Schleswig-Holstein

15.08.2020 |

Nationalpark Nachrichten August 2020

MOIN MOIN,
liebe Freundinnen und Freunde unseres Nationalparks! Manchmal kommt es anders … als geplant. Am vergangenen Donnerstag und Freitag wollte der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther seinem bayerischen Kollegen die Schönheiten des Wattenmeers zeigen – allein, es kam anders! Aber Günther reiste trotzdem an. Warum, das erfahren Sie, neben vielen anderen Neuigkeiten, in diesen Nationalpark Nachrichten. Viel Spaß beim Lesen!

Rubrik Aktuelles neu

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© Solvin Zankl

Der Lebensraum Salzwasser ist ein besonderer, und ebenso besonders sind seine tierischen Bewohner. Sie atmen keine Luft, ihre Körper können hohem Druck standhalten …. all das dürfte bekannt sein. Aber es gibt eine ganze Menge weiterer Fragen. Zum Beispiel die, ob Fische eigentlich Wasser trinken – und auch Wasser lassen. Anders ausgedrückt: Müssen Fische Pipi?

Ob Fische trinken, hängt davon ab, wo sie leben. Salzwasserfische – also die Bewohner von Nordsee und Wattenmeer – trinken, und zwar sogar sehr viel, um nicht im Wasser auszutrocknen. Osmose ist dabei das Zauberwort, und die funktioniert so: Zwei Flüssigkeiten mit unterschiedlicher Konzentration gelöster Teilchen (hier das Salz), die durch eine halbdurchlässige Wand (hier die Fischhaut) getrennt sind, haben die Tendenz, diesen Konzentrationsunterschied auszugleichen. Da also der Salzgehalt in den Körpersäften der Salzwasserfische wesentlich niedriger ist als im Meerwasser, tritt ständig Flüssigkeit über die Haut der Fische aus. Diese Flüssigkeit müssen die Tiere wieder ausgleichen, indem sie über Mund, Schleimhaut und Kiemen Wasser aufnehmen.

Osmose, umgekehrt

Bei Süßwasserfischen übrigens funktioniert die Osmose genau umgekehrt: Hier bewirkt sie, dass das salzarme Wasser ständig über die Kiemen und die Hautoberfläche in die Fische eindringt, um den Unterschied der Salzgehalte abzubauen; auf diese Weise werden die Tiere mit ausreichend Wasser versorgt.

Und was ist nun mit dem Fischpipi? Der Drang zum Wasserlassen stellt sich in der Regel ein, weil ein Körper nicht alles verwerten kann, was er durch Essen oder Trinken oder – wenn man ein Fisch ist – über die Haut zugeführt bekommt. Zwar braucht der Körper auch Salze, aber nur eine gewisse Menge. Überflüssige Salze werden wieder ausgeschieden, und zwar normalerweise mit dem Urin. Da aber Meeresfische die im Wasser gelösten Salze schon größtenteils in der Kiemenregion herausfiltern und die aufgenommene Flüssigkeit überwiegend über die Haut ausscheiden, geben sie nur noch sehr wenig Harn ins Wasser ab.

Süßwasserfische hingegen, die permanent über die Haut Wasser aufnehmen, müssen sogar sehr viel Energie darauf verwenden, dieses ständig wieder über die Nieren auszuscheiden. Ansonsten würden sie irgendwann platzen – darum produzieren sie ständig große Mengen stark verdünnten Urins, immerhin bis zu 20 Prozent ihres Körpergewichts pro Tag. Vereinfacht lässt sich also sagen: Süßwasserfische trinken nicht, produzieren dafür viel Urin, Salzwasserfische trinken viel und machen wenig Pipi.

