Seehase

Cyclopterus lumpus

Eierlegender Hase

Hingebungsvoller Vater

Der Seehase, ist ein in vielerlei Hinsicht besonderer Fisch, der zum Laichen in den Nationalpark Wattenmeer kommt.

Seehasen (Cyclopterus lumpus), auch Lumpe oder Lumpfische genannt, leben in Tiefen von 50 bis 150 Metern bevorzugt an Steingründen (Riffe), Muschelschillflächen oder auch Muschelbänken, also harten Untergründen. Sie ernähren sich von Weichtieren, Rippenquallen, Krebstieren und kleinen Fischen.

Zu zweit ins Wattenmeer

Im Frühjahr wandern die vergleichsweise plump aussehenden Tiere jedoch paarweise in flache Küstengewässer zurück, so auch ins Wattenmeer, um hier für Nachwuchs zu sorgen.

Bei den Männchen wandelt sich zu dieser Zeit die hellgraue Körperfärbung in ein leuchtendes Gelb bis Orangerot. Zwischen 150.000 und 200.000 gelb-rot gefärbte Eier legen die Seehasenweibchen in Laichballen ab, im Wattenmeer bevorzugt an Algen über Steingründen (Riffen) oder an Seegräsern.

Väter bewachen und umsorgen Laich

Während die Mutter sich nicht um den Nachwuchs kümmert, sondern wieder in tieferes Wasser schwimmt, bewachen die Väter den Laich. 60 bis 70 Tage lang sorgen sie für eine gute Sauerstoffversorgung des Laichs, indem sie frisches Wasser an die Eiballen blasen und sie mit ihren Flossen befächeln.

Außerdem verteidigen die Männchen den Laich gegen Räuber. So fressen die Männchen während der Brutpflege nur wenig. Erst nach dem Schlüpfen der Fischlarven verlassen sie entkräftet den Standort und ziehen in tieferes Wasser, wo sie sich erholen.

orange-grauer Fisch schwimmt oberhalb von Miesmuscheln.
Das Männchen wechselt zur Paarungszeit seine Farbe von Hellgrau zu leuchtendem Orange.

© Sven Gust

Schon gewusst?

  • Saugscheibe statt Bauchflossen

    Anders als die Mehrzahl der Fische verfügen Seehasen nicht über eine Schwimmblase und sind entsprechend schlechte Schwimmer. Denn ohne diesen zusätzlichen Auftrieb kostet es Kraft, den ausgewachsenen, bis zu 50 Zentimeter langen und fünf Kilo schweren Körper zu bewegen – ein Grund dafür, dass der Seehase als bodenständige Art gilt, und das im ganz wörtlichen Sinn. Denn er bleibt nicht nur seinem Standort treu, sondern hat sich auch dem Bodenleben gut angepasst, indem seine Bauchflossen zu einer Saugscheibe umgeformt sind. Damit kann er sich am Untergrund festheften.

orange-grau schimmernder Fisch
Seehasen werden bis zu 50 Zentimeter lang und fünf Kilo schwer.

© Rainer Borcherding / LKN.SH

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