Wassersport im Nationalpark

Das Wattenmeer ist ein beliebtes Wassersportrevier. Das Miteinander von Wassersport und Natur regelt die Befahrensverordnung des Bundesverkehrsministeriums.
Segelboote am Fahrwasserrand

Bei Hochwasser gilt das gesamte Wattenmeer als Bundeswasserstraße. Bei Niedrigwasser, wenn Watt und Sandbänke trocken fallen, entfaltet es seine Funktion als Nahrungsplatz für Vögel sowie als Ruheplatz für Robben, die nicht gestört werden dürfen.

Die wichtigsten Regeln der Befahrensverordnung:

Zeitliche Beschränkungen
Die Ruhezone des Nationalparks darf außerhalb der gekennzeichneten und in den Seekarten eingezeichneten Fahrwasser nur während des Hochwassers (d. h. von drei Stunden vor bis drei Stunden nach dem mittleren Tidehochwasser) befahren werden. Das bedeutet auch: Trockenfallen verboten!

Örtliche Beschränkungen
In der Ruhezone sind besondere Schutzgebiete festgelegt, die in den amtlichen Seekarten eingezeichnet sind. Für diese Gebiete gilt ein striktes Befahrensverbot:

  • in Robbenschutzgebieten vom 1.5. bis 1.10. des Jahres
  • in den Vogelschutzgebieten bei Memmert/ Juist und Minsener Oog vom 1.4. bis 1.10. des Jahres
  • in Vogelschutzgebieten vor Salzwiesen ganzjährig
  • in kombinierten Robben- und Vogelschutzgebieten vom 1.4. bis 1.10. des Jahres.

Geschwindigkeitsbeschränkungen (motorgetriebene Fahrzeuge)
Für motorbetriebene Fahrzeuge gelten darüber hinaus folgende Beschränkungen (alle Geschwindigkeitsangaben für die Fahrt durch das Wasser):

In der Ruhezone (Zone I)

  • außerhalb der bezeichneten Fahrwasser: Höchstgeschwindigkeit 8 kn (Knoten)
  • innerhalb der Fahrwasser: maximal 12 kn
  • Motorboote mit Wasserskiern oder sogenannte Wassermotorräder (Jetbikes, Jetskooter) dürfen die Ruhezone nicht befahren!

In der Zwischenzone (Zone II)

  • außerhalb der Fahrwasser: maximal 12 kn
  • innerhalb der Fahrwasser: maximal 16 kn

Weitere Regelungen
Kitesurfer üben durch ihre Zugdrachen eine besondere Störwirkung auf Brut- und Rastvögel aus. Die Vögel nehmen die Drachen, die sich am Himmel bewegen, als Greifvögel wahr und ergreifen die Flucht. Deshalb ist das Kitesurfen - wie alle Drachensportarten - in der Ruhe- und
Zwischenzone des Nationalparks grundsätzlich verboten. Erkundigen Sie sich bei den Gemeinden nach speziell zugelassenen Kitesurf-Flächen.