Monatsvogel im Januar

Eiderente

Somateria mollissima

Die Eiderente ist eine große und mit ca. 2 kg die schwerste Meeresente, die ganzjährig an unserer Küste zu sehen ist. Auffällig sind die Kindergärten der Weibchen und der Balzruf der Männchen „a-OOH-e“, der melancholisch über das Wasser schallt.

Ihr deutscher Name bezieht sich nicht auf den Fluss Eider, sondern auf den isländischen Meeresgott Ægir, den Riesen der See. Ihr wissenschaftlicher Name bedeutet in etwa „Allerweichste mit dem schwarzen Körper“.

Die Männchen sind im Prachtkleid gut an ihrem schwarz-weißen Gefieder und den lindgrünen Seiten des hinteren Kopfes bzw. Halses zu erkennen. Die Weibchen sind einheitlich bräunlich mit dunkler Bänderung. Beide haben den charakteristischen keilförmigen Schnabel, der sich fliehend hoch zur Stirn zieht.

Muscheln auf dem Speiseplan

Eiderenten ernährt sich überwiegend von Muscheln. Dazu gehören Herzmuscheln, die sie aus dem Wattboden freitrampeln und Miesmuscheln, die sie bis zum 30 m tief tauchend erbeuten. Sie benötigen täglich eine Futtermenge etwa in der Größenordnung ihres eigenen Körpergewichtes.

Kuschelige Brut-Mulden

Geschlechtsreif werden Eiderenten im Alter zwischen 2 und 4 Jahren. Sie führen dann monogame Saisonehen, wobei auch Wiederverpaarungen vorkommen. Eiderenten bilden oft lockere Brutkolonien in Dünen oder in Salzwiesen, mitunter auch in Heidegebieten entlang der Küste, wo sie ihr Nest in Bodenmulden anlegen und es mit Daunen auspolstern (Eiderdaunen). Diese wärmen nicht nur die Küken. Denn zum Beispiel in Island werden die aus den Nestkolonien geernteten Daunen in Decken verarbeitet.

Die Brutzeit liegt an der Wattenmeerküste zwischen April und Juni. Aus den 4 bis 6 Eiern schlüpfen die Küken nach 25 bis 28 Tagen. Nur das Weibchen brütet. Die Nähe zum Nahrungsgebiet ist ein wichtiges Kriterium für die Wahl des Brutplatzes.

Kindergärten mit hundert(en) Küken

Sind die Küken geschlüpft gilt die Devise: Gemeinsam geht es besser! Denn Eiderenten (und auch Brandgänse) führen ihren Nachwuchs nicht allein. Mehrere Mütter tun sich zusammen und beaufsichtigen ihren Nachwuchs gemeinsam. So entstehen große Mega-Familien. In dieser Gemeinschaft können dann einige Altvögel ruhen oder Nahrung suchen, während andere auf die Kükenschar aufpassen – wie in einem Kindergarten. In seltenen Fällen können sich sogar mehrere hundert Küken mit ihren „Kindergärtnerinnen“ versammeln. Die jungen Eiderenten brauchen etwa 8 bis 10 Wochen, bis sie allein unterwegs sind. 

An der Wattenmeerküste brüten Eiderenten überwiegend auf Amrum und Pellworm, auf Scharhörn und Nigehörn im Hamburgischen Nationalpark sowie zum großen Teil auf den ostfriesischen Inseln.

Einige adulte Enten und viele Küken um sie herum im Wasser.
Eiderenten-Nachwuchs braucht etwa 8 bis 10 Wochen, bis er allein unterwegs ist.

© Bernd Hälterlein

Quellen zu den Monatsvögeln

„Zugvögel im Wattenmeer“ (P. Südbeck, F. Barlein, R. Lottmann, Hrsg. 2018)

„Der Kosmos Vogelführer“ (L. Svensson, K. Mullarney, D. Zetterström, 2009)

www.zugvogeltage.de

www.schutzstation-wattenmeer.de

www.beachexplorer.org

Einige adulte Enten und viele Küken um sie herum im Wasser.
Eiderenten bilden große "Kindergärten", in denen einzelne Mütter wachen, während andere ruhen oder Nahrung suchen.

© Bernd Hälterlein

Fotos von Küken

  • Bitte Abstand halten

    Die gezeigten Nahaufnahmen sind mit sehr großen, professionellen Teleobjektiven entstanden, ohne die Tiere zu stören. Gönnen auch Sie den Tieren Ruhe und halten Sie immer Abstand, auch wenn Sie sie fotografieren möchten - kein Bild ist eine Störung wert.

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