Quelle: Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer / Nationalpark für Entdecker

Apropos Fisch – noch so eine Besonderheit der Natur: Wussten Sie, dass auch Seepferdchen (Hippocampus hippocampus) Fische sind? Ihre Körperform, ihre meist aufrechte Haltung, der Ringelschwanz, das Fehlen von Schuppen … all das sieht nicht unbedingt nach Fisch aus. Aber ihre Rückenflosse verrät sie, ebenso wie der Kiemendeckel am Kopf. Die bei Gästen im Multimar Wattforum beliebten Tiere sind hierzulande nicht nur als Aquarienbewohner präsent, sondern kommen vereinzelt auch in der Nordsee und im Wattenmeer vor, hier vor allem die Kurzschnäuzige Variante. Die Art ist von Dänemark bis hinunter ans Schwarze Meer und Westafrika zu finden, benötigt dabei Flachwasser mit Algen oder Seegras zum Festhalten und Verstecken.

Quelle: Schutzstation Wattenmeer

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© Claußen / LKN.SH

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hatte seinen zweitägigen Nationalparkbesuch kurzfristig abgesagt – aber der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther kam trotzdem an die Westküste. Er nutzte den Termin zur Übergabe des Förderbescheids für die Integrierte Station in Lüttmoorsiel (siehe Beitrag „Es kann losgehen“ ) zu einem Blick ins Watt und einem Gespräch mit dem Leiter der Nationalparkverwaltung Michael Kruse.

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© Rainer Schulz / Schutzstation Wattenmeer

Unschöne Begleiterscheinung der Coronapandemie: Zu dem Müll, der sich immer wieder im Spülsaum an der Küste und überhaupt im Nationalpark Wattenmeer findet, kommt ein weiteres Phänomen dazu – abgelegte Alltagsmasken. Entsprechende Meldungen im Strandfunde-Internetportal BeachExplorer.org nehmen nach Informationen der Schutzstation Wattenmeer „schnell zu, insbesondere rund um Badestellen.“

Reine Baumwollmasken sind zwar für die Natur langfristig weniger problematisch, weil sie verrotten – gehören aber so oder so nicht in die Natur. Und Masken, bei denen Kunststoffe verarbeitet sind, bedeuten eine Gefahr für das Ökosystem: Müll, der dieses noch über Jahrzehnte belasten wird.

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© Arved Fuchs Expeditionen

Diesmal nicht in der Arktis, sondern im Wattenmeer ist Arved Fuchs mit seiner Crew derzeit auf dem Expeditionsschiff “Dagmar Aaen” unterwegs – mit einer Vielzahl von Stationen in Dänemark sowie an der nordfriesischen Küste unter anderem auf Sylt, Amrum, Pellworm und den Halligen. Die Tour bildet eine Etappe von Fuchs‘ OCEAN CHANGE Expedition.

„Die Auswirkungen der globalen Erwärmung sind an der Nordseeküste besonders spürbar geworden“, heißt es dazu auf der Website. Vor Beginn der „UN-Dekade der Ozeanforschung und Ozeanbeobachtung” 2021 bis 2030 solle die Situation an diesem Küstenabschnitt beleuchtet werden.

Von Flensburg ging es am 19. Juli entlang der dänischen Küste über Skagen und dem Limfjord (wo obiges Foto entstand) durchs Wattenmeer nach Tönning, wo Fuchs am heutigen Dienstag im Nationalpark Zentrum Multimar Wattforum mit Vertreterinnen und Vertretern unter anderem aus der Nationalparkverwaltung und von Naturschutzverbänden zu einem internen Gedankenaustausch zusammenkommt. Informationen über die Stationen, Erlebnisse und Inhalte der Tour enthält das Logbuch, das auf der Website von Arved Fuchs Expeditionen eingesehen werden kann.

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© Wells / LKN.SH

Marina Sanns ist in der Nationalparkverwaltung im Bereich der Trilateralen Wattenmeerzusammenarbeit tätig

Marina, „ISWSS“ lautet unter Insidern die Abkürzung für eine Veranstaltung, die im März kommenden Jahres stattfindet. Warum laufen bereits jetzt die Vorbereitungen?

ISWSS steht für International Scientific Wadden Sea Symposium, eine internationale Veranstaltung im Zuge der Trilateralen Wattenmeerzusammenarbeit (Trilateral Wadden Sea Cooperation – TWSC). Das ISWSS bietet – bereits zum 15. Mal – ein Forum für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im und für das Wattenmeer tätig sind, um ihre Forschungsergebnisse vorzustellen und sich in der TWSC zu beteiligen.

