Ölförderung

Erdölförderung findet seit 1987 im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ausschließlich von der künstlichen Ölbohrinsel „Mittelplate A“ aus statt. An anderen Orten des Nationalparks ist die Erdölförderung gesetzlich verboten.
Die Ölbohrinsel "Mittelplate A"

Die Ölbohrinsel "Mittelplate A" | © Stock/LKN-SH

Die Ölförderinsel und die Förderung von Erdöl genießen Bestandsschutz, denn sie wurden genehmigt, bevor der Nationalpark 1985 entstand. Die Berechtigung zur Ölförderung auf der „Mittelplate A“ wurde 2010 für weitere 30 Jahre bis ins Jahr 2041 verlängert. Seit 2000 wird Erdöl zudem von der Landstation Dieksand durch abgelenkte Bohrungen aus dem Nationalpark gefördert.

Das Erdölförderunternehmen, ein Konsortium aus RWE Dea/Wintershall, hat weitere Erkundungsbohrungen im Nationalpark außerhalb der Ölförderinsel „Mittelplate A“ beantragt. Wenn dieser Antrag komplett und formal einwandfrei vorliegt, wird er an die Träger öffentlicher Belange und an die anerkannten Naturschutzvereinigungen versandt und vom Antragsteller der Öffentlichkeit vorgestellt.

Durch Verlagerung eines Prieles und zum Schutz vor Auskolkungen (damit die Ölförderinsel nicht durch die Strömung des Priels unterspült wird) wurden in den vergangenen Jahren Reparatur- und Deckwerksarbeiten an der Plattform notwendig. Sie waren so umfangreich, dass Ausgleichsmaßnahmen nach europäischem Naturschutzrecht erforderlich waren (Kohärenzsicherungsmaßnahmen). Diese vom zuständigen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) planfestgestellten Maßnahmen werden vom Naturschutzverein „Schutzstation Wattenmeer“ beklagt. Das Verwaltungsstreitverfahren gegen das LBEG ist derzeit (2/2014) beim Verwaltungsgericht Schleswig anhängig. Da südlich der Förderinsel ein neuer Priel entstanden ist, der die Auskolkungen rund um die Förderplattform verringert hat, konnten die Kolkschutzarbeiten vor der Vollendung aller Bauabschnitte inzwischen eingestellt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Rastende Nonnengänse. Foto: Onno K. Gent

Rastende Nonnengänse. Foto: Onno K. Gent

26.12.2017 Feuerwerk Kaum ist der Weihnachtstrubel vorbei, beginnen die Vorbereitungen für den Jahreswechsel. Viele lieben es ruhig und besinnlich, für andere gehören Böller und Raketen dazu. Bei Vögeln und anderen wildlebenden Tieren erzeugen die Knall- und Lichteffekte jedenfalls keine Partystimmung. mehr »
Kolleginnen und Kollegen aus Guinea-Bissau und der Wattenmeerregion. Foto: Nationalparkverwaltung

Zum fachlichen Austausch trafen sich Kolleginnen und Kollegen aus Guinea-Bissau und der Wattenmeerregion. Foto: IBAP

Flyway Initiative, Zugvögel, Kooperation mehr »

Hoch motiviert: Die jungen Freiwilligen der ijgd-Gruppe zusammen mit den gleichaltrigen Naturschutzwarten des Mellumrates, herzlich begrüßt von Freiwilligen-Koordinatorin Imke Zwoch (links), Mellumrat-Geschäftsführer Mathias Heckroth (5.v.r.) und Bürgermeister Dirk Lindner (rechts). Foto: NLPV

11.08.2017 Wangerooge, Küstenheide, Neophyten 16 junge Menschen aus sieben Ländern waren jetzt zwei Wochen im Einsatz auf Wangerooge, um die wertvolle Küstenheide von invasiven standortfremden Pflanzen zu befreien. Das 2010 begonnene Gemeinschaftsprojekt von Nationalparkverwaltung, ijgd, Mellumrat und Inselgemeinde zeigt von Jahr zu Jahr immer deutlicher die Erfolge solcher langfristig angelegten Pflegemaßnahmen. mehr »

Screenshot aus dem Video von Artur und Rasmus Brunckhorst

08.06.2017 World Ocean Day, Weltnaturerbe Mit einer international verbreiteten Videobotschaft werben zwei nordfriesische Jungs für den Schutz des Weltnaturerbes Wattenmeer. mehr »