Schleswig-Holstein

Jung, wild und dynamisch

Rückblick und Zusammenfassung des Themenjahrs 2025, mit dem der 40. Geburtstag des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer gefeiert wurde.

Im Gründungsjahr 1985 war der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer der erst dritte in ganz Deutschland. Das Wattenmeer ist, erdgeschichtlich gesehen, relativ jung. Auf 4.380 km² Nationalparkfläche wird eines der letzten Wildnisgebiete Mitteleuropas geschützt, welches von einer einzigartigen Dynamik geprägt ist. So erklärt sich das Motto des Jubiläumsjahres (und Titel dieses Artikels), das in der kompletten Nationalpark-Region über das ganze Jahr 2025 mit einem vielfältigen Veranstaltungsangebot gefeiert wurde.

Auf dem offiziellen Festakt am 30. September 2025 würdigten Ministerpräsident Daniel Günther und Umweltminister Tobias Goldschmidt die Entwicklung des Nationalparks seit den 80er Jahren. Was einst als eine umstrittene Idee begann, sei heute „ein echtes Juwel und Aushängeschild für Schleswig-Holstein“, so Günther. Der Nationalpark sei nicht vollendet, darauf verwies Goldschmidt: „Für einige Nutzungskonflikte und die Herausforderungen der Klimakrise für die Wattenmeernatur müssen noch Lösungen gefunden werden“. Und daran wollen wir alle, die wir Akteur*innen des Nationalparks sind, gemeinschaftlich und entschlossen arbeiten. Auf dass es in beim nächsten runden Geburtstag wieder etwas zu feiern gibt!

Bunter Geburtstagsstrauß an Terminen

Möglich wurde diese breite Angebotspalette “40+ Nationalpark-Erlebnisse” durch das starke Netzwerk von fast 200 Nationalpark-Partnern aus den verschiedensten Bereichen des nachhaltigen Tourismus. Geführte Touren zu Fuß, mit dem Rad oder auch per Schiff, Salzwiesen, Vogelkunde und Historisches – für alle war das Passende dabei. Auch die jährlichen Multiplikator*innen-Schulungen und -Seminare der Nationalparkverwaltung standen unter dem Geburtstagsmotto und beleuchteten die Geschichte des Nationalparks und dessen Zukunft.

Vier Jahrzehnte – ein guter Anlass, den Blick genauer auf Erreichtes und Geplantes zu werfen. Was sind die Errungenschaften der Aktiven im Nationalpark, was wurde schon geschafft und welche Herausforderungen stehen in naher Zukunft an?Fachbereichsübergreifend stellte die Nationalparkverwaltung 40 Erfolge und zehn Herausforderungen zusammen. Nicht chronologisch, aber thematisch sortiert: Es geht um die Bedeutung des Nationalpark vor Ort und in der Welt, um Kompetenz und Engagement, um kooperativen Naturschutz, um das partnerschaftliche Netzwerk und um Wissenstransfer und Information. 40 Erfolge, das sind ebenso viele Gründe zur Freude, wie zur Motivation weiterzumachen!

Mitfeiern? Kein Problem!

Während der Jahreshighlights, wie dem Jahrestreffen der Nationalpark-Partner, der Eröffnung der Ringelganstage, dem HAEDI-Festival oder dem Sommerfest des Nationalpark-Zentrums Multimar Wattforum wurde das runde Jubiläum gewürdigt.
Anfang März kamen die Nationalpark-Leiter*innen aus ganz Deutschland zum alljährlichen Austausch in Schleswig-Holstein zusammen und sprachen ihre Glückwünsche aus.

Auf einer exklusiven Geburtstags-Radtour im Juni besuchte die von Nationalpark-Leiter Michael Kruse geführte Gruppe verschiedene Orte am Nationalpark. Dabei „erfuhren“ die Mitradelnden viel Wissenswertes über Flora und Fauna des Nationalparks.