Ein Programm aus Vorträgen, Diskussionsrunden und vielem mehr muss frühzeitig entwickelt und geeignete Räumlichkeiten gebucht werden. Mögliche Referentinnen und Referenten werden in einem in einem sogenannten Call for Abstracts eingeladen, ihre Arbeit auf dem ISWSS zu präsentieren. Darum sind wir jetzt schon mitten in den Vorbereitungen.

Wie lautet das Thema und welche Ergebnisse darf man von der Veranstaltung erwarten?

Das Thema lautet „Importance of science for the management of the Wadden Sea World Heritage in the context of climate change” (etwa: Die Bedeutung der Wissenschaft für das Management des Weltnaturerbes Wattenmeer angesichts des Klimawandels). Eine der aktuell zentralen Herausforderungen der TWSC ist der Klimawandel und seine Auswirkungen auf das Wattenmeer. Wir fragen uns zum Beispiel: Wie wird das Ökosystem Wattenmeer auf den Klimawandel reagieren? Welche Folgen wird er für die Artenvielfalt, die Artenzusammensetzung und die Nahrungsnetze haben?

Mögliche Auswirkungen des Klimawandels sollen in den Präsentationen der Forschungsprojekte beim ISWSS und den Diskussionen dazu berücksichtigt werden. Außerdem sind alle Teilnehmenden in einer sogenannten Breakout Session eingeladen, auf Basis der vorangegangenen Präsentationen in Gruppen Hinweise und Empfehlungen für die zukünftige Forschung und das Management zum Schutz des Wattenmeeres zu erarbeiten.

Was ist das Besondere an dem ISWSS?

Das ISWSS ist ein fester Bestandteil der Trilateralen Wattenmeerzusammenarbeit und soll aus wissenschaftlicher Sicht über den Zustand des Wattenmeeres berichten sowie Perspektiven für die Zukunft aufzeigen. Das Symposium findet in der Regel ein Jahr vor der Trilateralen Regierungskonferenz zum Schutz des Wattenmeeres statt, auf der die jeweils zuständigen Ministerinnen und Minister aus den Wattenmeerstaaten eine aktuelle Erklärung verabschieden. Die Ergebnisse der ISWSS fließen in die Ministererklärung ein, und diese bildet die politische Weichenstellung für den Wattenmeerschutz der kommenden Jahre. Das ISWSS bietet somit Möglichkeiten für die Teilnehmenden, sich ganz konkret in die TWSC einzubringen und sich mit anderen Aktiven zu vernetzen.

Hinweis: Weitere Informationen zum ISWSS finden Sie hier.

Rubrik Faszinierende Biologie neu

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© Schückel / LKN.SH

Wer derzeit im Watt vor Büsum spazieren geht, kann sie auf Hartsubtrat an den Lahnungen beobachten, kleine olivgrüne Tropfen: die Hafenrose (Diadumene (Haliplanella) lineata). In der deutschen Nordsee wurde diese Blumentierart bereits 1920 und 1924 im Watt vor Büsum nachgewiesen. Diese nicht-heimische Art gelangte vermutlich durch Saataustern in deutsche Gewässer.

Ursprünglich stammt die Hafenrose aus dem Nordwest-Pazifik (Japan, China, Hongkong) und breitet sich nun auch im Atlantik, in Nord- und Südamerika sowie in Europa aus. Nachweise von Nordseeküsten gibt es aus Großbritannien, Belgien, den Niederlanden und Dänemark. Seit einigen Jahren werden zunehmend Vorkommen aus der Ostsee gemeldet.

Die nur 10 bis 20 Millimeter hohe Seeanemone hat bis zu 100 Tentakel. Wie andere Anemonen, ernährt sie sich durch das Einfangen von Zooplankton an ihren Tentakeln. Bei dieser Art gibt es beträchtliche Farbunterschiede. Der Körper kann dunkel- bis olivbraun, grünlich-braun, olivgrün oder graugrün sein, ohne Streifen oder mit weißen oder orangeroten Streifen. Man findet sie auf Hartsubstrat in der Gezeitenzone.

Diese kleinen Seeanemonen gehören zu den anpassungsfähigsten Blumentieren der Nordsee, die größten Extremen wie Hitze oder Schwankungen des Salzgehalts standhalten können. Problemlos kommen sie auch mit längeren Niedrigwasserzeiten klar, indem sie sich zusammenziehen und eine dichte Schleimschicht absondern. Und dann sehen sie aus wie ein kleiner Klecks oder Tropfen.

Ulrike Schückel, Evelyn Schollenberger

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© Hartwig-Kruse / LKN.SH

Früh hat sie begonnen in diesem Jahr, die Blüte des Strandflieders im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer (siehe Nationalpark Nachrichten, Juli- Ausgabe) Nun geht die hohe Zeit des lila Blütenmeeres wie hier im Vorland von Westerhever zu Ende. Schön war’s …

moewe

© Kühn / LKN.SH

„Flieg, kleine Möwe“, wollte man der jungen Schwarzkopfmöwe bei ihren ersten Flugversuchen zurufen, die eher aussahen wie kleine Luftsprünge. Gesehen und abgelichtet bereits im Juli von Nationalpark-Ranger Martin Kühn am Eidersperrwerk, wo sich zwei Brutpaare der Schwarzkopfmöwen in der Kolonie der Lachmöwen „eingemietet“ hatten (siehe Nationalpark Nachrichten, Juli-Ausgabe).

Mittlerweile dürfte der Brutvogelnachwuchs im Nationalpark bis auf ein paar Nachzügler flügge sein. Und es steht fest, dass die Schwarzkopfmöwen am Eidersperrwerk insgesamt vier Küken „groß bekommen“ haben. Angesichts der traurigen Kükenverluste bei einigen Arten vor allem auf den Halligen bei den Hochwassern Anfang Juli eine gute Nachricht!

Rubrik Biosphäre Halligen neu

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© Wissel / LKN.SH

Sein Besuch im vergangenen Sommer war Umweltminister Jan Philipp Albrecht offensichtlich in guter Erinnerung geblieben, denn Anfang August kam er erneut für ein paar Tage nach Pellworm und brachte gleich seine Familie mit. Dabei ließ er sich die Möglichkeit nicht entgehen, Gespräche zu führen – etwa mit der neuen Bürgermeisterin Astrid Korth und dem Leiter der Nationalparkverwaltung Michael Kruse (Foto oben) – sowie sich über einige „Biosphärenthemen“ informieren zu lassen.

So erläuterte die Biosphärengruppe Inselfleischerei ihre Vorstellungen von einer eigenen handwerklichen Schlachterei auf der Insel. Auch wenn solch eine Fleischerei nur einen kleinen Anteil der Pellwormer Schlachttiere verarbeiten könnte, so würden sich doch ganz neue Möglichkeiten für die Direktvermarktung auf der Insel und in der Region ergeben. Der Weg zur eigenen Schlachterei ist noch weit, doch der Minister hielt die Idee für gut nachvollziehbar und zeitgemäß und steuerte gleich einige hilfreiche Hinweise zu Fördergrundsätzen und Organisationsstrukturen bei.

Thema erneuerbare Energien

Später ging es um erneuerbare Energien, die auf Pellworm schon ausgebaut wurden, lange bevor von einem Beitritt zur Biosphäre die Rede war. Mit Solaranlagen, Windrädern und Biogas produziert Pellworm rechnerisch längst mehr Energie, als auf der Insel verbraucht wird. Ziel ist die CO2-Neutralität, und hierzu werden derzeit innovative Ideen entwickelt. Jan Philipp Albrecht zeigte sich beeindruckt von den Überlegungen und machte den Akteuren Mut, fügte aber auch an, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen in den nächsten Jahren zum Teil noch deutlich weiterentwickeln müssten.

Für ein weiteres Pellwormer Highlight muss der Minister noch einmal wiederkommen: Für den faszinierenden Sternenhimmel über Pellworm war es kurz nach Vollmond auch spät abends noch zu hell. Den Abschluss des offiziellen Besuchsprogramm bildete ein engagierter Austausch mit jungen Pellwormerinnen und Pellwormern rund um die Themen, die die junge Generation bewegen und für die sie seit über einem Jahr weltweit – und auch auf Pellworm – auf die Straße gehen.

