Hamburg

Kohlenstoffeinträge und -festlegung in Wattböden: Bewertung des Beitrags von Watten zum natürlichen Klimaschutz

KlimaWatt: Welche Bedeutung haben Wattböden für die langfristige Speicherung von Kohlenstoff?

Im ANK-Verbundprojekt KlimaWatt untersuchen Forschende die Potenziale von Wattböden sowie die Rolle von Plankton und Kleinstlebewesen für die Bindung von Kohlenstoff im Hamburgischen Wattenmeer.

Im Projekt KlimaWatt werden in einem Zeitraum von 2025 bis 2030 an verschiedenen Stellen im Hamburgischen Wattenmeer Stationen zur Messung der Kohlenstoff-Festlegungspotenziale etabliert. Um Erkenntnisse zu gewinnen, wie Sedimenttypen (Sand-, Misch- und Schlickwatt), Plankton- und Muschelvorkommen sich im Küstenbereich verteilen, erfolgt zudem eine Auswertung von Daten der satellitengestützten Fernerkundung. Auf dieser Grundlage untersucht das Forschungsteam die Rollen von Wattböden für die Kohlenstoffspeicherung in Abhängigkeit pelagischer und benthischer Artengruppen, die sich auf und in den marinen Sedimenten ablagern.

Durch die Ermittlung von Kohlenstoffvorräten im Sediment, Vegetationsanalysen, Messungen der Treibhausgasflüsse, sowie der Isotopenanalyse und Datierung von Sedimentkernen soll das Verständnis über die Küstenökosysteme für die Kohlenstoff-Festlegung weiterentwickelt werden.

Darüber hinaus sollen Handlungsempfehlungen für das Management des Schutzgebietes entwickelt werden.

 

Das Projekt KlimaWatt bearbeitet drei Schwerpunktthemen

  1. Bewertung des Potenzials zur Kohlenstofffestlegung in den Wattböden im Hamburgischen Wattenmeer

  2. Untersuchung des Einflusses von pelagischen und benthischen Organismen in Abhängigkeit von Biovolumen und Artenzusammensetzung auf die Kohlenstoff-Einträge in Wattböden

  3. Entwicklung von Schutzmechanismen für den Erhalt und die Förderung der natürlichen Klimaschutzfunktionen mariner Küstenökosysteme

Kontakt

Die Projektleitung liegt bei Janne Lieven, Nationalpark- und Biosphärenreservats-leiterin bei der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)

Für die Bewertung der Kohlenstoffvorräte in Wattböden, Benthos und Plankton werden Wasserproben und Sedimentkerne genommen. Die Kohlenstoffmengen in den Proben werden mittels Messungen von Treibhausgasflüssen, Isotopenanalysen und Datierung von Sedimentkernen sowie e-DNA-Analyse erfasst. Dadurch soll die Bedeutung der einzelnen Lebensräume im Kohlenstoffkreislauf des Nationalparks aufgezeigt werden.
Wattfläche bei Niedrigwasser mit typischen Wattwurm-Haufen

© Gregor Scheiffarth

Projekt-Details

  • Name

    Kohlenstoffeinträge und -festlegung in Wattböden: Bewertung des Beitrags von Watten zum natürlichen Klimaschutz (KlimaWatt)

  • Laufzeit

    1.1.2025 bis 31.3.2030

  • Partner

    Gemeinsames Projekt der Nationalparkverwaltung Hamburgisches Wattenmeer, der Wasserwirtschaft, dem Institut für Hygiene und Umwelt, der Bundesanstalt für Gewässerkunde, sowie der Universität Hamburg, Fachbereich für Angewandte Pflanzenökologie

  • Projekt-Ziel

    Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen das Verständnis über die Wattböden in Abhängigkeit pelagischer und benthischer Organismen für die Kohlenstoff-Festlegung verbessern. Zudem werden Maßnahmen für das Nationalparkmanagement, die EU Wasserrahmenricht-linie und die Meeres-strategierahmenrichtlinie entwickelt.

Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz

Dieses Projekt ist Teil des bundesweiten Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) im Handlungsfeld Meere und Küsten, durch das die Bundesregierung rund 20 Projekte entlang der Küsten von Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern und in küstenferneren Bereichen der deutschen Nord- und Ostsee fördert.

Logo des Bundesumweltministeriums zum Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz