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Nationalpark Wattenmeer Nationalpark Wattenmeer
Meeresgrund trifft Horizont

Liebe Leser*innen,

der Weltzugvogeltag fiel am 11. Oktober passenderweise zusammen mit dem Start der 17. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Sie laden auf vielfältigste Weise dazu ein, die Bedeutung des Wattenmeers für den erdumspannenden Vogelzug zu erleben. In diesem Jahr bereiten wir der Sturmmöwe als Titelvogel und Finnland als Partnerland eine besondere Bühne – hierzu gibt es viel Spannendes zu entdecken!

Bereits am 28. Februar 2025 wurde der Mellumrat e.V. 100 Jahre alt, der die Nationalpark-Flächen auf Wangerooge, Minsener Oog und Mellum naturschutzfachlich betreut. Eher ungewöhnlich sind allerdings Geschwister mit einem Altersunterschied von nur drei Monaten: Dies ist jedoch der Fall bei den Nationalparks Schleswig-Holsteinisches und Niedersächsisches Wattenmeer. So wurde unser Nachbar nördlich der Elbe jüngst zum 1. Oktober schon 40 Jahre alt, während in Niedersachsen  mit dem nächsten Jahreswechsel „genullt“ wird. Wir senden herzliche Glückwünsche nach Dangast und Tönning (musikalische Glückwünsche auf Instagram) und wünschen viel Spaß beim Feiern sowie eine inspirierende Lektüre dieses Newsletters.

Ihr Peter Südbeck

Nationalpark-Gespräche vor Ort

© Florian Carius / NLPVW

Einmal im Jahr lädt die Nationalparkverwaltung gemeinsam mit den Nationalpark-Informationseinrichtungen Vertreter*innen der Gemeinde, Verbände, Nationalparkpartner und weitere lokale Akteure ein, um sich vor Ort über die aktuellen Entwicklungen im Nationalpark auszutauschen und sich miteinander zu vernetzen. Erstmals fanden die Gespräche am 27. August auf Baltrum und am 17. September auf Langeoog statt.

Schriftstellerin bezieht Residenz auf Spiekeroog

© Hannah Wilting / NLPVW

Mitte September durften wir Anja Liedtke als erste Residenzschriftstellerin in unserem Nationalpark begrüßen. Sie ist eine renommierte Schriftstellerin, welche sich hauptsächlich dem "Nature Writing" widmet. In ihren Texten achtet sie darauf, die Natur selbst sprechen zu lassen und ihr eine Bühne zu bieten. Anja Liedtke wird bis Mitte Dezember auf Spiekeroog residieren, um dort zu schreiben, vorzulesen und Kurse anzubieten. Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit ihr!

Pressemitteilung

Wattführer-Verordnung verlängert

© Normann Grabow / NLPVW

Unmittelbarer und näher als bei einer Wattwanderung kann man dem UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer kaum kommen. Doch das Watt birgt auch Gefahren: Wer sich nicht auskennt, kann die Orientierung verlieren, von der Flut überrascht werden, durch Priele, Schlickbereiche und Muschelfelder am Weiterkommen behindert werden. Für einen Ausflug auf den trockenfallenden Meeresboden schließt man sich daher am besten einer Wattführerin oder einem Wattführer an. Wem sich andere so anvertrauen, benötigt dafür in Niedersachsen grundsätzlich eine staatliche Wattführer-Genehmigung. Dafür ist nötig, über die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu verfügen, um Wattführungen sicher und im Einklang mit den naturschutzrechtlichen Vorgaben durchführen zu können.

Das umfasst insbesondere eine umfassende Ortskenntnis zu den betreffenden Strecken und Wattgebieten, die richtige Planung einer Wanderung zur Vermeidung von Gefahren sowie das angemessene Verhalten in Gefahrensituationen. Die rechtliche Grundlage dafür ist die „Niedersächsische Verordnung über Führungen auf Wattflächen“ (NWattFVO). Die Geltungsdauer solcher Verordnungen ist gesetzlich stets begrenzt. Die aktuelle Verordnung endet Ende 2025 und wurde aktuell wiederum – ohne weitere inhaltliche Veränderungen – bis zum 31.08.2033 verlängert, siehe Verordnung vom 24.09.2025, Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt 2025 Nr. 73 (PDF). Damit ist gewährleistet, dass auch zukünftig Wattführerinnen und Wattführer den besonderen Qualifikationen entsprechen und das Naturerleben während einer Wattführung den besonderen Sicherheitsanforderungen genügt.