Weitere Geburtstage und ein Gewinnspiel

Die Husumer Filmtage feierten 2025 ebenfalls ihr 40jähriges Jubiläum und luden unseren Nationalpark ein, sich während der Filmtage im Husumer Kino zu präsentieren. Und so wurden beim Green Screen Abend die Besucherinnen und Besucher schon im Foyer mit einem Infostand begrüßt, während im Saal der Nationalpark-Kurzfilm auf die zwei Gewinnerfilme des Festivals einstimmte.

Im August feierte auch die Seehundstation Friedrichskoog, die einzige vom Land zugelassene Robben-Aufnahmestelle, ihr 40jähriges Bestehen. Staatssekretärin Katja Günther und Dithmarschens Landrat Thorben Schütt begrüßten und gratulierten auf dem offiziellen Festakt am 5. August, bei dem auch Nationalparkleiter Michael Kruse und das Nationalpark-Infomobil zugegen waren.

Das Infomobil war mit eigens entworfener Geburtstagsparty-Dekoration auf vielen Festen und Veranstaltungen im ganzen Land unterwegs. Und mit ihm immer auch engagierte Ranger*innen, Freiwilligendienstler*innen und Kolleg*innen aus der Nationalparkverwaltung. An Bord außerdem: Ein großes Glas, gefüllt mit Strandschnecken und der Aufforderung zu schätzen, wie viele es sind. Ein Pendant stand im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum. Die Teilnahme an diesem Gewinnspiel war überwältigend – die Sach- und Erlebnispreise, die durch Nationalpark-Partner gesponsert wurden, ebenfalls.

Verbunden in der Region

Eine gemeinsame Sitzung der Nationalpark-Kuratorien Dithmarschen und Nordfriesland demonstrierte die regionale Verbundenheit des Nationalparks in den Landkreisen. Diese besondere Verbindung von Natur und Region würdigte auch Umweltminister Tobias Goldschmidt, der an der Sitzung teilnahm: Dank des Einsatzes vieler Engagierter genieße der Nationalpark heute hohe Akzeptanz und sei zu einem Weltvorbild für Naturschutz und regionale Zusammenarbeit geworden.

Ein besonderer Höhepunkt der Feierlichkeiten war die Watt-Wette in Büsum. Und die ging so: Wetten, dass die Gemeinde Büsum es nicht schafft, gemeinsam mit 40 schleswig-holsteinischen Politiker*innen in Büsum dem Nationalpark ein Geburtstagslied zu singen!? So wettete die Nationalparkverwaltung am 14. Juli 2025 gegen die Gemeinde Büsum, einem Nationalpark-Partner der ersten Stunde. Und diese große Nationalpark-Wette ging für die Nationalparkverwaltung eindeutig verloren – zum Glück! Denn der Wetteinsatz war ein Gutschein über 1.000 Euro für die Nationalpark-Schule „Schule am Meer“ aus Büsum, der somit nach dem Geburtstagsständchen überreicht wurde. Mit Umweltminister Tobias Goldschmidt brachte Büsums Bürgermeister Oliver Kumbartzky genau 50 Politiker*innen aus allen Ebenen ins Watt. Acht Watt-Erlebnisstationen, organisiert von Kinder der Nationalpark-Schule, sorgten für ein lebhaftes und lustiges Begleitprogramm.

Vier Jahrzehnte Nationalpark =
vier Jahrzehnte Forschung

Vier Jahrzehnte Nationalpark bedeuten auch vier Jahrzehnte Forschung und Wissenschaft in diesem Gebiet. Seit 1985 ist ein breit gefächertes, ökosystembasiertes, standardisiertes, naturwissenschaftliches Langzeit-Monitoring entwickelt worden. Dies wurde auf der Fortbildungsveranstaltung „Monitoring im Nationalpark Wattenmeer – 40 Jahre der Natur auf der Spur“ im Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume in Flintbek gewürdigt.

