Hamburg

Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer

Der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer besteht seit 1990 und ist der kleinste der drei Wattenmeer-Nationalparks. Er hat aber den größten ‚Wildnis‘-Anteil an seiner Fläche (über 90%). Seit 1992 ist er außerdem UNESCO-Biosphärenreservat und seit 2011 Teil des Wattenmeer-Weltnaturerbes.

 Zone I

 Zone I, Kleiner Vogelsand

 Zone II

Steckbrief

Gründung: 1990, Erweiterung 2001

Lage: Der Nationalpark umfasst das Wattenmeer der westlichen Elbmündung. Er liegt eingebettet in den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, die offene See und das Elbe-Fahrwasser. Im Süden grenzt er an die niedersächsische Küste bei  Cuxhaven. Zum Nationalpark gehören auch die Inseln Neuwerk, Scharhörn und Nigehörn.

Fläche: Seit 1990: 117 km², nach der Erweiterung 2001: 137,5 km².
Flächenverteilung (Kartierung 2016):  

 

Fläche gesamt

Anteil an Gesamtfläche

Watt

96,15 km²

69,9 %

Wasser

36,63 km²

26,6 %

Inseln

4,72 km²

3,4  %

 

Entstehung: Nacheiszeitlich stieg der Meeresspiegel durch Abschmelzen des Gletschereises stark an und formte in den zurückliegenden rund 8000 Jahren die Küstenlandschaft. Strömungen in der Nordsee verdriften große Sandmassen in das Gebiet des hamburgischen Wattenmeers und prägen mit Sedimentation und Erosion bis heute die Ausgestaltung von Prielen, Wattbereichen, Platen und Inseln.

Lebensräume: Watt, Priele, Meeresgebiete, Sandbänke, Inseln, Salzwiesen, Dünen, Grünland und Deich.

Zonierung: Der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer ist in zwei Schutzzonen gegliedert. Mit über 90% ist die Zone I besonders groß. Hier gilt der Vorrang der Natur und ihrer unbeeinflussten Dynamik. Daher ist hier z. B. das Betreten nur mit Ausnahmegenehmigung oder Führung zulässig. In der Zone I liegen auch die beiden kleinen Inseln Nigehörn und Scharhörn und das Neuwerker Ostvorland. Die Zone II ermöglicht naturverträgliche Nutzungen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung. Zur Zone II gehört die Insel Neuwerk mit ihrem Binnengroden und Nordvorland sowie ein Bereich vor der niedersächsischen Küste. 

 

Fläche gesamt

Anteil an Gesamtfläche

Zone I

125,8 km²

91,5 %

Zone II

   11,7 km²

  8,5 %


Einwohner im Nationalpark:
rund 30 Personen ganzjährig auf Neuwerk

Pflanzen: Von den ca. 1.000 Pflanzenarten des Wattenmeeres wurden allein 475 Farn- und Blütenpflanzen-Arten auf den hamburgischen Inseln nachgewiesen – 431 davon aktuell vorkommend.

Vögel: Von den im hamburgischen Gebiet beobachteten 340 Vogelarten sind auf den Inseln bisher 81 Arten als Brutvögel festgestellt.

Fische: Bisher wurden im hamburgischen Gebiet 34 Arten nachgewiesen. Das Wattenmeer ist die Kinderstube für die Schollen, Heringe und Seezungen der Nordsee.

Meeressäuger: Seehunde, Kegelrobben, Schweinswale

Nationalpark-Region: Einzige Stadt in der Nähe ist Cuxhaven mit 48.000 Einwohnern. Hamburg, zu dem der Nationalpark gehört, liegt rund 110 km Luftlinie entfernt.

Nationalpark-Partner: So werden Betriebe und Verbände ausgezeichnet, die die Umwelt schützen und sie den Gästen erlebbar machen. Sie verpflichten sich, nach strengen Umweltregeln zu arbeiten und damit ihren Beitrag zum Erhalt des Wattenmeeres zu leisten. Das Partnerprogramm für das hamburgische Wattenmeer wird aktuell in Kooperation mit dem Partnerprogramm des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer aufgebaut.

Gäste: Bis zu 120.000 Gäste pro Jahr, davon sind die allermeisten Tagestourist:innen.

Service: Der Ranger und die Betreuenden des Nationalpark-Hauses (Nationalpark-Verwaltung und Verein Jordsand) informieren Gäste und Einheimische und überwachen die Schutzbestimmungen im Nationalpark. Das Nationalpark-Haus (Infozentrum) liegt auf der Insel Neuwerk. Die Öffnungszeiten richten sich nach den Fahrplänen von Fähren und Wattwagen, der Eintritt ist  frei. An vielen Stellen auf Neuwerk sind Informationstafeln aufgestellt. große Sonderveranstaltungen wie Ringelganstage?  

Zuständigkeiten: Die Nationalpark-Verwaltung ist Teil der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft in Hamburg. Sie ist für den Schutz der Natur, die Umweltbeobachtung und Forschung sowie Umweltbildung und Förderung des Naturerlebnisses im Nationalpark zuständig. 

Neuwerk

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Peter Körber
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