Rubrikentitel Im Fokus

© Erhard Nerger

Faszination Vogelzug: Sturmmöwe und Finnland im Rampenlicht der Zugvogeltage

Vom 11. bis 19. Oktober 2025 dreht sich an der niedersächsischen Nordseeküste wieder alles um das Phänomen des Vogelzugs: Die 17. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer laden Vogelinteressierte mit einem bunten Veranstaltungsprogramm aus rund 400 Einzelveranstaltungen dazu ein, die vielfältige Vogelwelt und die herausragende Bedeutung des Wattenmeers für den Vogelzug zu entdecken. Im Fokus vieler Veranstaltungen stehen diesmal die Sturmmöwe als Titelvogel und Finnland als Partnerland, das eine bedeutende Station auf dem Ostatlantischen Zugweg ist. Den feierlichen Abschluss der Zugvogeltage bildet das Zugvogelfest am 19. Oktober im Gästehaus Horumersiel.

www.zugvogeltage.de

© Neptune Energy

Gasförderplattform im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer restlos zurückgebaut

Für fast ein halbes Jahrhundert stand eine Gasförderplattform inmitten der Ruhezone des später eingerichteten Nationalparks, die nun vollständig zurückgebaut wurde. Damit wurde in der Leybucht, als einer der wenigen verbliebenen großen Buchten der Wattenmeerküste mit ihrer besonderen Bedeutung für Lebensräume und Arten, eine Lücke im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer geschlossen. Das Rohstoffunternehmen Neptune Energy und die Deichacht Krummhörn stellen den natürlichen Zustand in der Leybucht wieder her und nutzen das entnommene Baumaterial für den Deichbau.

Pressemitteilung

Wattenmeertag 2025: Über den Deich hinaus

© Michael Räder / NLPV

Das Motto des diesjährigen Wattenmeer-Tags „Crossing the Dike“ am 29. August zeigte auf, dass das Wattenmeer durchaus auch durch menschliche Einflüsse geprägt ist. Dynamische Wechselbeziehungen verbinden das Wattenmeer mit dem Hinterland.

In acht Fachvorträgen wurde die Bandbreite der ökologischen, landschaftlichen und kulturellen Verbindungen zwischen Meer und Land beleuchtet. „Es ist notwendig, die Bedeutung des Deiches neu zu denken. Hierfür müssen wir eine gemeinsame Idee der Kultur- und Naturlandschaft an der Küste entwickeln“, stellte Nationalpark-Leiter Peter Südbeck klar. Das spiegelte sich auch in den Vorträgen der Redner*innen wider. Das Wattenmeer und das Hinterland dürften nicht getrennt betrachtet werden, sondern als Einheit mit vielfältigen Wechselbeziehungen.

Pressemitteilung

Seehundzählungen 2025 in Niedersachsen

Die Seehundzählungen dieses Frühjahrs und Sommers zeigen Positives. Während insgesamt zehn Zählflügen im Wattgebiet zwischen Ems und Elbe sind insgesamt 8.443 Tiere gezählt worden. Das zeugt von einem vitalen Seehundbestand in Niedersachsen. Auch der Nachwuchs ist auf 2.335 Tiere gestiegen. Es wurden 316 Jungtiere mehr als letztes Jahr gezählt. Das zeigten die Ergebnisse des diesjährigen Seehundmonitorings des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES).

Pressemitteilung des LAVES

Junior Ranger - Sommerfest in Fedderwardersiel

© Mia Ruppaner / NLPV

Bei strahlendem Sonnenschein wurde das Junior Ranger Sommerfest am 6. September zum ersten Mal von einer Junior Ranger-Gruppe ausgetragen. In diesem Jahr konnte sich die Gruppe aus Fedderwardersiel den anderen Gruppen vorstellen. Das Highlight der Veranstaltung bildete die Zertifizierung, bei welcher 5 Kinder zu Junior Ranger*innen und 8 Kinder zu Expert*innen ausgezeichnet wurden. Außerdem erlebten die Kinder eine Rallye durch den Langwarder Groden im Nationalpark mit anschließendem Kuchenbuffet, eine Bastelaktion, ein Abendessen am Lagerfeuer sowie eine Nachtwanderung bei Vollmond.