Silke Wissel

schilder

© Stock / LKN.SH

Die Nationalparkverwaltung hat drei neue Unternehmen in den Kreis der Nationalpark-Partner aufgenommen. Es sind das Hotel Kolle in Büsum, Ferienwohnungen Bangen-Bruhn auf Nordstrand sowie die Lerntherapeutische Praxis Steinkopf in Heide. Herzlich willkommen!

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Die meisten Nationalpark-Häuser und -Stationen stehen, natürlich mit Hygienekonzept, Interessierten längst wieder offen – und damit auch die Sonderausstellung, die die FÖJlerin Selina Schiek für das Naturkundemuseum Niebüll entwickelt hat. Sie ist noch bis Oktober in der Niebüller Einrichtung zu sehen. Ein schönes Beispiel für praktizierte Nationalpark-Partnerschaft! Informationen zum Naturkundemuseum gibt es hier.

Rubrik Aus dem Multimar Wattforum

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© Claußen / LKN.SH

Die allerersten Vorboten geben sich zu erkennen: Als Vorbereitung auf den geplanten Bau einer Fischotteranlage wurden die Bürocontainer neben dem Multimar Wattforum abgebaut, um Platz für die künftige Baustellenzufahrt zu machen. Aus demselben Grund musste der „Coronaausgang“ (die Trennung von Ein- und Ausgang ist Teil des Coronakonzepts) verlegt werden. Der neue, provisorische Ausgang führt jetzt über die Schafsweide Richtung B5 direkt am Gebäude entlang. Für die Gäste mal ein ganz neuer Blick auf unser Nationalpark-Zentrum!

Alina Claußen

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© Jeß / LKN.SH

Die Seehundstation Friedrichskoog ist nach monatelangen Modernisierungsmaßnahmen wieder eröffnet worden – rechtzeitig zum 35. Geburtstag. Geladen war ein kleiner Gästekreis, das offizielle „Go“ gab der schleswig-holsteinische Umweltminister Jan Philipp Albrecht (auf dem Foto in der Mitte), assistiert vom Friedrichskooger Bürgermeister Bernd Thaden und Stationsleiterin Tanja Rosenberger.

Bau- und später coronabedingt war die Einrichtung monatelang für den Besucherverkehr geschlossen und ist, trotz nach wie vor laufender Arbeiten, seit Anfang August zumindest in Teilen und für eine begrenzte Zahl an Interessierten wieder zugänglich. Wegen der Einschränkungen ist der Eintrittspreis für Erwachsene reduziert, Kinder haben freien Zutritt. Weitere Informationen gibt es hier.

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© Claußen / LKN.SH

Nun kann es losgehen mit den Baumaßnahmen zur Integrierten Station Beltringharder Koog, der zukünftigen zentralen Anlaufstelle im mittleren Nordfriesland für das angrenzende Naturschutzgebiet und den Nationalpark Wattenmeer. Am vergangenen Freitag hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther im Rahmen einer Feierstunde die Zuwendungsbescheide des Landes über insgesamt gut 1,35 Millionen Euro überreicht. Lesen Sie mehr dazu in dieser Pressemitteilung .

Rubrik Aus der Arbeit der Nationalparkverwaltung

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© Padlat / LKN.SH

Das geht wohl jedem so, der eine neue Aufgabe übernimmt: Viele wollen ihn kennenlernen, mit einer Vielzahl von Themen gilt es sich vertraut zu machen – heißt also: Termine, Termine, Termine …

So sieht denn derzeit auch der Arbeitsalltag des neuen Leiters der Nationalparkverwaltung Michael Kruse aus: Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Muschelfischer und von Naturschutzverbänden (Foto oben: mit Hans-Ulrich Rösner vom WWF), mit den Landräten und Kuratoriumsvorsitzenden aus Nordfriesland und Dithmarschen, mit der Bürgermeisterin des Verwaltungsstandortes (und Nationalpark-Partnerkommune) Tönning, Gespräche auf Pellworm, das dem Biosphärengebiet beitreten will, Wattwanderung und Halligbesuch mit dem beim Bundesernährungsministerium angesiedelten Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE), Gespräch am Watt mit dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther (siehe Beitrag oben) … das sind nur einige Auszüge aus seinem Terminkalender der vergangenen Wochen. Fortsetzung garantiert!

