Schleswig-Holstein

20.05.2022 |

Vogelgrippe an der Westküste Schleswig-Holsteins

Seit Mitte Oktober 2021 gibt es an der Westküste Schleswig-Holsteins wieder auffällige Funde toter Wildvögel, inbesondere von Nonnengänsen, Pfeifenten und Silbermöwen. Bislang (Stand 20. Mai 2022) wurden 7.416 verendete Vögel im Nationalpark und entlang der Landesschutzdeiche mit Verdacht auf Vogelgrippe eingesammelt.

Darüber hinaus wurden viele tote Trottellummen eingesammelt. Bei ihnen gibt es jedoch bisher keine Nachweise von Vogelgrippeerregern, so dass eine andere Todesursache vermutet wird.

Grafische Darstellung der Vogelkadaverfunde Menge/Zeit
Übersicht gesammelter Kadaver (ohne Trottellummen) an der Westküste Schleswig-Holsteins (Stand: 20. Mai 2022)

© LKN.SH

Bei mehreren Proben wurde die hochpathogene aviäre Influenza, auch Geflügelpest oder Vogelgrippe genannt, nachgewiesen. Sie ist eine durch Viren verursachte, anzeige- und bekämpfungspflichtige Tierseuche, die bei gehaltenen Vögeln und Wildvögeln nach teilweise schweren Erkrankungserscheinungen zu massenhaftem Verenden führen kann.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat als nationales Referenzlabor für Geflügelpest die Geflügelpesterreger des Subtyps H5N1 nachgewiesen.

Weil die Vogelgrippe mittlerweile in vielen Teilen Schleswig-Holsteins nachgewiesen wurde und auch Geflügelhaltungen betroffen waren, wurden landesweit sogenannte Biosicherheitsmaßnahmen und in einigen Kreisen Stallpflicht angeordnet. Die Übertragung auf weitere Geflügelhaltungen soll so verhindert werden.

Was tun, wenn ich einen toten oder sterbenden Vogel finde?

Wenn Sie einen toten oder sterbenden Vogel finden, berühren Sie ihn bitte nicht, und wenn er noch lebt, stören Sie ihn nicht. Wenn Sie einen Hund haben, halten Sie ihn von dem Vogel fern und angeleint. Lassen Sie den Vogel, wo er ist. Kein Tierarzt könnte ihm helfen – lassen Sie ihn in Ruhe sterben.

Funde von verendeten wildlebenden Vögeln im Nationalpark und auf den Landesschutzdeichen können Sie an die Nationalparkverwaltung melden. Außerhalb dieser Bereiche melden Sie Funde bitte den Ordnungs- und Veterinärämtern der jeweiligen Kreise bzw. der kreisfreien Stadt.

Weitere, umfangreiche Informationen gibt es hier:

Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung
www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/Themen/Landwirtschaft/Gefluegelpest/Gefluegelpest/gefluegelpest.html

Friedrich-Loeffler-Institut
www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/