Stele an der Langeooger Melkhörndüne erinnert an Jürn Bunje

© NLPV

Am 10. Mai wurde an der Melkhörndüne auf Langeoog eine besondere Stele zu Ehren von Jürn Bunje (1963–2022) feierlich eingeweiht. Über viele Jahre, bis zu seinem plötzlichen und viel zu frühen Tod, wirkte unser Kollege als Gebietsbetreuer für die Insel und hat dort fachlich und menschlich viele positive Spuren hinterlassen. Bürgermeister Onno Brüling, Nationalpark-Leiter Peter Südbeck und Wattführer Uwe Garrels (ehemaliger Inselbürgermeister) erinnerten an seinen Einsatz für den Naturschutz. Die Stele ist Teil eines Projektes von Jürn Bunje, das „Tor zum Nationalpark“, das markante Eingänge zum Schutzgebiet kennzeichnet. Das Unikat aus Cortenstahl steht nun am Fuß der höchsten Düne der Insel zum Andenken an sein besonderes Engagement für den Schutz der Natur und nachhaltigen Tourismus auf Langeoog.

Fossilfreie Freizeit- und Kleinschifffahrt im Wattenmeer

Am 22. August fand in Cuxhaven eine Schauveranstaltung der Initiative E-MobiSS / ProWattfahrt statt. Den Besucher*innen wurden klimaneutrale Bootsantriebe vorgestellt und auch bei Probefahrten erlebbar gemacht. „Die Kombination aus Erleben, informieren und Diskutieren hat heute eindrucksvoll gezeigt, dass klimaneutrale Freizeitschifffahrt keine Zukunftsmusik mehr ist“ resümierte Projektleiter Christian Bahlke vom Mellumrat e.V. Die Initiative E-MobiSS / ProWattfahrt wurde von den niedersächsisches Küstenlandkreisen und vom Bundesverkehrsministerium in der Phase der Konzeptionierung gefördert und hat hat das Ziel, die Grundlagen für fossilfreie Klein- und Sportschifffahrt im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer zu schaffen.

Mitgestaltung von Jugendlichen am Rahmenkonzept der Biosphärenregion

© Melanie Krieger / NLPV

Am 3. Oktober fand im Klimahaus Bremerhaven die Zukunftswerkstatt „Deine Ideen für die Biosphäre“ statt. 22 engagierte junge Menschen aus dem Jugendnetzwerk Biosphäre entwickelten gemeinsam Ideen und Visionen für die Biosphärenregion Niedersächsisches Wattenmeer und erarbeiteten Perspektiven, diese noch lebenswerter und nachhaltiger zu gestalten.

In Kleingruppen erarbeiteten die Teilnehmenden kreative Zukunftsbilder – unter anderem mit Bastelmaterialien, Lego-Modellen und Präsentationen. Die Ergebnisse reichten von konkreten Vorschlägen für den Alltag bis hin zu großen Visionen für die kommenden Jahrzehnte. Die Veranstalter*innen vom Klimahaus, dem Jugendnetzwerk Biosphäre, dem Netzwerk ehemaliger Freiwilliger des Nationalparks Watt°N und der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer danken allen Beteiligten für ihre Energie und ihren Ideenreichtum. Die Ergebnisse fließen in das derzeit entstehende Rahmenkonzept der Biosphärenregion ein – ein wichtiger Schritt, damit junge Stimmen in der regionalen Entwicklung gehört werden.

Käserei May aus Zetel

© Melanka Helms / NLPV

Fragen an Martin May, Geschäftsführer der Käserei May:

Was war die Motivation für Sie, Partner zu werden? 

Die Käserei May sowie auch Ihre Mitarbeitenden leben und arbeiten in der Biosphärenregion und Ihren angrenzenden Landkreisen. Viele unserer Kunden und Milchbauern auch. Unsere Motivation war eine gegenseitige Einladung. Die Nationalparkverwaltung hat uns als regionalen, handwerklichen Lebensmittelhersteller auf eines ihrer Vorstellungsfeste eingeladen. Wir waren vom Konzept und den Menschen dahinter begeistert und wollen diese Initiative begleiten und mit weiterentwickeln.

Was hat sich bisher durch die Partnerschaft verändert?