Mediale Begleitung und eine Challenge

Neben all diesen bunten, informativen, unterhaltsamen und festlichen Veranstaltungen war auch das mediale Interesse am 40jährigen Bestehen des Nationalpark enorm groß. Zahlreiche Berichterstattung über oder direkt von Veranstaltungen, thematische Beiträge in Funk und Fernsehen sowie verschiedene Beiträge in Podcasts machten das Geburtstagsjahr auch für jene erlebbar, die nicht vor Ort sein konnten.

Und dann gab es da noch eine interne Challenge, der sich die Nationalparkverwaltung stellte: Lässt sich ein informativer Kurztext zum Nationalpark in 40 Sprachen übersetzen? Ganz ohne KI? Die feierliche Antwort lautet: Ja! Dank vieler Freund*innen des Wattenmeeres gelang es, die Herausforderung zu bestehen. Das Ergebnis: grundlegende Informationen über den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer stehen nun in teils nur noch wenig gesprochenen Sprachen bereit, authentisch übersetzt von Menschen, die eine Beziehung zum Wattenmeer haben. Was für ein schöner Beitrag für Weltoffenheit, Verständigung und Freundschaft! „Wir sind stolz und freuen uns darüber, was in Gemeinschaftsarbeit über vier Jahrzehnte geleistet wurde – und packen zukünftige Herausforderungen unverzagt und frohen Mutes an!“

3 Männer mit dem Logo des Nationalpark-Jubiläums in der Hand.
Ministerpräsident Daniel Günther (l.) und Umweltminister Tobias Goldschmidt (r.) gratulierten dem Leiter der Nationalparkverwaltung Michael Kruse und dem gesamten Schutzgebiet während des Festaktes zum Jubiläum im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum.

© Christian Fischer / LKN.SH

Ein Ranger erklärt Gästen etwas.
Gut besuchte Führung mit Ranger Martin Kühn.

© Alexandra Schnurr / LKN.SH

Sechs Menschen stehen auf der Hallig Hooge
Staatssekretärin Katja Günther mit dem Träger der Goldenen Ringelgansfeder, Dr. Detlef Hansen (rechts), den jungen Gewinner*innen des Malwettbewerbs und dem Leiter der Nationalparkverwaltung, Michael Kruse (links) am Eröffnungstag auf Hallig Hooge.

© Anneliese Smuda / LKN.SH

Ein Seehund schwimmt im Wasser, nur der Kopf ragt heraus.
Heddies kam Ende Mai als Heuler in die Seehundstation, erhielt seinen Namen anlässlich des Geburtstags und schwimmt jetzt wieder in der Nordsee.

© Seehundstation Friedrichskoog gGmbH

Dicke, kleine, runde schwarz-graue Schnecken auf einem verwittertem Brett.
Klein, dick und zahlreich: die Strandschnecke - zentrale Figut bei der Schätzfrage zum 40. Geburtstag.

© Martin Stock / LKN.SH

Drei Personen barfuß im Watt - einer mit Megaphon, einer mit Forke.
Umweltminister Tobias Goldschmidt (Mitte) begrüßte die Kontrahenten zu ihrer Watt-Wette: Büsums Bürgermeister Oliver Kumbartzky (l.) und Nationalpark-Leiter Michael Kruse.

© Anneliese Smuda / LKN.SH

50 Personen stehen im Watt mit einer Flagge des Nationalparks Wattenmeer
50 Politiker*innen sangen dem Nationalpark im Watt vor Büsum ein Geburtstagslied, darunter Umweltminister Tobias Goldschmidt (links im vorderen Trio) und Bürgermeister Oliver Kumbartzky (m.) in Begleitung von Nationalpark-Leiter Michael Kruse (r.)

© Silke Ahlborn/ LKN.SH“

Gut gefüllter Saal mit Blick auf eine Leinwand und eine Vortragende.
Rund 90 Teilnehmende zählte die Fortbildungsveranstaltung „Monitoring im Nationalpark Wattenmeer – 40 Jahre der Natur auf der Spur“ im Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume in Flintbek.

© Alexandra Schnurr / LKN.SH