Die Intensität der Beweidung erfolgt nach den Vorgaben der Nationalparkverwaltung und orientiert sich an einer optimierten Vegetationsentwicklung sowie an der Entwicklung des Brut- und Rastvogelgeschehens. Zur Beweidung wurde, aufgrund seiner oben beschriebenen Eigenschaften, die Rasse „Schwarzbuntes Niederungsrind“ ausgewählt.
Ausbau des Nationalparkhofes „Eide Icken“ zur Bestandssicherung des Niederungsrindes als Voraussetzung für die naturnahe Entwicklung von Salzwiesen im Nationalpark
Der Hof konnte in 2013, im Zusammenhang mit Flächenankäufen, mit Ersatzgeldern des Umweltministeriums erworben werden. Um das abgestimmte naturschutzfachliche Ziel der Salzwiesenentwicklung gewährleisten zu können, plant die Nationalparkverwaltung den Ausbau des Hofes.
Nach über zehnjährigem Einsatz der Rasse zur Entwicklung von Salzwiesen ist der Bestand reinrassiger Tiere mit einem heutigen Bestand von ca. 180 Tieren im Nationalpark immer noch zu niedrig, um die angestrebten 3.000 Hektar beweiden zu können. Alleine für die Sommerpolder der Wurster Küste (ca. 800 Hektar) sind ca. 1.600 Tiere der Rasse erforderlich.
Auf dem Nationalpark-Hof „Eide Icken“ wird, bei etwa 80 zu melkenden Tieren, inklusive Nachzucht eine Herdengröße von etwa 180 bis 200 Tieren angestrebt. Dies ist für einen derartigen Betrieb die wirtschaftliche Mindestgröße.Gleichzeitig entsteht unter Wahrung der züchterischen Aspekte ein Genpool dieser Rasse für die weitere Entwicklung der Salzwiesen.
Die Nationalparkverwaltung wird in diesem Themenspektrum beraten durch den „Verein zum Erhalt des Schwarzbunten Niederungsrindes“, dem „Kompetenzzentrum Ökolandbau“ des Landes Niedersachsen in Visselhövede und dem Versuchsbetrieb der Uni Kassel, Fachbereich Ökologische Landwirtschaft. Vor Ort erfolgt eine fachliche Begleitung durch eine beauftragte Tierärztin.
Hinsichtlich der Erstellung und des Umbaus der landwirtschaftlichen Gebäude erfolgt die Beratung durch die Niedersächsische Landgesellschaft, Bremerhaven, und zusätzlich durch den ortsansässigen landwirtschaftlichen Beratungsring.
Am Ausbau der Nachzucht in ausreichender Zahl, zur Realisierung der Salzwiesenentwicklung, sind auch weitere landwirtschaftliche Betriebe beteiligt, unter Einhaltung der Zuchtziele und Nutzung von bereits verfügbaren gekörten Deckbullen.
Mit Blick auf die zweifache Nutzung der Rasse (Milch und Fleisch), welche bei der Zucht berücksichtigt werden muss, erfolgt der Einsatz der Fleischrinder (Ochsen, Färsen) über die landwirtschaftlichen Betriebe auf Flächen im Nationalpark und die arbeitsintensive Milchviehhaltung auf dem Nationalparkhof mit Flächen im Binnenland, selbstverständlich auch dort nach ökologischen Kriterien.