Bei mehreren Treffen haben wir uns mit Partnern aus der Region im Netzwerk austauschen können. Dabei ist es uns wichtig, die verschiedenen Branchen im Netzwerk kennenzulernen und zu verstehen. Natürlich geht es bei uns auch um die Knüpfung neuer Geschäftsbeziehungen innerhalb des Partner-Netzwerkes. Diese sind derzeit noch verhalten und wir freuen uns auf neue Partnerschaften.

Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft, um das Thema Weltnaturerbe Wattenmeer in Ihrem Betrieb auszubauen?

Wir wünschen uns eine noch breitere Wirksamkeit der Öffentlichkeitsarbeit. Dies kann durch gemeinsame Social Media Projekte aber auch durch einen Beitrag z.B. in Form eines Vortrages zu nachhaltiger Lebensmittelerzeugung und regionaler Verarbeitung von Ressourcen geschehen. Wir stehen für nachhaltiges Wirtschaften in der Region und sind ein idealer Partner in der Biosphärenregion.  

Neue Natur- und Landschaftsführer*innen für den Nationalpark

© NLPV

Am 1. Oktober wurden in Harlesiel nach erfolgreicher schriftlicher und praktischer Prüfung 15 neue Natur- und Landschaftsführer*innen zertifiziert. Diese leisten einen wichtigen Beitrag für den Nationalpark und das Weltnaturerbe, indem sie Besuchenden an der Küste fortan die unverwechselbare Natur der Region näherbringen. Die Zertifizierung wird von der Nationalparkverwaltung in Zusammenarbeit mit der Alfred Töpfer Akademie und der Ländlichen Erwachsenenbildung vorgenommen.

Hier finden sich weitere Informationen zum Kursinhalt für Interessierte.

Minsener Oog von 10 Kubikmetern Müll befreit

© Soltwaters

Am Samstag, 30. August, fand auf Minsener Oog eine Müllsammelaktion in Kooperation der Nationalparkverwaltung und des Mellumrat e.V. mit Freiwilligen der Wattfahrer-Vereinigung Soltwaters e.V. und der Salzwasser Union – Verband der Seekajakfahrer e.V. statt. Dabei wurde während einer Niedrigwasserphase außerhalb der Brutzeit jeglicher Müll im Spülsaum gesammelt. Die Reederei Warrings transportierte im Auftrag des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Weser-Jade-Nordsee den gesammelten Meeresmüll nach Harlesiel, wo die Firma Nehlsen AG den Müll kostenfrei entsorgt. Wir sagen ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten und Unterstützer!

Pressemitteilung

Strandmüll-Sammlung auf Spiekeroog

Auch auf Spiekeroog wurde aufgeräumt: Am 20. September wurde eine Strandsäuberung der Ostplate durchgeführt im Rahmen des World Clean-up Day und der zeitgleichen bundesweiten Klimademo „Exit Gas, Enter Future“ für einen sofortigen Stopp neuer Erdgasprojekte, auch auf Borkum. Insgesamt 15 Personen – Mitarbeitende des Nationalpark-Hauses Wittbülten, Schüler*innen der Hermann Lietz-Schule und der Inselschule sowie Insulaner*innen und Gäste der Insel – trotzten dem regnerisch-windigen Wetter und sammelten viel Müll, der bei kommenden Sturmfluten wohl wieder im Meer gelandet wäre. Eine durchweg gelungene Aktion mit erfreulichem Ergebnis – einem sauberen Strand!

Tagung zur internationalen Watvogelforschung

© IWSG

Naturschutz und insbesondere der Schutz von Zugvögeln ist effektiv nur mit internationalem Wissensaustausch möglich. Für Watvögel sind die Tagungen der International Wader Study Group der Ort, an dem sich weltweit die Experten zu diesem Thema treffen. Die 50. Jahrestagung fand vom 26.–28. September in Groningen (NL) statt, an dem drei Vogelexperten der Nationalparkverwaltung mit vier Posterbeiträgen und einem Vortrag teilnahmen. Mit über 250 Teilnehmenden aus über 40 Ländern waren in lockerer Atmosphäre rege fachliche Diskussionen möglich. Besondere Aufmerksamkeit bekam das Poster von Dr. Florian Packmor zur Analyse von Sandregenpfeifer-Kükennahrung mittels Metabarcodung des Kots: Er gewann den dritten Platz beim Posterwettbewerb! Die Informationen zur Tagung mit den Vortrags- und Posterabstracts sind auf der Webseite der IWSG verfügbar.

