Monatsvogel im Februar

Großer Brachvogel

Numenius arquata

Der große Brachvogel ist aufgrund seines langen, gleichmäßig nach unten gebogenen Schnabels unverwechselbar. Dabei sind die Schnäbel der Weibchen oft noch deutlich länger als die der Männchen.

Die Küken schlüpfen mit einer Schnabellänge von 22 mm; bei einem ausgewachsenen Weibchen können es bis zu 170 mm sein. Auch der wissenschaftliche Name Numenius arquata bezieht sich auf den markanten Schnabel und bedeutet in etwa „mondförmig gebogen“. Der Brachvogel ist der größte Watvogel. Er ist aus der Ferne eher unscheinbar braun gefärbt, aus der Nähe sind feine Streifen und Bänder erkennbar.

Prahler mit langem Schnabel

Eine ältere Bezeichnung für den Großen Brachvogel ist „Bracher“, welches im Mittelhochdeutschen Prahler bedeutet und Bezug zum sehr langen Schnabel haben könnte.

Im Wattenmeer frisst der Brachvogel vor allem Muscheln, Ringelwürmer und Krebse, im Binnenland auch Insekten, Regenwürmer und Schnecken. Ringfunde haben gezeigt, dass Brachvögel über 30 Jahre alt werden können.

Flötender, etwas wehmütig klingender Ruf

Besonders charakteristisch ist der flötende, etwas wehmütig klingende Ruf der Brachvögel, der weit über die Watten trägt. In einigen Regionen spannte sich früher Aberglauben um diese Rufe, so kündigten sie Regen oder sogar Tod an oder galten als die Stimmen Verstorbener.

Wie viele andere Wiesenbrüter ist auch der Brachvogel stark durch den Verlust seines Lebensraums gefährdet. Bevorzugte Brutplätze sind Moore und Feuchtwiesen, im Wattenmeer brütet der Brachvogel nicht.

Brutplätze und Flugroute erst jetzt erforscht

Wo genau sich die Brutplätze der Brachvögel befinden, war bis vor wenigen Jahren noch ein Mysterium. Ebenso wenig war über ihr Zugverhalten, ihre Flugroute und mögliche Probleme während ihres Zuges bekannt. Seit 2014 forscht Dr. Philipp Schwemmer vom Forschungs- und Technologiezentrum Westküste der Universität Kiel in Büsum zu diesen spannenden Fragen. Mit seiner Arbeitsgruppe stattete er Tiere mit sogenannten GPS-Datenloggern, kleinen Hightech-Sendern, aus. Hier gibt es einen aktuellen Bericht zu dieser Forschung.

Quellen zu den Monatsvögeln

„Zugvögel im Wattenmeer“ (P. Südbeck, F. Barlein, R. Lottmann, Hrsg. 2018)

„Der Kosmos Vogelführer“ (L. Svensson, K. Mullarney, D. Zetterström, 2009)

„Monatsblätter“, Haus der Natur – Cismar

www.zugvogeltage.de

www.schutzstation-wattenmeer.de

www.beachexplorer.org

Artikel “Erforschung der Zugwege Großer Brachvögel des Wattenmeeres” von Dr. Philipp Schwemmer, Forschungs- und Technologiezentrum Westküste der Universität Kiel