Lebensräume

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Zum Ökosystem Wattenmeer gehören nicht nur die eigentlichen Wattflächen, die im Rhythmus von Ebbe und Flut trocken fallen und wieder überflutet werden. Auch weitere Lebensraumtypen wie Salzwiesen, Dünen oder Strände prägen die einzigartige Vielfalt des Wattenmeeres.
Dünenlandschaft auf Spiekeroog

Watt

Das Watt ist der Teil des Wattenmeeres, der im Wechsel der Gezeiten regelmäßig überflutet wird und wieder trockenfällt. Es ist von Prielen und Rinnen durchzogen, die das Wasser aus der Nordsee heran- und wieder hinausführen.

Auf und unter der Wattoberfläche leben zahllose kleine Lebewesen. Sie nehmen aus dem Wasser und dem Boden die Nährstoffe, aber auch Schadstoffe auf, die mit der Flut herangespült werden. Selbst bilden sie wieder ein reiches Nahrungsangebot für Fische und Vögel.

Salzwiesen

Salzwiesen entstehen, wenn sich vor dem Deich soviel Sediment abgelagert hat, daß die Flächen "aus den Gezeiten herauswachsen" und nur noch unregelmäßig überflutet werden.

Unter diesen besonderen Standortfaktoren - wechselnde Salzgehalte, Überflutungen und Nährstoffangebot - entwickelt sich eine hoch spezialisierte Lebensgemeinschaft. Etwa 400 Insektenarten sind z. B. auf nur 25 Pflanzenarten der Salzwiesen spezialisiert!

Dünen

Dünen bilden sich vor allem an der Ost- und Nordseite der Inseln. Sie wachsen aus herangewehtem Sand heran, der durch tiefwurzelnde und -sprossende Pflanzen zusammengehalten wird.

Abgesehen von ihrer ökologischen Bedeutung sind Dünen lebensnotwendig für die Inseln und ihre Bewohner: solange sie von dichtem Pflanzenbewuchs festgehalten werden, bieten sie als natürliche Wellenbrecher Schutz vor Überflutungen. Wer Dünen und ihren Bewuchs zerstört, gefährdet Menschenleben!

Strände und Sandbänke

Die Nordseiten der Inseln sind Wind und Wellen direkt ausgesetzt. Der Sand ist ständig in Bewegung, es kann sich keine geschlossene Pflanzendecke bilden. Auch kleine bzw. flache Sandbänke und Platen im Watt bleiben immer in Bewegung, solange sie nicht aus dem Überflutungsbereich "herauswachsen". Erst in sicherem Abstand zur Wasserkante können aus dem Sand richtige Dünen entstehen.

Geestkliff, Moor und Heide

Dort, wo das Meer sich bis an die eiszeitlich entstandene Geest herangeknabbert hat, hat sich eine bis zu mehrere Meter hohe "Steilküste" gebildet. Auf dem trockenen, sandigen Boden sind in unmittelbarer Nachbarschaft zum Meeresschlick Moore, Heiden und so genannte Eichenkrattwälder entstanden. Seit 2001 gehören diese besonderen Lebensraumtypen bei Cuxhaven zum Nationalpark.

Ästuare (Flußmündungen)

Wo Rhein, Ems, Weser und Elbe und kleinere Wasserläufe ins Wattenmeer münden, vermischen sich Süß- und Salzwasser zu Brackwasser mit besonderen Lebensbedingungen. Wegen der wirtschaftlichen Nutzung als Verkehrswege (Bundeswasserstraßen) gehören die Fahrwasser von Ems, Jade, Weser und Elbe nicht zum Schutzgebiet des Nationalparks.