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© Wells / LKN.SH

Die Coronapandemie ist wahrlich nicht zum Lachen – aber beim Umgang mit der einen oder anderen Begleiterscheinung kann Humor hilfreich sein. So ist auch der Begriff zu verstehen, der in der Nationalparkverwaltung für eine Verhaltensregel bei Wattwanderungen geprägt wurde: „Corona-Pirouette“ – soll heißen: Der Abstand aller Beteiligten sollte so groß sein, wie ihre ausgestreckten Arme es vorgeben – und dann einmal um sich selbst drehen … Beim Regio-Treff Süd für Nationalpark-Rangerinnen und -Ranger machten die Teilnehmenden im Garten der Nationalparkverwaltung die Probe aufs Exempel.

Wie stark die Coronakrise den Alltag des Nationalpark-Außendienstes bestimmt, wurde auch aus den Gesprächen deutlich. Es ging vor allem um die Frage, wie praktikabel das Hygienekonzept bei Veranstaltungen im Watt ist, wie Gäste darauf reagieren und wo eventuelle Stolpersteine liegen. Zwischenbilanz: Die bisherigen Erfahrungen mit den kleinen Gruppen (maximal 15 Personen) sowie zwei Begleitpersonen sind weitgehend positiv.

Regio-Treffs für die Nationalpark-Rangerinnen und -Ranger aus dem nördlichen und dem südlichen Abschnitt des Nationalparks finden jeweils einmal monatlich statt. Ziel ist ein Austausch untereinander ebenso wie mit den Verantwortlichen in der Nationalparkverwaltung, Christian Wiedemann und Moritz Padlat (Nachfolger von Hans-Heinrich Koop). Die draußen vor Ort Aktiven haben außerdem Gelegenheit zu berichten, was ihnen auf den Nägeln brennt. Bei den dabei immer wieder angesprochenen Problemen stehen nach wie vor und bei nahezu allen ganz obenan die frei laufenden Hunde im Nationalpark, zum Beispiel in den Vorländern – besser gesagt die häufig uneinsichtigen Hundehalter.

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© Stock / LKN.SH

Die im Jahr 2015 gegründete Nationalparkstiftung fördert Projekte, die direkt den Schutz des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer verbessern oder der Bildung und Information über den Nationalpark dienen. Entsprechende Projekte können sich ab sofort bewerben. Weitere Informationen dazu enthält diese Pressemitteilung, ergänzende Informationen zur Stiftung gibt es hier.

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© Kretschmer / LKN.SH

Nach einer coronabedingten Zwangspause ist nun auch der Infowagen der Nationalparkverwaltung wieder unterwegs, mit Strandfundekiste, Glücksrad und jeder Menge Wissenswertem über den Nationalpark Wattenmeer. Erste Stationen waren St. Peter-Ording, Büsum und Strucklahnungshörn auf Nordstrand, diesen Donnerstag (20. August) steht ein Stopp in Friedrichskoog an. Dass bei allen Kontakten die Hygiene- und Schutzmaßnahmen eingehalten werden, versteht sich von selbst!

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© Wells / LKN.SH

Wir begrüßen zwei „Neue“ im Team der Nationalparkverwaltung: Lisa Storny hat Anfang August ihren einjährigen Bundesfreiwilligendienst (BFD) angetreten, Ena Fee Briesemeister (auf dem Foto rechts) ist Praktikantin. Am besten, sie stellen sich selbst vor:

Moin, ich bin Lisa, 19 Jahre jung. Mit dem Abi in der Tasche hat mich der Seeduft von Frankfurt nach Tönning gezogen. Meinen BFD sehe ich als eine große Chance, mich neuen Herausforderungen zu stellen, sie zu bewältigen und aus ihnen zu lernen.

