Die Salzwiesen des Wattenmeers sind ein besonderer, durch die dynamischen Prozesse von Überflutung, Sedimentation und Erosion geprägter Lebensraum zwischen Land und Meer. Sie sind von herausragender Bedeutung für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, aber auch für den Küstenschutz und für die Klimaregulation. Der vorliegende Bericht bietet eine Übersicht zum fachlichen Hintergrund der Renaturierung von Salzwiesen im Nationalpark und zu allen entsprechenden, seit Nationalparkgründung realisierten Projekten.
105 Beiträge der Kategorie "Forschung"
Kondition von Miesmuscheln eulitoraler Muschelbänke im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer 2016–2021
Im niedersächsischen Wattenmeer wird jährlich eine Bestandserfassung der Miesmuscheln durch Geländeerhebungen an ausgewählten Standorten zwischen Borkum und der Wurster Nordseeküste durchgeführt, was als eine Komponente des Miesmuschelbewirtschaftungsplans festgeschrieben ist. Im Rahmen des Projektes „Muschelbankmonitoring für eine nachhaltige Fischerei“ erfolgte die Auswertung von Konditionsdaten von Miesmuscheln aus den Probenahmen der Jahre 2016 bis einschließlich 2021.
Blue Carbon im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer
Küstenökosysteme können der Atmosphäre in großem Umfang Kohlenstoff entziehen und leisten damit einen essentiellen Beitrag zum Klimaschutz. Für ihre besondere Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf hat sich der Begriff „Blue Carbon“ etabliert. Mit dem vorliegenden Bericht sollen die Möglichkeiten zur gezielten Förderung von Blue Carbon in den Salzwiesen des Niedersächsischen Wattenmeers erörtert werden; ein Fokus liegt hierbei auf der Übertragbarkeit auf das Emsästuar.
GEO-Tag der Natur 2020 im Schwimmenden Moor in Sehestedt
Seit 2006 richtet die Nationalparkverwaltung „Niedersächsisches Wattenmeer“ regelmäßig (seit 2008 jährlich) im Rahmen des GEO-Tags der Natur ein Expert*innentreffen aus. Kern dieses Treffens ist eine gemeinsame faunistisch-floristische Erfassung an jährlich wechselnden Standorten innerhalb des Nationalparks. Zum 14. GEO-Tag der Natur im Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“ wurden Expert*innen zur Erfassung im Umfeld des Sehestedter Außendeichsmoores sowie dem östlichen Jadebusengebiet eingeladen. Zur Veranstaltung am 12.08.2020 fanden sich insgesamt 42 Teilnehmer*innen ein. Diese Publikation soll die Artenfunde dokumentieren, in das vorhandene Wissen grob einordnen und auch eine Rückmeldung für die Teilnehmenden sein.
Auf den Spuren der Unterwasserwelt
Vier Forscher*innen und Dr. Ulrike Schückel von der Nationalparkverwaltung sind zur ersten Probennahme-Kampagne des Jahres 2023 gestartet. Mit dem Forschungsschiff Senckenberg steuerten sie etliche Stationen an, um die Tierwelt im und auf dem Meeresboden und -wasser zu erfassen. Höhepunkt der Ausfahrt: ein Weißgefleckter Glatthai.
Die Geschichte eines Säbelschnäblerpaars – live in jedem Wohnzimmer
Levia und Gravius, zwei Säbelschnäbler, haben Nachwuchs auf Oland. Und dank des Forschungsprojekts „Unser Wattenmeervogel“ können Interessierte das Vogelpaar auf Schritt und Tritt – oder Flügelschlag – verfolgen. GPS-Datenlogger auf ihren Rücken senden Daten, so dass ihre Bewegungen auf der Nationalpark-Website zu sehen sind. Ein Blog fasst alles Wissenswerte dazu zusammen.
Lower Saxony Wadden Sea mussel habitat suitability maps
Die räumliche Verteilung von eulitoralen Muschelbänken und von Fischereiflächen (d.h. für die Saatmuschelfischerei beantragten und genehmigten Miesmuschel-Brutfallflächen bzw. Jungbänken im Sub- und im Eulitoral) im niedersächsischen Wattenmeer wurde analysiert. Dies ist der gesamte Datensatz, der aus den Jahren 1999 bis 2016 für das niedersächsische Wattenmeer zum Vorkommen der Miesmuschel im Eulitoral und im Sublitoral vorliegt.
The spatial distribution of eulittoral mussel beds and of fishing areas (i.e. mussel breeding areas or juvenile beds in the sub- and eulittoral that have been applied for and approved for seed mussel fishing) in the Lower Saxon Wadden Sea was analysed. This is the entire dataset available from 1999 to 2016 for the Lower Saxony Wadden Sea on the occurrence of the blue mussel in the eulittoral and sublittoral.
Tote Tiere im Nationalpark
Beim Wandern durch den Nationalpark begegnet man auch hin und wieder verendeten Tieren. Ganz im Sinne des Nationalpark-Mottos "Natur Natur sein lassen" dürfen diese an Ort und Stelle verbleiben und dort verwesen.
Biodiversität durch Aas
Nationalparke schützen die Artenvielfalt in all ihren Facetten. Und in diesem Sinne gehört auch der Tod zur Natur. Totes Holz beherbergt unzählige Pilz- und Käferarten, das ist selbst vielen Besucher*innen der deutschen Nationalparke längst gut bekannt. Doch welchen Stellenwert nehmen diesbezüglich tote Tiere ein? Dies ist die zentrale Fragestellung eines im Oktober 2022 begonnenen Forschungsprojekts, an dem sich der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer mit 12 weiteren deutschen Nationalparken beteiligt. Darin werden aktiv tote Tiere in der Nationalpark-Landschaft ausgebracht und es wird untersucht, welche Tier- oder Pilzarten an den Wildtierkadavern gefunden werden können.
Kleine Tierchen – große Bedeutung
... Alexandra Möller, Doktorandin am Deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung in Wilhelmshaven, Senckenberg am Meer. Ihr Fachgebiet ist die Meiofauna: winzige Tierchen im Boden des Wattenmeers.








