beantragten Bruterfolgsmonitorings sind Uferschnepfe, Kiebitz, Austernfischer und Säbelschnäbler. Sie sind für den Nationalpark charakteristisch und wertbestimmend.

Insgesamt fördert das Projekt eine Vielzahl von Vogelarten im Nationalpark, deren Erhaltungszustand auf nationaler und landesweiter Ebene als schlecht bzw. ungünstig zu bewerten ist (unter anderem Sand- und Seeregenpfeifer, Uferschnepfe, Kiebitz, Brachvogel). Für diese Brutvogelarten besteht ein besonderer Handlungsbedarf zur Verbesserung der ungünstigen bzw. – wo vorhanden – zur Sicherung guter Erhaltungszustände. Das Vorhaben dient der Erreichung der Ziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt 2030 zur Umsetzung der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 in Deutschland.

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