Landwirtschaft im Nationalpark

Traditionell wurden die Salzwiesen vor der Küste und auf den Inseln landwirtschaftlich genutzt. Mit der Ausweisung als Nationalpark wurde ein abgestuftes Nutzungskonzept entwickelt, das der natürlichen Entwicklung Raum gibt.
Naturbelassene Salzwiese auf Langeoog. Foto: Claus Schulz

Naturbelassene Salzwiese auf Langeoog. Foto: Claus Schulz

Heute ist der größte Teil der Salzwiesen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ungenutzt, ein weiterer Teil ist extensiv und ein sehr kleiner Teil intensiv genutzt.

Auf den ungenutzten Flächen können sich Pflanzengesellschaften mit Hochstauden wie Strandaster oder Strandflieder ungestört entwickeln, die vielen Tieren als Nahrungsraum und Versteck dienen.

Bestimmte Vogelarten bevorzugen allerdings eher kurzrasige Salzwiesen. So schätzen Gänse im Frühjahr die eiweißreichen Sprossen junger Triebe. Von Natur aus sind Salzwiesen, bei regelmäßiger Überflutung, ein Mosaik verschiedenster Vegetation. Wo die Fluten Boden wegreißen, entstehen immer wieder Pionierstandorte mit Neuaufwuchs. Ist dies nicht der Fall, z. B. weil die Abbruchkanten der Salzwiesen aus Küstenschutzgründen künstlich befestigt werden, dann können gemähte oder beweidete Salzwiesenflächen die Funktion der kurzrasigen Standorte erfüllen.

Für die Renaturierung von Salzwiesen ist es auch erforderlich, dass die Entwässerung zurückgebaut wird und ggf. Dämme beseitigt werden, damit die Flutwelle mit dem Salzwasser dort wieder "einschwingen" kann. Auf diese Art wurde z. B. der Langeooger Sommerpolder und das Pilsumer Vorland renaturiert.

Umbau von Stacheldrahtzäunen

Für die Viehhaltung müssen Grünlandflächen eingezäunt werden. So sind auf den Inseln noch viele Kilometer Stacheldrahtzäune vorhanden. Sie stellen eine tödliche Falle für tief über dem Boden jagende Greifvögel und Eulen dar. Diese Zäune werden sukzessive gegen Elektrozäune aus Glattdraht ausgetauscht, die das Vieh auf der Weide halten, aber die Vögel nicht gefährden. Zudem wird durch die Entfernung der Stacheldrahtzäune das Landschaftsbild aufgewertet.

 Gita Matlaskova / Nationalparkverwaltung

Das könnte Sie auch interessieren

Schweinswal im Nassauhafen, Wilhelmshaven. Foto: Michael Hillmann

Schweinswal im Nassauhafen, Wilhelmshaven. Foto: Michael Hillmann

12.10.2016 Schweinswal In jedem Frühjahr wird Wilhelmshavens „Südküste“ zur Bühne für ein faszinierendes Naturschauspiel: Im Hafen und vor dem Deich sind Schweinswale auf Beutezug unterwegs und zeigen sich dabei immer wieder an der Wasseroberfläche. Mit einer Fotoausstellung wollen die „JadeWale“, eine Gruppe ehrenamtlicher Naturbeobachter, andere mit ihrer Begeisterung für die kleinen Wale anstecken, aber auch für deren Verletzlichkeit und Schutzwürdigkeit sensibilisieren. mehr »

vlnr.: Dr. Juliana Köhler, Ursula Glaser, Gerd Abeldt, Peter Südbeck und Dr. Hans-Ulrich Rösner eröffneten die 8. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Foto: NLPV

09.10.2016 Zugvogeltage Am Vorabend der Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer lädt die Nationalparkverwaltung traditionell Akteure und Unterstützer zu einer Auftaktfeier ein. Auch in diesem Jahr konnte Nationalpark-Leiter Peter Südbeck über hundert Gäste aus Politik, Verwaltung, Touristik, Verbänden und Umweltbildung im Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven begrüßen. mehr »
Startklar: Die Pfuhlschnepfe, Symbolvogel der Zugvogeltage. Foto: Edgar Schonart

Startklar: Die Pfuhlschnepfe, Symbolvogel der Zugvogeltage. Foto: Edgar Schonart

05.10.2016 Zugvogeltage Am kommenden Samstag ist es endlich soweit: Die 8. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer beginnen! Naturfreunde aus nah und fern haben dann wieder neun Tage lang Gelegenheit, unter fachkundiger Begleitung Zugvögel zu beobachten und bei Exkursionen, Seminaren und Vorträgen Spannendes über das Phänomen Vogelzug zu erfahren. Dabei wird die weltumspannende Dimension des Vogelzuges nicht nur wissenschaftlich, sondern auch kulturell vermittelt. So gibt es musikalische und kulinarische Angebote aus den Ländern des Ostatlantischen Vogelzugs, vor allem aus dem diesjährigen Schwerpunktland Schweden. mehr »
Uferschnepfe Foto André Kramer

Uferschnepfe. Foto: André Kramer

22.09.2016 Wiesenvogelschutz, Borkum, LIFE+ In den kommenden Wochen sind im Bereich des Tüskendörsees auf Borkum Baumaschinen am Werk: Am heutigen Donnerstag machten Projektleiter Heinrich Belting vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und Gundolf Reichert, Brutvogelexperte der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, den ersten Spatenstich zur Umsetzung eines gemeinsamen Bauprojekts zur Verbesserung der Lebensbedingungen für die Uferschnepfe und andere Wiesenvögel. mehr »

Ein weiteres Stück im großen Puzzle für das Weltnaturerbe Wattenmeer ist geschafft. V.l.n.r.: Nationalpark-Leiter Peter Südbeck, Sonja Wolters, Leiterin des Besucherzentrums, Umweltminister Stefan Wenzel, Bürgermeister Frank Ulrichs und Carl-Wilhelm Bodenstein-Dressler, Geschäftsführer des BUND-Landesverbandes. Foto: Nationalparkverwaltung

03.08.2016 Watt Welten, Norderney, Infozentren Der Niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel war heute zu Gast bei den „Watt Welten“ auf Norderney. Anlass des Besuchs war die Umwidmung des Nationalpark-Hauses in ein UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum. Damit bekommen die „Watt Welten“ eine neue Bedeutung im Sinne der Richtlinie über die Informationseinrichtungen in niedersächsischen Nationalparks und Biosphärenreservaten und erhalten eine jährliche Förderung von 145.000 Euro. mehr »