Hamburg

07.01.2020 | | Pressemitteilung der Behörde für Umwelt und Energie Hamburg

Auf Neuwerk: Gutes Leben und gute Entwicklung dauerhaft sichern

Naturschutz und nachhaltigen Tourismus verbinden

Der Hamburger Senat hat heute das Entwicklungskonzept Neuwerk beschlossen. Das Bezirksamt-Hamburg Mitte hat das Konzept maßgeblich und gemeinsam mit den Neuwerkerinnen und Neuwerkern, der Umweltbehörde, der Kulturbehörde und der Hamburg Port Authority erstellt. Es geht zurück auf ein Bürgerschaftliches Ersuchen aus dem Jahr 2017.

Umweltsenator Jens Kerstan: „Unser gemeinsames Ziel war es, ein gutes Leben und eine gute Entwicklung auf Neuwerk dauerhaft zu sichern und mit dem Naturschutz in Einklang zu bringen. Das jetzige Konzept zeigt, wie das gehen soll. Die Ziele des Nationalparks bleiben von dem Konzept unberührt. Denn der Naturschutz ist wichtig für den Wattenmeer Nationalpark und zugleich ist er das Rückgrat für einen nachhaltigen Tourismus.“

 Bezirksamtsleiter Falko Droßmann: „Ziel des vom Bezirksamt entworfenen Konzepts – das ebenso von der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte getragen wird – ist eine langfristige Sicherung und Festschreibung der Interessen und Belange der Bevölkerung Neuwerks und des Naturschutzes. Dabei war die Abstimmung mitunter ein hartes Stück Arbeit, das uns geglückt ist.“

Die rund 30 Insulanerinnen und Insulaner Neuwerks leben hauptsächlich vom Tourismus. Sie brauchen Entwicklungsperspektiven für sich und die Insel. Wie nachhaltiger Tourismus und Naturschutz zusammenpassen, dazu zeigt das „Entwicklungskonzept für Neuwerk“ Perspektiven und Ziele auf. Dargestellt sind Betriebserweiterungen oder Nutzung von Leerständen. Zudem werden Ziele zum Küsten- und Hochwasserschutz formuliert. Thema ist auch die Beschulung. Um die Insel familienfreundlicher zu entwickeln, soll die Beschulung bis einschließlich 6. Klasse (und damit um zwei Jahre länger als bisher) ermöglicht werden. Einige der vorgeschlagenen Projekte, die auch der Inselgemeinschaft am Herzen liegen – z. B. wie eine fußläufige Verbindung zwischen Fußwaschanlage und der öffentlichen Stadttoilette im Nationalpark-Haus – werden bereits umgesetzt. Zudem werden Mittel bereitgestellt für den Bau eines Spielplatzes.

 In der Zwischenzeit ist die Erreichbarkeit der Insel über den Wattweg aufgrund eines sich zunehmend vertiefenden Priels schwieriger geworden. Daher wurde vom Senat auch ein Prüfauftrag für die Behörde formuliert. So sollen mit einem Gutachten Veränderungen der Fließ- und Sedimentationsverhalten der Priele weiter untersucht werden.

Der Besuch des Nationalparks ist Naturschauspiel und Erholungsreise zugleich. Zwei Mal am Tag legen die Gezeiten den Meeresboden frei. In der UNESCO Welterbestätte können Naturliebhaber und Meeres-Freunde dem Rufen der Seeschwalben lauschen, mit dem Ranger der Nationalpark-Verwaltung ins Watt gehen oder mit Hamburgs ältestem Naturschutzverein – dem Verein Jordsand – auf Vogelbeobachtungstour gehen.