MINT zum Wattenmeer in Oldenburg

© Anke Hofmeister / NLPV

„Experimentieren, programmieren, tüfteln und ausprobieren“ war auch in diesem Jahr das Motto des AHOI_MINT-Festivals am 19. September auf dem Oldenburger Schlossplatz. Ganztägig waren an jenem Freitag Kinder, Eltern, Schulklassen und Lehrkräfte sowie alle anderen Einwohner der Stadt herzlich eingeladen, MINT-Aktivitäten (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und die Vielfalt der außerschulischen Lernorte in der Region Nordwest zu entdecken und kennenzulernen. Das Nationalpark-Haus Wurster Nordseeküste und das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer-Besucherzentrum Wilhelmshaven waren mit einem gemeinsamen Stand vor Ort, um das Wattenmeer für alle Festival-Besuchenden erlebbar zu machen. Verschiedene Mitmachstationen luden zum Ausprobieren und Erforschen ein.

Zusätzlich hielt im Schlauen Haus gleich nebenan die Leiterin der Bildungsarbeit des Besucherzentrums, Dr. Monika Wahsner, eine Vorlesung für Kinder und Familien mit dem Titel „Wilde Natur im Weltnaturerbe Wattenmeer“, bevor sie sich Ende Oktober in den Ruhestand verabschiedet. Das Interesse am Wattenmeer-Stand war besonders am Vormittag groß; viele Schüler*innen experimentierten und waren sichtlich neugierig, was es am Wattenmeer zu sehen und zu erleben gibt. Ein rundum gelungener Tag, der gezeigt hat, wie lebendig, spannend und nahbar Naturwissenschaften – und das Wattenmeer – sein können!

Aktiver Meeresschutz mit Freiwasserschwimm-Weltmeisterin

© Bernhard Rauhut

Am 2. Oktober stand das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer-Besucherzentrum Cuxhaven ganz im Zeichen des Meeresschutzes. Die Freiwasserschwimm-Weltmeisterin Leonie Beck und die internationale Organisation Healthy Seas waren zu Gast und vermittelten 50 Schüler*innen des Amandus-Abendroth-Gymnasiums eindrucksvoll, wie wichtig der Schutz unserer Ozeane ist. Mit informativen Vorträgen, persönlichen Begegnungen und einer tatkräftigen Müll-Sammelaktion am Strand wurde deutlich: Engagement für saubere Meere ist wichtiger denn je – und jede*r kann einen Beitrag leisten!

Veranstaltungsbericht (PDF)

Bericht zu wattenmeerweiten Gastvogelbeständen

Aus den wattenmeerweiten Monitoringprogrammen erscheinen, neben den Kapiteln zum Wattenmeer-Qualitätszustandsbericht, auch trilaterale Berichte zu einzelnen Parametern. Zu den Gastvögeln ist nun ein neuer Bericht erschienen, in dem die Zähldaten von 1987/1988 bis zur Saison 2022/2023 ausgewertet wurden.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass fischfressende Vogelarten einen langfristigen Anstieg verzeichneten, der sich jedoch in den letzten zehn Jahren stabilisiert hat. Dieser Trend wird durch die Entwicklung des Kormorans und des Löfflers bestimmt. Der Trend bei den Pflanzenfressern zeigt sowohl langfristig als auch kurzfristig einen moderaten Anstieg, der hauptsächlich auf die Zunahme der Weißwangengans, der Spießente, der Pfeifente und der Krickente zurückzuführen ist. Sowohl der langfristige als auch der kurzfristige Trend der wurmfressenden Arten ist für das gesamte Wattenmeer stabil, variiert jedoch stark je nach Land/Bundesland. Die Gruppe der muschelfressenden Vögel zeigt über den gesamten Beobachtungszeitraum einen moderaten Rückgang, in den letzten zehn Jahren vor allem in den deutschen Teilen des Wattenmeeres und im westlichen niederländischen Wattenmeer.

Der Bericht ist als PDF auf den Seiten des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats verfügbar.