Besonders begeistert hat mich diese Stelle aufgrund der Mischung aus Kreativität und Naturschutz, dazu kommen die vielfältigen Aufgaben und der einzigartige nordische „Schnack“. Nun freue mich sehr auf das kommende Jahr und hoffe auf viele unvergessliche Momente.

Ich bin Ena und mache für fünf Monate ein Praktikum im Fachbereich Kommunikation und Nationalpark-Partner. Ich studiere in Göteborg den Masterstudiengang „Sea&Society“. Gebürtig komme ich aus der Nähe von Kiel, habe aber mittlerweile auch in Göteborg und Berlin ein Zuhause. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad und lese. Ich freue mich darauf, mehr über den Nationalpark und alle damit verbundenen Themen zu lernen.

Paraffin erinnert an Wachs, es gibt sogar Menschen, die es – nichts Böses ahnend – sammeln und Kerzen daraus herstellen. Dabei ist Paraffin, das immer mal wieder am Strand auch im Nationalpark gefunden wird, ein nicht ungefährlicher Stoff! Was es damit auf sich hat, wie man Paraffin erkennt und was bei der Entdeckung zu tun ist, darüber informiert ein unter Mitwirkung der Nationalparkverwaltung entstandenes neues Faltblatt des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums, das auf dieser Website (etwas herunterscrollen) zum Download verfügbar ist.

„Corona“-Videos, die Fünfte: Seit Kurzem steht ein weiteres, im Rahmen des Projektes PROWAD LINK entstandenes Video im Netz. Die Reihe soll zeigen, wie die kleinen und mittleren Unternehmen in der Nordseeregion mit dem Coronavirus und seinen Folgen umgehen. Als dritte Protagonistin aus Schleswig-Holstein präsentiert sich die Märchenerzählerin, Malerin und Nationalpark-Partnerin Sigrid Nolte Schefold hier.

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© Jeß / LKN.SH

Der Termin steht, das Programm noch nicht ganz: Die nächste Fachtagung Natur und Tourismus findet am 12. November statt, und zwar auf dem GreenTEC Campus in Enge-Sande. Interessierte, bitte das Datum schon einmal in den Kalender eintragen! Weitere Informationen gibt es dann in der nächsten Ausgabe der Nationalpark Nachrichten.

Nicht nur Vögel, auch Fische wandern! Vor diesem Hintergrund sollte im Mai der Fish Migration Day stattfinden – aber dann kam Corona, und der Termin wurde verschoben. Neues Datum ist der 24. Oktober. Bitte ebenfalls vormerken!

Rubrik Fundstück neu

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© Hartwig-Kruse / LKN.SH

Da freuen sich aber zwei über einen ganz besonderen Fund – über den so mancher Biologe neidisch sein dürfte. Denn den Halligflieder-Spitzmausrüsselkäfer haben wegen seiner Lebensweise nur wenige Menschen jemals zu Gesicht bekommen. Dieser Nachwuchsforscherin und ihrem jüngeren Bruder, beides Enkel der Nationalpark-Rangerin Ruth Hartwig-Kruse und ganz offenbar künftige Junior Ranger, ist es auf der Hallig Nordstrandischmoor gelungen.

Der Halligflieder-Spitzmausrüsselkäfer ist, wie der Name schon sagt, ein Bewohner des Hallig(Strand)flieders. In der Roten Liste der bedrohten Arten wird er als stark gefährdet geführt. Und weil er sich auch in seinem angestammten Lebensraum so rar macht und umso seltener fotografieren lässt, müssen wir uns in diesem Fall ausnahmsweise mit einer Unschärfe zufrieden geben. Interessante Details über den kleinen Käfer und seine Lebensraumansprüche sind in einem Beitrag des ehrenamtlichen Heimatfaunisten und Mitautoren der Roten Liste der bedrohten Käferarten in Schleswig-Holstein Roland Suikat für die Nationalpark Nachrichten hier nachzulesen.


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LKN-SH | Nationalparkverwaltung
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Redaktion: Heike Wells, Bernhard Dockhorn
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