Schleswig-Holstein

Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen

Das Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer wurde 1990 eingerichtet. Es erstreckt sich über 4.431 km² von der dänischen Grenze bis zur Elbmündung. Zunächst bestand es aus zwei Zonen: der Kernzone (1.570 km²) und der Pufferzone (2.840 km²). Sie entsprechen den Zonen 1 und 2 des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Dort hat die Natur Vorrang, eine eingeschränkte wirtschaftliche Nutzung im Sinne des Nationalparkgesetzes ist aber zulässig.

Zone 1 (Kernzone)

Zone 2 (Pufferzone)

Entwicklungszone

Entwicklungszone

Die Entwicklungszone kam erst 2004 mit der Erweiterung um die fünf großen, bewohnten Halligen dazu: Gröde, Hooge, Langeneß, Nordstrandischmoor und Oland (insgesamt 21 km²). Seitdem heißt das Gebiet „Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen“. Die fünf kleinen Halligen sowie einige unbewohnte Inseln und Sandbänke liegen in der Kernzone des Biosphärenreservats.

Seit 2016 wurde auf der Insel Pellworm (37 km²) der Beitritt zur Entwicklungszone des Biosphärenreservats diskutiert und vorangetrieben. Seit Februar 2019 wurde der Beitritt konkret vorbereitet. Die UNESCO hat die Insel Mitte Juni 2023 als Entwicklungszone anerkannt.

Damit hat sich die Entwicklungszone auf 58 km² mehr als verdoppelt. Bisher umfasste es die Biosphäre Halligen mit 21 km², jetzt kommt Pellworm mit zusätzlichen 37 km² hinzu.

Entwicklungszone „Biosphäre Halligen“

Als Biosphäre Halligen nahmen die Bewohner*innen der nordfriesischen Halligen die Entwicklung ihrer Heimat selbst in die Hand. Sie entschieden sich dafür, Entwicklungszone zu werden, da sie hierin eine Perspektive für ihre Zukunft in der Region sehen. Sie wollen ihren einzigartigen Lebensraum so erhalten und entwickeln, dass er für sie und kommende Generationen sicher und lebenswert ist. Die besonderen Herausforderungen der Halligen sind ihre Kleinräumigkeit, die schwierige Verkehrsanbindung sowie die natürlichen Bedingungen (Landunter, Stürme). Über Jahrhunderte waren die Halligbewohner*innen auf die Nahrung angewiesen, die sie aus dem Meer holen oder auf dem kargen Boden anpflanzen konnten. Heute leben die Menschen vom Tourismus, arbeiten im Küstenschutz um die Halligen zu pflegen und zu erhalten oder sie leben von der Weideviehwirtschaft.

Die nordfriesischen Halligen

Halligen gibt es weltweit nur in Nordfriesland, dem nördlichen Teil des schleswig-holsteinischen Wattenmeeres. Halligen sind Marschinseln, die durch keinen oder nur einen niedrigen Sommerdeich geschützt sind. Die Häuser stehen auf sicheren Warften, aufgeschütteten Erdhügeln. Im Winterhalbjahr werden die Halligen oftmals überflutet. Diese „Landunter“ gehören zum Alltag der etwa 275 Halligbewohner*innen. Genauso wie die Inseln haben sie eine bedeutende Schutzfunktion für das Festland. Wie Wellenbrecher beruhigen sie die See und stabilisieren die Wattflächen, so dass das Festland von Sturm und Wellengang nicht so hart getroffen wird.

Entwicklungszone Pellworm

Im Zuge der Anerkennung wurden alle Insulaner*innen – ganz im Sinne des UNESCO-Programms – zum aktiven Mitgestalten eingeladen und haben sich im Gemeinschaftsprojekt eingebracht. Die auf Pellworm lebenden und wirtschaftenden Menschen haben das Ziel, ihren einzigartigen Lebensraum im Wattenmeer so zu erhalten und nachhaltig zu entwickeln, dass es für sie und kommende Generationen angesichts des Klimawandels sicher und lebenswert ist. Die Herausforderungen, vor denen die Inselgemeinde angesichts des steigenden Meeresspiegels und des demografischen Wandels steht, sind groß.

Mehr als 20 verschiedene Projekte decken alle Facetten für eine nachhaltige Entwicklung ab und repräsentieren eindrücklich das große Potential der Insel, die Vielfalt des Pellwormer Lebens sowie die starke Verbundenheit der Einheimischen mit ihrer Heimat. Beispielhaft dafür ist die Inseldachmarke Pellworm, die für den Tourismus und auch für lokal erzeugte Produkte und Dienstleistungen entwickelt wird, die Runden Tische „Naturschutz“ und „Landwirtschaft-Mensch-Natur“ sowie Projekte zum Erhalt der biologischen Vielfalt (zum Beispiel „Insektenfreundliche Insel“ und „Sterneninsel Pellworm“). Das Rahmenkonzept gibt einen Überblick.

Themenjahr 2023

„Biosphäre Wattenmeer – heute das Morgen gestalten“: Alle Infos rund um den Schwerpunkt des Jahres 2023, Veranstaltungen und Informationen.

Aufgehängte frische Wäsche flattert auf einer Hallig an einer Leine im Wind.
Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer stand 2023 im Zeichen der „Biosphäre Wattenmeer – heute das Morgen gestalten“.

© Martin Stock / LKN.SH

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