Schleswig-Holstein

Mit Herz und Geduld fürs Halligprogramm

Peter Horstmann ist Träger der „Goldenen Ringelgansfeder“ 2026. Umweltminister Tobias Goldschmidt ehrte ihn mit dieser Auszeichnung im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Ringelganstage auf Hallig Hooge im April.

Peter Horstmann setzte sich über viele Jahre seines Berufslebens für Mensch und Natur auf den Halligen ein. Für seine Verdienste ehrte Umweltminister Tobias Goldschmidt ihn mit der „Goldenen Ringelgansfeder“.  Diese Auszeichnung wurde im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Ringelganstage auf Hallig Hooge im April 2026 überreicht.

Durch sein langjähriges Engagement hat Peter Horstmann dazu beigetragen, dass die Ringelgänse auf den Halligen einen wichtigen und geschützten Lebensraum haben.

Ende der Siebziger-, Anfang der Achtzigerjahre stieg die Population der Ringelgänse immer stärker an. Die Halligen waren im Frühjahr besonders stark vom Gänsefraß betroffen, weshalb das Land Entschädigungen festlegen sollte, erinnert sich Horstmann. Es herrschte damals eine angespannte Stimmung, da es nicht einfach war, allen gerecht zu werden. Dennoch sei er von Anfang an fasziniert gewesen von der Hallig-Welt und deren Bewohner*innen.

Das neue Halligprogramm verfolgte schließlich ab 1987 das Ziel, die Erwerbsquellen der Halligbevölkerung im Rahmen der Landschaftspflege, der Landwirtschaft, des Küstenschutzes und des Tourismus nachhaltig zu sichern. Es passt perfekt in das Konzept des wenige Jahre später gegründeten Biosphärenreservates und zu dessen Leitfrage: „Was brauchen die Menschen auf den Halligen, um hier naturverträglich und nachhaltig leben zu können?“. Horstmann war für die Umsetzung dieses Programms verantwortlich. Er berichtet im Drei-Fragen-Interview:

     1. Wie hat aus Ihrer Sicht das Halligprogramm zum Schutz der Natur und besonders der Ringelgänse beigetragen?
Peter Horstmann: Beim Halligprogramm ging es darum, die Existenz der Landwirte auf den Halligen zu sichern. Das war meine Aufgabe bei der Umsetzung des Programms. Dabei mussten die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege berücksichtigt werden. Die Landwirte mussten Auflagen bei der Bewirtschaftung einhalten. Das waren Voraussetzungen für entsprechende Zuwendungen. So trug das Halligprogramm effektiv zum Schutz der Natur und der Ringelgänse bei.

     2. Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung “Goldene Ringelgansfeder?
Peter Horstmann: Die „Goldene Ringelgansfeder“ als Auszeichnung für meine langjährige Tätigkeit im Rahmen des Halligprogramms bedeutet für mich sehr viel. Ich empfinde es als große Ehre und bin darüber sehr dankbar. Auch aufgrund der Tatsache, dass meine Tätigkeit bereits vor 15 Jahren geendet hat.

     3. Vor 36 Jahren wurde das Biosphärenreservat anerkannt. Wo sehen Sie die Entwicklung des Gebietes in weiteren 36 Jahren?
Peter Horstmann: Die „Biosphäre Halligen“ verfolgt unter anderem das Ziel, dass die landwirtschaftliche Nutzung für die Erhaltung der Natur und Kulturlandschaft der Halligen unverzichtbar ist. In Anbetracht der natürlichen Schwierigkeiten muss das Halligprogramm auch künftig voll erhalten bleiben. Ohne die Bewirtschaftung der Halligen wäre der Bestand der Halligen gefährdet und neben dem Küstenschutz auch die besondere Natur. Ich hoffe, dass in 36 Jahren eine naturverträgliche, landwirtschaftliche Nutzung der Halligen mindestens genauso gut gelingt, wie heute. Vielleicht sogar noch besser.

Mensch mit weißem Haar und Vollbart am mit Ringelgänsen geschmückten Rednerpult
Peter Horstmann - Träger der Goldenen Ringelgansfeder 2026.

© Anneliese Smuda / LKN.SH

„Das Halligprogramm sichert die Rast- und Futterplätze der Ringelgänse und zugleich mit seinem Ausgleich der Ertragsverluste die landwirtschaftlichen Erwerbsquellen. Es ist ganz wesentlich Peter Horstmann zu verdanken, dass das für Natur und Mensch hier auf den Halligen so gut funktioniert“, sagte Goldschmidt.

Umweltminister Tobias Goldschmidt

Mensch steht mit Mikro an einam Pult im abgedunkelten Raum und erläutert vielen Menschen auf Stühlen, etwas, dass sich vorne, außerhalb des Bildes befindet.
Peter Horstmann erläuterte nach seiner Ehrung am Nachmittag, was ihn mit den Ringelgänsen und Halligen verbindet.

© Anneliese Smuda / LKN.SH