Weltnaturerbe Wattenmeer in Hamburg

"Das ist der Nobelpreis für Natur!" (Prof. Pedro Rosabal, UNESCO-Gutachter zur Bedeutung der Anerkennung als Weltnaturerbe am 26. Juni 2009).

(Foto: Martin Elsen)

In seiner 35. Sitzung in Paris hat das UNESCO-Welterbe-Komitee am 27.06.2011 beschlossen, auch den Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer als Teil des Weltnaturerbe Wattenmeer in die Liste der Welterbestätten der Menscheit einzuschreiben. Er komplettiert damit zugleich den deutschen Anteil des grenzüberschreitenden Welterbegebietes nach der bereits erfolgten Anerkennung des Wattenmeeres in den Niederlanden, in Niedersachsen und Schleswig-Holstein im Juni 2009.

In ihrer Stellungnahme stellt die Kommission darüber hinaus fest, dass durch das Erweiterungsgebiet das bereits bestehende Welterbe sowohl in seiner Integrität als auch in seinem Schutz und Management gestärkt wird. Mehr Anerkennung für Hamburgs erfolgreiche Naturschutzarbeit im Wattenmeer kann es nicht geben.

Hamburgs Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt hierzu am 27.06.11 gegenüber der Presse: „Ich freue mich wirklich sehr, dass Hamburg gerade im Jahr der Umwelthauptstadt diese weltweit höchste Auszeichnung für unser international bedeutendstes Naturschutzgut, unsere besonderen Bemühungen zu seinem Schutz und die Zusammenarbeit mit den Partnern im grenzüberschreitenden Wattenmeer erhalten hat. Auch wenn die Anerkennung als Weltnaturerbe nicht mit einem höheren Schutzstatus verbunden ist, so verpflichtet sich die Stadt damit doch, diesen Naturschatz von Weltrang für die nachkommenden Generationen zu bewahren und das wilde Wattenmeer mit seiner besonderen natürlichen Dynamik und als Knotenpunkt für die Rastvögel auf ihrem ostatlantischen Vogelzugweg zu erhalten.“

Das Weltnaturerbe Wattenmeer erstreckt sich über den deutschen und niederländischen Teil des Wattenmeeres. Es handelt sich dabei um ein Gebiet von fast 10.000 Quadratkilometern entlang der Küste mit einer Länge von rund 400 Kilometern. Das Wattenmeer steht schon seit mehr als einer Generation unter Schutz. Im deutschen Wattenmeer wurden Nationalparks ausgewiesen, in den Niederlanden Staatliche Naturdenkmale.

Das Wattenmeer wurde unter allen drei angemeldeten Kriterien in die Liste des Welterbes aufgenommen. Damit ist bestätigt: Unser Wattenmeer besitzt sowohl hinsichtlich der geologischen und ökologischen Prozesse als auch hinsichtlich seiner Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt eine weltweit herausragende Bedeutung. Es ist geologisch betrachtet eine sehr junge Landschaft, erst 10.000 Jahre alt, und wird ständig neu geformt von Wind und Gezeiten. Es zeigt auf einmalige Weise, wie sich Pflanzen und Tiere an die ständig wechselnde Landschaft anpassen, und es bietet ein Zuhause für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die andernorts selten geworden sind. Rund 10.000 Arten von einzelligen Organismen und Pilzen, bis hin zu höheren Pflanzen und Tieren leben hier. Am spektakulärsten ist der Vogelzug im Frühjahr und Herbst mit bis zu zwölf Millionen Vögeln, die eine Rast im Wattenmeer einlegen.

Mit der Welterbe-Anerkennung steht nunmehr das gesamt deutsche und niederländische Wattenmeer auf einer Stufe mit anderen weltberühmten Naturwundern wie dem Grand Canyon in den USA und dem Great Barrier Reef in Australien, die ebenfalls zum Weltnaturerbe gehören.

Informationen zur gesamten Weltnaturerbestätte "Wattenmeer" finden Sie auf der Internetseite http://www.waddensea-worldheritage.org/de.

Ausführliche Informationen zum Anerkennungsverfahren bietet die website des Trilateralen Wattenmeersekretariats.

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