Schleswig-Holstein

Unser Wattenmeervogel

Säbelschnäblern mit Hightech auf der Spur

Für das Forschungsprojekt „Unser Wattenmeervogel“ haben drei Wissenschaftler im Sommer 2022 einige Säbelschnäbler mit GPS-Datenloggern ausgestattet. Diese Rucksäcke tragen die Vögel nun bei sich und senden hiermit permanent ihren Aufenthaltsort. Per Mobilfunknetz erreichen uns die Daten, so dass alle Fans unserer Wattenmeervögel immer wissen, wo ihre Lieblinge sind.

Wo sind „unsere Wattenmeervögel“ gerade? Von den 15 besenderten Säbelschnäblern lassen sich hier ein männlicher und ein weiblicher Vogel genau verfolgen. Egal ob auf dem Zug, im Überwinterungsgebiet oder während ihrer Brut: Auf der Karte sind gesendeten Aufenthaltsorte zu sehen.

Karte der Küste von Wilhelmshaven bis Bremerhaven. Blaue bzw. rote Punkte zeigen den Aufenthaltsort der zwei Vögel.
Die beiden besenderten Vögel bereiten sich aktuell im Jadebusen bei Wilhelmshaven und an der Wesermündung bei Bremerhaven auf ihren Zug gen Süden vor.

© OpenStreetMap contributors, and the GIS User Community, Sources: Esri, HERE, Garmin, FAO, NOAA, USGS

Küstenkarte der Wattenmeerregion von Rotterdam bis Römö. Eine rote Linie zeigt den Flug des Weibchens. Eine blaue den des Männchens
Ihre GPS-Sender haben unsere Wattenmeervögel beide während der Brutsaison auf der Hamburger Hallig erhalten. Während das Säbelschnäbler-Weibchen seither bereits die gesamte Wattenmeerküste abgeflogen ist, hat es das Männchen direkt nach der Brut an die Wesermündung gezogen.

© Kadaster, Esri, HERE, Garmin, FAO, NOAA, USGS

Mads Blog

Doktorand Mads Eskildsen erklärt Wissenswertes zum aktuellen Aufenthaltsort.

Moin, ich heiße Mads Eskildsen und bin seit Mitte September als Doktorand am Forschungs- und Technologiezentrum (FTZ) der CAU zu Kiel angestellt.

Ich habe Biologie im Bachelor und Master an der Universität Hamburg studiert. In meiner Masterarbeit habe ich mich mit der Nistplatzwahl des Säbelschnäblers in Bezug auf Vegetation und Geländehöhe beschäftigt. Während meines Studiums konnte ich als wissenschaftliche Hilfskraft am FTZ bereits vielseitige Einblicke in den Forschungsalltag gewinnen. Nun möchte ich mich selbst mit der gewonnenen Expertise im Projekt Wattenmeervogel einbringen.

Viel Spaß mit meinem Blog! Meldet euch gern, wenn ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt. Ich freue mich auf Post von weiteren Säbelschnäbler-Fans!

Mads Eskildsen

© Detlef Arlt

Während unser Männchen immer noch keine Anstalten macht, sich auf den Weg in sein Überwinterungsgebiet zu machen, ist unser Weibchen entlang der französischen Atlantikküste auf der Suche nach dem perfekten Überwinterungsgebiet. Das Naturschutzgebiet Baie de l’Aiguillon, wo es zuerst ankam, schien dies nicht zu sein. Dort rastete es nur circa vier Stunden, bevor es eine Bucht weiter südlich (Anse de Fouras) flog – um sich umgehend wieder nach Norden zu orientieren und in einem Salinengebiet nahe Nantes (Les Salines de Millac) niederzulassen.

Unser Weibchen hat nun das Männchen vorerst verlassen. Beide hatten sich bis zum jetzigen Zeitpunkt zusammen im Jadebusen aufgehalten. Nun hat das Weibchen am 12.11. um 19:00 Uhr seinen Zug ins Überwinterungsgebiet gestartet. Nach zwei Flugstunden hat es noch einen etwa 18-stündigen Zwischenstopp im Dollart eingelegt, ehe es per Direktflug entlang der Atlantikküste weiterzog und am 14.11. gegen 22:00 Uhr sein vermeintliches Zielgebiet in Frankreich das Naturschutzgebiet Baie de l‘Aiguillon nördlich von La Rochelle erreichte. Dort trifft es auf zwei andere unserer besenderten Säbelschnäbler. Ein Weibchen, das am 31.5.2022 im Neufelderkoog besendert wurde, sowie ein Männchen, das am 9.6.2021 in Süddithmarschen besendert wurde.

Auftanken im Schlickwatt

Unser Säbelschnäbler-Paar (wiss. Name Recurvirostra avosetta) hält sich momentan im sogenannten Ästuarbereich der Weser auf, also im Bereich der Flussmündung ins Meer. Das Weibchen war bereits ins niederländische Wattenmeer gezogen, hat sich allerdings vor dem endgültigen Abzug ins Winterquartier noch einmal zurück in den Jadebusen orientiert. Das Männchen hingegen ist nach der Brutphase direkt an die Wesermündung gezogen.

Im dortigen Schlickwatt finden unsere beiden Wattenmeervögel optimale Bedingungen für die Nahrungssuche vor, um Energiereserven für den bevorstehenden Zug anzulegen.

Das Projekt „Unser Wattenmeervogel - GPS-Tracking von Säbelschnäblern (Recurvirostra avosetta) in Schleswig-Holstein“ wird gefördert durch die proWIN pro nature Stiftung.

© proWIN

Die drei beteiligten Wissenschaftler

Mads Eskildsen
Philipp Schwemmer

© Detlef Arlt

Mehr zu Monitoring und Säbelschnäblern