Schleswig-Holstein

04.11.2021 |

Neues Forschungsprojekt

„iSEAL“ – so lautet das Kurzwort für ein Forschungsprojekt, für das vor wenigen Tagen die Bewilligung und Finanzierungszusage aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erfolgt ist.

Unter der Leitung der Nationalparkverwaltung werden dabei gemeinsam mit Kooperationspartnern aus der Wattenmeerforschung in den kommenden drei Jahren Grundlagen für die Erhaltung der natürlichen biologischen Vielfalt von Arten und Lebensräumen ermittelt, erläutert der Leiter des Fachbereichs Umweltbeobachtungen und Planungsgrundlagen Kai Eskildsen: „Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, das Vorhaben an die schleswig-holsteinische Westküste zu holen.“

Was konkret erforscht werden soll, dazu gibt der Antragstext genauere Informationen: „Die Nationalparke Niedersächsisches und Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer sind verschiedenen Belastungen wie Klimawandel, Fischerei und invasiven Arten ausgesetzt, die den guten ökologischen Umweltzustand beeinflussen. In dem Vorhaben werden die Auswirkungen dieser vielfältigen Belastungen auf Küstenökosysteme und ihrer Ökosystemleistungen im Kontext bestehender Richtlinien und Meeresschutzübereinkommen untersucht“, heißt es dort, und: „Im Kern werden Zusammenhänge zwischen Belastungen und Veränderungen von Struktur, Funktion, Schlüsselarten und der Zustand von Nahrungsnetzen im Wattenmeer analysiert und bewertet.“ Untersucht wird unter anderem der Einfluss von Klimawandel und invasiven Arten auf das Nahrungsnetz von Muschelbänken (Foto).

Ziel ist es, auf der Basis der Ergebnisse „anwendbare und messbare Zielwerte für einen guten ökologischen Zustand“ des Lebensraums zu erarbeiten – und diese in nationale, trilaterale und internationale Arbeits- und Expertengruppen zu transferieren. Eskildsen: „So werden Grundlagen für eine einheitliche Umsetzung von Indikatoren geschaffen, mit denen Nahrungsnetze in den Nationalparks einheitlich bewertet werden können.“

„iSEAL“ ist übrigens ein sogenanntes Akronym, also ein aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter gebildetes Kurzwort, und steht für „Integrierte sozial-ökologische Netzwerkanalyse für die transdisziplinäre Entwicklung von Indikatoren und Handlungsempfehlungen zur Reduktion anthropogener Stressoren“. Zur Koordination des Vorhabens in der Nationalparkverwaltung wird eine befristete Stelle geschaffen, die Bewerbungsfrist läuft noch bis Ende dieses Monats.

Die iSEAL-Projektpartner:

  • Universität Osnabrück
  • Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, AWI List/Sylt
  • GEOMAR-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
  • Christian-Albrechts-Universität Kiel, FTZ Büsum
  • Senckenberg am Meer