Die „Zugvogelmusik“ kommt am 27. November 2025 ins Stadttheater Wilhelmshaven

© Melanie Stegemann

Dies ist ein ganz besonderes Konzert, in Deutschland einmalig: Die Zugvögel des Wattenmeeres geben den Takt vor. Sechs verschiedene Arten verbinden uns mit der Musik der Länder auf ihrem jeweiligen Zugweg! Die Sturmmöwe, Titelvogel der diesjährigen „Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ führt uns nach Finnland, dem diesjährigen Partnerland der Zugvogeltage, wo unsere Sturmmöwen brüten. Den Steinwälzer, den wir vom Südstrand kennen, verbinden wir mit seinem Überwinterungsgebiet Kamerun. Auf der Bühne gibt es außerdem finnischen Tango, westafrikanische Bamileke, marokkanische Gnawa, Folklore aus der Elfenbeinküste und der Ukraine sowie portugiesischen Fado. Lassen Sie sich überraschen.

„Zugvogelmusik“ erzeugt eine einzigartige Verbindung zwischen dem Wattenmeer, seinen Zugvögeln und der Welt, die diese im Laufe „ihres“ Jahres besuchen. Und natürlich zu Wilhelmshaven, dem Ort, an dem die Idee zu diesem Konzert entstand. Jeder Vogel wird Ihnen anschaulich vorgestellt, aber die Hauptsache ist die authentische Live-Musik aus den Ländern des Vogelzuges.
Es erwartet Sie ein Abend voller Abwechslung, Wattenmeer, neuer Erkenntnisse und phantastischer Musik!

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und dem Musiklabel Run United.

Karten gibt es ab 25 € im Vorverkauf des Stadttheaters Wilhelmshaven.

www.zugvogelmusik.de

Kunstausstellung im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven

Das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven präsentiert im Rahmen der 17. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer Arbeiten der bekannten Wilhelmshavener Künstlerin Ilona Kümmel. Im Zusammenspiel aus Naturbeobachtung, urbaner Lebenswelt und künstlerischer Sensibilität gelingt es Kümmel, den Vogelzug mit der einzigartigen Atmosphäre des Wattenmeeres und der Stadtarchitektur Wilhelmshaven zu verbinden. Die Ausstellung umfasst insgesamt 22 überwiegend großformatige Acrylarbeiten und ist bis zum 11. Januar 2026 im Erdgeschoss des Besucherzentrums zu sehen.

Veranstaltungskalender

Veranstaltungskalender für den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

ISWSS - International Scientific Wadden Sea Symposium

Vom 28. bis zum 30. Oktober treffen sich Wissenschaftler*innen aus dem Trilateralen Wattenmeer in Groningen (NL) zum International Scientific Wadden Sea Symposium. Die Anmeldefrist für Teilnehmende ist zwar bereits abgelaufen, allerdings ist es weiterhin möglich, online teilzunehmen.

Schutz und Nutzung des Wattenmeers im Wandel der Zeit

Am 6. November findet das 14. Weltnaturerbeforum in Dangast statt. Es erwartet Sie eine spannende Zeitreise durch den Wandel des Wattenmeeres – von Konflikten zwischen Küstenschutz, Tourismus und Naturschutz bis hin zur UNESCO-Weltnaturerbe-Auszeichnung. Erfahren Sie, wie sich Schutz und Nutzung im Laufe der Zeit entwickelt haben und seien Sie gespannt auf interessante Impulse, unter anderem von Marlen Meißner von der Deutschen UNESCO-Kommission.

100 Jahre Mellumrat

© Simon Kremser

Naturgewalt pur – was das bedeutet, konnte man bei der letzten Sturmflut am Beispiel von Mellum wieder sehr gut beobachten. Weit mehr als ein Jahrhundert ist die Insel ein Juwel des Naturschutzes im niedersächsischen Wattenmeer, ausgesetzt der Naturdynamik und wissenschaftlich gut dokumentiert. Bereits 1909 ordnete das Innenministerium des Großherzogtums Oldenburg den Schutz der Seevögel auf Mellum an. Vor 100 Jahren wurde der Mellumrat gegründet, der seit 1935 auch Wangerooge und seit 1946 zudem Minsener Oog vor Ort betreut. Seit Nationalpark-Gründung führt die Naturschutz- und Forschungsgemeinschaft dies im Auftrag der Nationalparkverwaltung fort. Wir bedanken uns für die ertragreiche Zusammenarbeit und gratulieren ganz herzlich zu diesem besonderen Jubiläum!

Hrsg.: Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer
Virchowstr. 1, 26382 Wilhelmshaven
Tel. 04421 911-0
E-Mail: presse@nlpvw.niedersachsen.de

Redaktion: Florian Carius, Mia Ruppaner, Jan Wagner

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