Schleswig-Holstein

Abschied in den Ruhestand

Mit Martin Stock und David Fleet haben sich erneut zwei altgediente Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung in den Ruhestand verabschiedet.

Martin Stock stammt aus dem niedersächsischen Emden, hat eine Ausbildung zum Diplom-Ingenieur im Gartenbau als auch eine zum Diplom-Biologen absolviert. Nach diversen Tätigkeiten als Biologe arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim WWF Deutschland, leitete dort im Projekt „Ökosystemforschung Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer” ein Teilvorhaben – und fand so den Weg in das damalige Nationalparkamt.

Hier bildete die Entwicklung des Vorlandmanagementkonzeptes eine seiner Hauptaufgaben: Es galt, gemeinsam mit den Küstenschutzexpert:innen die jährlichen Küstenschutzmaßnahmen zu betrachten und das für Natur- und Küstenschutz gleichermaßen optimale Verfahren zu definieren.

Zweiter Arbeitsschwerpunkt: das Salzwiesen-Monitoring. In dessen Rahmen erkundete Martin Stock Anderen verborgene Bereiche des Nationalparks, entdeckte neue Pflanzenarten und eine Insel, die sich vor dem Norderoogsand neu gebildet hatte.

Über seine Aufgaben hinaus war der Biologe auch leidenschaftlicher Fotograf und ist es bis heute. „Unser umfangreiches Fotoarchiv wäre ohne ihn nicht denkbar“, betont sein langjähriger Kollege Matthias Kundy, heute Leiter des Fachbereichs Kommunikation und Nationalpark-Partner in der Nationalparkverwaltung.

Stock sei darüber hinaus ein engagierter Pädagoge – bewährt unter anderem in Fortbildungen der Nationalparkverwaltung –, Vortragskünstler in vielen Multimedia-Präsentationen, Wattführer und Exkursionsleiter – und in all dem „Naturschützer durch und durch“, so Kundy. „Forscher, Gestalter und Macher“ – so haben Stocks Kolleg:innen die Power-Point-Präsentation überschrieben, die sie zu seinem Abschied zusammengestellt haben.

Martin Stock
Martin Stock

© Stock / LKN.SH

David Fleet ist in England geboren und aufgewachsen, absolvierte dort auch Schule und Zoologiestudium. Es folgten eine ornithologische Studienreise nach Südeuropa, fünf Jahre als technischer Leiter der Vogelwarte Helgoland, als nächste Station Dänemark inklusive einer Ausbildung und Arbeit in der ökologischen Landwirtschaft – und dann, ab 1987, der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.

Im damaligen Nationalparkamt hat der begeisterte – und brillante – Ornithologe zunächst das trilaterale Brutvogel-Monitoring mit aufgebaut und in den darauffolgenden Jahren in verschiedenen Aufgabenfeldern die Arbeit der Nationalparkverwaltung und den Wattenmeerschutz entscheidend mitgeprägt. Zuletzt war David Fleet unter anderem verantwortlich für das Ölvogel- und Müll-Monitoring im Rahmen der von der EU verabschiedeten Meeresstrategierahmenrichtlinie (MSRL), für die Koordinierung ökologischer Belange bei der Gefahrenabwehr und die Umsetzung internationaler Naturschutzabkommen – wegen Herkunft, Berufsweg und Aufgaben wird er gern „Mr. International“ der Nationalparkverwaltung genannt.

„Du hast über ein Vierteljahrhundert im und für den Nationalpark geforscht, gestaltet und entwickelt“, sagte seine Fachbereichskollegin Marina Sanns bei der Abschiedsfeier, und: „Ich habe dich immer als sehr offenen und zugewandten Kollegen kennengelernt. Du hast gerne dein Wissen geteilt – und du hast richtig viel Wissen!“

David Fleet

© LKN.SH