Schleswig-Holstein

Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen

Das Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer wurde 1990 eingerichtet. Es erstreckt sich über 4.431 km² von der dänischen Grenze bis zur Elbmündung. Zunächst bestand es aus zwei Zonen: der Kernzone (1.570 km²) und der Pufferzone (2.840 km²). Sie entsprechen den Zonen 1 und 2 des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Dort hat die Natur Vorrang, eine eingeschränkte wirtschaftliche Nutzung im Sinne des Nationalparkgesetzes ist aber zulässig.

Zone 1 (Kernzone)

Zone 2 (Pufferzone)

Entwicklungszone

Entwicklungszone

Die Entwicklungszone kam erst 2004 mit der Erweiterung um die fünf großen, bewohnten Halligen dazu: Gröde, Hooge, Langeneß, Nordstrandischmoor und Oland (insgesamt 21 km²). Seitdem heißt das Gebiet „Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen“. Die fünf kleinen Halligen sowie einige unbewohnte Inseln und Sandbänke liegen in der Kernzone des Biosphärenreservats.

Seit 2016 wird auf der Insel Pellworm der Beitritt zur Entwicklungszone des Biosphärenreservats diskutiert und vorangetrieben. Seit Februar 2019 wird der Beitritt konkret vorbereitet.

Entwicklungszone „Biosphäre Halligen“

Als Biosphäre Halligen nahmen die Bewohner:innen der nordfriesischen Halligen die Entwicklung ihrer Heimat selbst in die Hand. Sie entschieden sich dafür, Entwicklungszone zu werden, da sie hierin eine Perspektive für ihre Zukunft in der Region sehen. Sie wollen ihren einzigartigen Lebensraum so erhalten und entwickeln, dass er für sie und kommende Generationen sicher und lebenswert ist. Die besonderen Herausforderungen der Halligen sind ihre Kleinräumigkeit, die schwierige Verkehrsanbindung sowie die natürlichen Bedingungen (Landunter, Stürme). Über Jahrhunderte waren die Halligbewohner auf die Nahrung angewiesen, die sie aus dem Meer holen oder auf dem kargen Boden anpflanzen konnten. Heute leben die Menschen vom Tourismus, arbeiten im Küstenschutz um die Halligen zu pflegen und zu erhalten oder sie leben von der Weideviehwirtschaft.

Die nordfriesischen Halligen

Halligen gibt es weltweit nur in Nordfriesland, dem nördlichen Teil des schleswig-holsteinischen Wattenmeeres. Halligen sind Marschinseln, die durch keinen oder nur einen niedrigen Sommerdeich geschützt sind. Die Häuser stehen auf sicheren Warften, aufgeschütteten Erdhügeln. Im Winterhalbjahr werden die Halligen oftmals überflutet. Diese „Landunter“ gehören zum Alltag der etwa 360 Halligbewohner. Genauso wie die Inseln haben sie eine bedeutende Schutzfunktion für das Festland. Wie Wellenbrecher beruhigen sie die See und stabilisieren die Wattflächen, so dass das Festland von Sturm und Wellengang nicht so hart getroffen wird.

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