Schleswig-Holstein

iSeal: Forschung für den angewandten Meeresschutz

Wie wirken sich der Klimawandel oder invasive Arten auf das Wattenmeer und die angrenzende Nordsee aus? Diese Frage steht im Zentrum des wissenschaftlichen Projektes "iSeal".

Die Nationalparke Niedersächsisches und Schleswig-Holsteinisches Wattenmeere leisten einen essentiellen Beitrag zur Erhaltung der natürlichen biologischen Vielfalt von Arten, Prozessen und Lebensräumen. Im Projekt „iSeal“ untersuchen Wissenschaftler:innen in einem Zeitraum von drei Jahren, bis Ende 2024, die Auswirkungen verschiedener menschengemachter Einflüsse auf die Küstenökosysteme beider Nationalparke.

Im Fokus steht dabei die Analyse möglicher Effekte durch invasive Arten oder den Klimawandel auf die Struktur und Funktion von Nahrungsnetzen, sowie auf ausgewählte Schlüsselarten, wie beispielsweise die Miesmuschel.

Im Rahmen dieser Untersuchungen analysieren die iSeal-Wissenschaftler:innen Zeitreihen aus Monitoring- und Langzeitdaten und führen Mesokosmos-Experimente durch. Für den Nachweis invasiver Arten erproben sie neue genetische Methoden mithilfe der eDNA. Darüber hinaus wenden sie die sozial-ökologische Netzwerkanalyse an.

Aus den Ergebnissen dieser Analysen werden Ziel- und Schwellenwerte für bestimmte Indikatoren des Küstenökosystems erarbeitet. Der Zielwert beschreibt dabei das angestrebte Optimum. Mit Hilfe dieser Vorgaben bewerten Wissenschaftler:innen zukünftig das Ökosystem: Der in iSeal festgelegte Schwellenwert eines Indikators gibt an, ab wann der Zustand gut oder auch schlecht ist.

Das Forschungsziel von „iSeal“

Verschiedene menschliche Einflüsse werden auch als multiple anthropogene Stressoren bezeichnet. Das Forschungsprojekt soll dabei helfen zu verstehen, wie diese Stressoren die Biodiversität, die Zusammensetzung und die Wechselwirkungen der Organismen im Küstenbereich des Wattenmeeres beeinflussen.

Diese Erkenntnisse werden die Wissenschaftler:innen nutzen, um Konzepte für eine bessere Beurteilung des ökologischen Zustands des Wattenmeeres (weiter) zu entwickeln. Dabei arbeiten sie mit nationalen, trilateralen und internationalen Expert:innengruppen zusammen.

Eine enge Kooperation mit verschiedenen Interessenvertreter:innen, wie beispielsweise Behörden, ist den Beteiligten hierbei besonders wichtig, da die Ergebnisse von „iSeal“ direkt in der Naturschutzpraxis anwendbar sind.

Gefördert
  • durch das BMBF

    Das Projekt »iSeal« wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Förderkennzeichen 03F0913A-F gefördert.
    Weitere Infos auf der Projekt-Website.

Der Name
  • "iSeal"

    steht für "Integrierte sozial-ökologische Netzwerkanalyse für die transdisziplinäre Entwicklung von Indikatoren und Handlungsempfehlungen zur Reduktion anthropogener Stressoren" und beschreibt ein Teilprojekt der bundesweiten Forschungsmission "sustainMare" der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM) in Nord- und Ostsee namens "Schutz und nachhaltige Nutzung mariner Räume".
    Forschungsmission sustainMare

Tanks mit Sedimenten und Wattorganismen auf Sylt
Mit Sediment und Wattorganismen bestückte Tanks – sogenannte Mesokosmen – an der Wattenmeerstation des AWI auf Sylt.

© Esther Horvath / AWI-Pressestelle

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