01.07.2015

Weniger Rastvögel im Watt

Themen: 
Das internationale Wattenmeersekretariat hat einen Bericht über die Entwicklung der Rastvogelzahlen im Wattenmeer über einen Zeitraum von 25 Jahren veröffentlicht. Insgesamt werden 33 Arten überwacht. Dabei zeigt sich: Die Zahlen von 14 Arten nehmen ab, bei 13 Arten zeigen sie keine Veränderung und bei 6 Arten nehmen sie zu.
Rotschenkel im Watt

Rotschenkel gehören zu den beständigen Arten im Wattenmeer. Foto: Reno Lottmann

 Zu den Arten mit abnehmenden Beständen gehören Austernfischer, Dunkler Wasserläufer, Ringelgans und die Silbermöwe. Diese Arten sind zwar noch nicht ausgesprochen selten geworden,  aber ihre Zahlen gingen in den letzten 25 Jahren um bis zu 50% zurück. Auch die in großer Anzahl vorhandenen Arten wie  Alpenstrandläufer oder Lachmöwen zeigen klare rückläufige Trends. Zu den 13 beständigen Arten gehören z.B. Rotschenkel, Großer Brachvogel und Pfuhlschnepfe. Zahlenmäßig zugenommen haben Arten, wie z. B. Löffler und Weißwangengans.

Die Gründe für die unterschiedlichen Entwicklungen sind unklar. Es gibt Hinweise, dass garnelen- und fischfressende Arten wie Löffler und Kormoran und auch pflanzenfressende Arten wie die Weißwangengans zunehmen. Rastvögel, die Würmer und Schalentiere der Wattflächen auf ihrem Speiseplan haben, nehmen dagegen eher ab.

"Die Gründe für die sich ändernden Rastvogelzahlen im Wattenmeer zu finden, ist eine Herausforderung, die nur interdisziplinär angegangen werden kann. Nationale Gesetze, europäische  Richtlinien und der Weltnaturerbe-Status des Wattenmeeres, die alle auch dem Schutz der Rastvögel dienen, erfordern eine Untersuchung der Ursachen für die Abnahme der Vogelzahlen. Wir müssen die ökologischen Zusammenhänge besser  kennen, bevor Initiativen ergriffen werden können, um die negativen Trends zu stoppen" sagt Karsten Laursen, leitender Wissenschaftler der dänischen Universität Aarhus und Vorsitzender der Joint Monitoring of Migratory Birds Group (JMMB), die mit dem Wattenmeersekretariat die Zählung der Rastvögel im Wattenmeer organisiert und auswertet.

Seit 25 Jahren werden jährlich regelmäßige systematische Rastvogelzählungen im Wattenmeer durchgeführt. Einige hundert ehrenamtliche Vogelzähler und professionelle Ornithologen aus verschiedenen Einrichtungen und Behörden nehmen daran teil. Die Zählungen sind Teil des ‚Trilateral Monitoring and Assessment Program‘ (TMAP), das gemeinsam von den Umweltministerien Dänemarks, Deutschlands und der Niederlande zur Überwachung des Wattenmeers durchgeführt wird.

Titel des Berichtes: Trends of Migratory and Wintering Waterbirds in the Wadden Sea 1987/1988-2011/2012   (nur englische Version vorhanden)

Autoren: Jan Blew, Klaus Günther, Bernd Hälterlein, Romke Kleefstra, Karsten Laursen und Gregor Scheiffarth.

Herausgeber: Gemeinsames Wattenmeersekretariat, Wilhelmshaven

Download: http://www.waddensea-secretariat.org/migb_trends_up_to_2012

Weitere Informationen:

Karsten Laursen, Department of Bioscience, Arhus University, Dänemark.
Mobil: 0045 2562 7210 Büro: 0045 8715 8846 Email:

Jan Blew, BioConsult SH, Husum, Deutschland
Mobil: 0179 2309 133 Büro: 04841 6632 912 Email:

Gregor Scheiffarth, Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. Wilhelmshaven, Deutschland
Mobil: 0170 4646 048 Büro: 04421 911 155 Email:

Romke Kleefstra, SOVON, Nijmegen, Niederlande
Büro: 0031 2474 104 10 Email: romke@
 

Das könnte Sie auch interessieren

Das Foto zeigt die Multimar-Mitarbeiter Eckehard Bockwoldt (links) und Boy Paulsen beim Aufbau der Ausstellung | © Wells/LKN.SH

16.01.2017 Eine Ausstellung mit dem Titel „Ozeanversauerung – das andere Kohlendioxid-Problem“ ist seit einigen Tagen im Erdgeschoss des Nationalpark-Zentrums Multimar Wattforum zu sehen. mehr »
Ein Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung begutachtet den toten Zwergwal. Foto: Imke Zwoch / Nationalparkverwaltung

Ein Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung begutachtet den toten Zwergwal. Foto: Imke Zwoch / Nationalparkverwaltung

28.12.2016 Zwergwal, Minkwal, Walstrandung Spaziergänger entdeckten an der Wattkante an der Wesermündung bei Blexen einen toten Wal, der mit der Sturmflut der vorletzten Nacht dort angespült und heute von Mitarbeitern der Nationalparkverwaltung in Augenschein genommen wurde. Es handelt sich um einen männlichen Zwergwal (auch Minkwal genannt), mit einer gemessenen Länge von etwa 7,20 m ein ausgewachsenes Tier. mehr »

Drei Menschen, viermal Nationalpark-Partnerschaft: Jürgen Reck (bis 31.Dezember Roter Haubarg, ab 1.Januar Biobauer) mit seiner Frau Karina (Atelier für historische Schriften) und Wioletta Gattorf (ab 1. Januar Roter Haubarg). © Wells/LKN.SH

28.12.2016 Er wechselt die Rollen - vom Gastronomen zum Biobauern. Eines jedoch bleibt Jürgen Reck aus Witzwort: ein engagierter Nationalpark-Partner. mehr »

Nationalpark-Rangerin Melanie Weppner am Schobüller Strand. © Wells/LKN.SH

21.12.2016 Auch jetzt, zum Winteranfang, ist das Wattenmeer voller Leben. mehr »