Ranger

Rangerinnen und Ranger sind das freundliche Gesicht des Nationalparks vor Ort. Sie sind darauf geschult, Ziele und Vorschriften für das Schutzgebiet verständlich zu vermitteln und auch bei Konflikt-Gesprächen stets sachlich und höflich zu bleiben.

Geschichte

Der erste Ranger begann 1880 im ersten Nationalpark der Welt, im Yellowstone Nationalpark (USA), seine Arbeit. Damals musste er – die erste Zeit allein – auch Wilderer-Banden, illegalen Siedlern, flüchtigen Verbrechern und uneinsichtigen Jagd-Touristen zu trotzen und trug zur Sicherheit auch Waffen bei sich. Durch ihre Präsenz, ihr Engagement und Information der Öffentlichkeit waren er und seine Nachfolger waren schließlich so erfolgreich, dass sie den Grundstock für das hohe Ansehen der Ranger:innen legten. Heute sind die Nutzungen und Verhaltensregeln in Schutzgebieten gesetzlich geregelt. Weltweit betrachtet wird der Kampf um die Nutzung der natürlichen Ressourcen in vielen Ländern leider nicht gewaltfrei ausgetragen, so dass Ranger:innen zu ihrem Schutz auch Waffen tragen. In Deutschland ist das zum Glück nicht nötig, die Nationalpark-Ranger:innen im Wattenmeer überzeugen mit Freundlichkeit, Fachkompetenz und Hilfsbereitschaft.

Die Ranger sind fast täglich draußen in ihrem Gebiet unterwegs. Sie achten darauf, dass in den Schutzzonen die Wegeregelung eingehalten wird und Störungen der Tier- und Pflanzenwelt unterbleiben. Sie halten Schilder, Infotafeln und andere Einrichtungen zur Kennzeichnung und Information instand. Sie betreuen die Besucher:innen im Nationalpark und sind Ansprechpartner:innen für die Einheimischen. Sie bieten auch Exkursionen an und geben gern Ratschläge, wo und wie man im Nationalpark am besten die Natur erleben kann, ohne sie zu stören.

Eine weitere wichtige Aufgabe der Ranger ist es, Brut- und Zugvögel zu erfassen, die Entwicklung der Dünen und Salzwiesen und grundsätzlich jede Veränderung des Naturraumes zu dokumentieren. Dazu gehört auch die Arbeit im Büro. Eine besondere Rolle kommt ihnen für die Umsetzung von Artenschutzprojekten zu, zum Beispiel bei der Sicherung der Brutgebiete von Strandbrütern und anderen gefährdeten Vogelarten.

Konflikte und Verstöße

Eins sind Ranger:innen in Deutschland nicht – Polizisten. Sie sind geschult, Ziele und Vorschriften des Nationalparks für jeden verständlich zu erklären und auch bei Konflikten stets sachlich und höflich zu bleiben. Wenn es zu handfesten Problemen und damit zu Verstößen gegen das Nationalpark-Gesetz oder andere für den Naturschutz geltende Regelungen kommt, müssen die Ranger die Polizei und die Rechtsabteilung der Nationalpark-Verwaltung einschalten. Im gesamten Wattenmeer-Gebiet achten Polizei und Wasserschutzpolizei aber auch eigenständig auf die Einhaltung der Verhaltensregeln im Nationalpark und verfolgen Verstöße direkt.

Ausbildung

In Deutschland ist die berufliche Qualifizierung für diese Tätigkeit bundesweit einheitlich geregelt. Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist die Herkunft aus einem „grünen“ Beruf wie Land- oder Forstwirtschaft oder Gärtnerei.

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