Niedersachsen

Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer

Das Biosphärenreservat umfasst derzeit das Gebiet des niedersächsischen Nationalparks in dessen Grenzen von 1986. Auf den Inseln und auf dem Festland soll angrenzend die Entwicklungszone des Biosphärenreservats entstehen.

Zonierung

Kern- und Pflegezone

Das Kerngebiet des Biosphärenreservats ist der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Hier steht der Schutz der natürlichen Lebensräume mit ihren charakteristischen Lebensgemeinschaften und ihrer Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten im Vordergrund: Nach dem Motto „Natur Natur sein lassen“ soll möglichst wenig in die natürlichen Prozesse eingegriffen werden. Die Kern- und Pflegezone des Biosphärenreservats entsprechen der Ruhezone- bzw. Zwischenzone des Nationalparks in dessen Grenzen von 1986.

Entwicklungszone

In der Entwicklungszone liegt der Fokus auf den hier lebenden und wirtschaftenden Menschen: Hier sollen modellhaft Konzepte zu nachhaltiger Entwicklung erprobt und Lösungen entwickelt werden. Diesem Anspruch wird die jetzige Entwicklungszone jedoch nicht gerecht: Sie ist sowohl zu klein als auch weitgehend unbewohnt. Gemäß den Kriterien der UNESCO sollen mindestens 50 % der Landfläche eines marinen Biosphärenreservates Entwicklungszone sein.

Deshalb sind die Insel- und Küstenkommunen und die hier lebenden und arbeitenden Menschen eingeladen, sich in den seit 2019 laufenden Prozess zur Einrichtung der Entwicklungszone einzubringen.

Handlungsprogramm

UNESCO-Biosphärenreservate haben drei sich ergänzende Funktionen:

  1. Erhalt der biologischen Vielfalt und die Unterstützung einer nachhaltigen Land- und Ressourcennutzung
  2. Förderung nachhaltiger ökonomischer und sozialer Entwicklung
  3. Bildung für Nachhaltigkeit sowie Forschung und Monitoring

An diesen Funktionen orientiert sich auch das Handlungsprogramm des UNESCO-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer:

  1. Es soll eine nachhaltige touristische Entwicklung, die sowohl den Umwelt- als auch den wirtschaftlichen und sozialen Ansprüchen gerecht wird, in der Region etabliert werden.
  2. Eine nachhaltige Land- und Ressourcennutzung soll durch die Inwertsetzung und Vermarktung regionaler Produkte auch in Verbindung mit einer umweltverträglichen und natur- und kulturbezogenen touristischen Entwicklung unterstützt werden.
  3. Es soll der Anspruch eines UNESCO-Biosphärenreservats als Modellregion für „Klimaschutz und Entwicklung von Klimaanpassungsstrategien“ erfüllt werden.
  4. Der Aufbau des Junior Ranger-Netzwerks dient dem Auftrag des Biosphärenreservats als Bildungsort für Nachhaltige Entwicklung.

Zahlreiche Projekte und Initiativen in der Biosphärenregion erfüllen dieses Handlungsprogramm mit Leben.

Kontakt

Steckbrief
  • Jahr der Anerkennung

    1992

  • Größe

    240.000 ha, zuzüglich einzurichtender Entwicklungszone binnendeichs

  • Landschaften

    Sand- und Schlickwatten, Priele, Inseln mit Dünen, Strand und Salzwiesen, Küstengewässer, Feuchtgebiete, Weidegrünland, Deiche, Moore und Heideflächen, Siedlungsgebiete

Mehr zum Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer