Bis zum 19. April konnten wir auf Grundlage der GPS-Daten noch keinen Brutstandort von Lenia ausfindig machen. Jetzt hat sie sich aber doch, recht spät für Oländer Verhältnisse, noch dazu entschieden, sich dem Brutgeschehen zu widmen. Dabei wurde sie mit ihrem unberingten Partner von einer Kamerafalle der Schutzstation Wattenmeer abgelichtet.

Lenia (schwarz-rot-metall grün-rot-gelb) neben ihrem das gemeinsame Nest bebrütenden Partner. © Schutzstation Wattenmeer e.V.
Seit dem 19. April hatten wir von Lenia keine Signale mehr empfangen. Ein Ableben Lenias als Ursache des ausbleibenden Datentransfers können wir mit dieser Sichtung aber glücklicherweise ausschließen.
Nun haben wir allerdings auch Gewissheit, dass wir keine weiteren Signale mehr von ihr erhalten werden. Denn auf einem weiteren Bild der Kamerafalle ist eindeutig zu sehen, dass die Antenne des Senders nicht mehr intakt ist. Vermutlich war sie bereits vorher beeinträchtigt, was die Unregelmäßigkeiten im Datentransfer in den vergangenen Wochen erklären würde.

Die Antenne des GPS-Senders auf Lenia’s Rücken ist am Ansatz abgebrochen (roter Kreis). Eingeklinkt zum Vergleich ein Sender mit ordnungsgemäßer Antenne, man sieht das gebogene Ende der Antenne aus dem Gefieder herausstehen (rotes Viereck). © Schutzstation Wattenmeer e.V.
Beim Männchen Gravidus haben wir vermutlich auch Pech mit dem Sender: Er liefert bereits seit dem Winter keine GPS-Daten mehr. Wir können das Tier also ebenfalls nicht mehr orten. Auf der Karte sieht es so aus, als wäre er immer noch in den Feuchtgebieten bei Lissabon. Da die Datenübertragung der anderen Sensoren über das Handynetz eine ganze Weile noch einwandfrei funktioniert hat, gehen wir hier von demselben Effekt aus, der auch Lenias Sender lahmgelegt hat. Bei einer defekten Antenne, kann keine Verbindung mehr zu den Satelliten aufgebaut werden, was die Lokalisation via GPS unmöglich macht.