Niedersachsen

10.09.2021 | | Presseinformation der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer

Strandmüll sammeln und sinnvoll entsorgen

Vielen Einheimischen und Gästen auf Norderney ist der Strandmüll ein Dorn im Auge, und statt sich nur darüber zu beklagen, packen sie gleich selbst an und sammeln Plastik und anderen Unrat vom Strand ein, wenn sie dort unterwegs sind. Genau zu diesem Zweck wurden die Strand-Müll-Boxen bereitgestellt.

Neun dieser Drahtgitterboxen sind in der Zeit von April bis Mitte September zwischen Strand „Detmold“ und dem Ostende installiert – in der übrigen Zeit sind sie zwischen Westkopf und Höhe Osthellerparkplatz zu finden. Dort können umweltbewusste Menschen, die beim Wandern Müll entdecken und einsammeln, die Fundstücke entsorgen. Die Technischen Dienste Norderney stellen in Absprache mit den Nationalpark-Ranger:innen die Strand-Müll-Boxen auf und entleeren sie regelmäßig. Der Landkreis Aurich trägt die Kosten für die Entsorgung. Die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer finanziert die Boxen und kommt für anfallende Reparaturkosten auf.

Manchmal werden im Inselosten abseits befahrbarer Straßen und Wege bei spontanen Sammelaktionen Müllhaufen zusammengetragen in der Annahme, dass die Stadtverwaltung oder die Nationalpark-Ranger diese täglich einsammeln und entsorgen. Diese unzugänglichen Bereiche in der Natur werden aber nur sporadisch und anlassbezogen mit Spezialfahrzeugen angesteuert, um so wenig Störungen wie möglich in diesen naturnahen Bereichen zu verursachen Die Ranger selbst haben kein solches Fahrzeug und können nicht täglich die ganze Insel abradeln und -laufen, um diese gut gemeinten Mini-Deponien zu entdecken.

Einige Sammler:innen äußern Enttäuschung oder Unmut, wenn ihr in der Wildnis zusammengetragener Müllhaufen am nächsten Tag noch nicht entsorgt ist. „Die Nationalparkverwaltung freut sich natürlich über das Umweltbewusstsein der freiwilligen Müllsammler:innen“, erklärt Ranger Niels Biewer, „aber aus den genannten logistischen Gründen ist es sinnvoller, solche Sammlungen als Gruppen-Einsatz zu organisieren, einschließlich geplanter Entsorgung. Übers Jahr finden immer wieder solche Gruppeneinsätze z. B. von Schulen oder Firmen statt, die bei der Nationalparkverwaltung anzumelden sind und von den Rangern unterstützt und betreut werden.“

Wichtig sei auch, so Niels Biewer, dass beim Müllsammeln streng geschützte Bereiche im Nationalpark nicht betreten werden. „Dadurch verursachte Störungen von Vögeln und anderen Wildtieren wiegen schwerer als der Nutzen durch die Müllsammlung.“ Auch deshalb ist es wichtig, solche Sammelaktionen im Wildnisbereich abseits der Strände nur gezielt und unter Leitung der ortskundigen Ranger:innen durchzuführen.

Durch die Strand-Müll-Boxen wird den Besucher:innen der Norderneyer Strände die Möglichkeit geboten, angeschwemmten Müll aufzusammeln und zu entsorgen. Die Ranger freuen sich über diese Unterstützung zum Schutz der Natur: „Wir möchten uns bei allen fleißigen Müllsammler:innen bedanken, die mit dafür sorgen, dass die Norderneyer Strände vom Müll befreit werden.“ Die natürlichen Spülsäume hingegen, die mit jeder Flut am Strand angelandet werden, sind ein wertvoller Mikrokosmos, den es zu erhalten gilt. Sanderlinge und Steinwälzer beispielsweise finden dort Nahrung während ihrer Rast auf dem Vogelzug.

Die Aktion STRAND-MÜLL-BOX

Die Aktion STRAND-MÜLL-BOX – für einen müllfreien Strand – ist eine gemeinsame Aktion der Nationalparkverwaltung, der Insel- und Küstengemeinden und ihrer Kurverwaltungen sowie der Landkreise, unterstützt durch das Domänenamt Oldenburg.