Wattschnecke

Hydrobia ulvae

Putzender Winzling

Wattschnecken gehören mit einer Größe von etwa 5 Millimetern zu den kleinsten Schnecken im Wattenmeer. Gleichzeitig sind sie extrem häufig, vor allem im Schlickwatt, wo sie mit vielen Zehntausenden Individuen pro Quadratmeter vorkommen können.

Im Extremfall (wo sie zusammengespült wurden) haben Expert*innen sogar bis zu einer Million Wattschnecken auf einem Quadratmeter Wattboden entdeckt.

Da sie so winzig sind, ist ihr Anteil an der Biomasse zwar gering (ca. 2%), aber sie sind ein wichtiges Bindeglied im Nahrungsnetz des Wattenmeeres. Vor allem für verschiedene Vogelarten wie Brandgänse, Knutts, Alpenstrandläufer und ähnlichen Arten, die im und auf dem Wattboden oder Flachwasser nach Nahrung suchen. Aber auch Jungstadien von Plattfischen und junge Strandkrabben verschmähen Wattschnecken nicht.

Wattschnecken wiederum ernähren sich von kleinsten Kieselalgen, die sie mit Hilfe ihrer wie eine Raspel geformten Zunge vom Wattboden, aber auch von Pflanzen abweiden. Ihre Kotpillen verkleben die Sand- und Schlickkörnchen zu einem glitschigen Schlick.

Als Jungschnecke und als erwachsene Schnecke, je nach Jahreszeit, lassen sie sich mit der Gezeitenströmung treiben. Dafür heften sie sich mit ihrem Fuß unter die Wasseroberfläche und bilden einen Schleimteppich als „Surfbrett“ – das sie unterwegs auffressen. Angekommen, lassen sie sich durch ein Zusammenziehen ihres Fußes fallen oder werden von der Ebbe abgesetzt – und grasen auf dem Wattboden weiter. Man sieht ihre Schlängelspuren. Bei Ebbe graben sie sich ein – das verraten die kleinen Löcher am Ende einer geschlängelten Fraßspur.

Einzelne Wattschnecken hängen mit ihrem Fuß über Kopf an der Wasseroberfläche.
Bei Flut hängen sich Wattschnecken kopfüber unter die Wasseroberfläche und lassen sich mit der Strömung treiben.

© Riner Borcherding / LKN.SH

Winzige Wattschnecke im Sand - Sandkörner sind neben der Schnecke erkennbar.
Klein, unscheinbar und leicht zu übersehen: Wattschnecken (Peringia ulvae) werden gerade einmal 5 Millimeter groß.

© Rainer Borcherding / LKN.SH

Sehr viele Wattschnecken dicht an dicht an der Wasseroberfläche.
Wattschnecken gehören zu den häufigsten Bewohnern des Wattenmeers.

© Rainer Borcherding / LKN.SH

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